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Comic-Besprechung - Der Leuchtturm

Geschichten:
Trois éclats blancs
Autor und Zeichner: Bruno Le Floc’h

Story:
Ein junger Ingenieur wird in eine kleine Hafenstadt entsandt. Er soll dort, oder besser zwei Seemeilen vor der Küste, auf einem kargen Felsen einen Leuchtturm errichten, um die Schifffahrt vor den Gefahren der Untiefen in diesem Gebiet zu warnen. Noch ahnt er nicht, welche Probleme auf ihn zukommen und er denkt, dass er bereits kurze Zeit später die Rückreise antreten kann. Doch der Felsen ist die meiste Zeit unter Wasser und aus Tagen werden Wochen und Monate. Die erste Grundkonstruktion wird von einem Sturm davon gefegt und schlussendlich wird das Werk erst nach Jahren fertig…

Meinung:
Wer könnte wohl besser bretonische Geschichten erzählen, als ein Bretone? Und so ist es nur gut, dass Bruno Le Floc’h, dessen Name ein Zungenbrecher ist, selber Bretone ist und diese Geschichte rund um die Errichtung eines Leuchtturms aufgezeichnet hat. Sie basiert auf der wahren Geschichte der Errichtung des Leuchtturms von Armen, der auch heute noch existiert. Le Floc’h nutzt die Geschichte zu mehreren Dingen. Zum einen zeigt er die ihm vertraute Landschaft, aber vor allem die ihm vertraute Gesellschaft, die aus sehr selbstständigen und vor allem sturen Menschen besteht. Es ist ein Mikrokosmos, der sich in einer kargen und immer von Wind umtosten Landschaft gebildet hat. Er kritisiert dabei auch sein eigenes Volk und tut dies dennoch nicht mit dem Holzhammer, sondern in kleinen, sensiblen Schritten. Die Charaktere wirken durch und durch glaubhaft und der Held ist lange nicht der unzerbrechliche und standhafte Held, der immer glaubt seiner Aufgabe gewachsen zu sein. Und das ist auch gut so, wird es dem Leser dadurch doch sehr viel leichter sich mit ihm zu identifizieren. Er macht Fehler, verliebt und betrinkt sich und wird vom perfekten Absolventen einer Hochschule zum Mann.

Nun wurde dieser Comic mit dem „Prix René Goscinny 2004“ ausgezeichnet und freilich sollte man meinen, dass er daher auch über jede Kritik erhaben ist. Aber es gibt schon ein paar Kleinigkeiten, die dem Leser auffallen und die bei genauerer Betrachtung ein wenig stören. Wohlgemerkt muss hier angeführt werden, dass dies eine Kritik auf hohem Niveau ist. Denn insgesamt ist dieser Comic sehr gut erzählt und ausgeführt worden und sollte so oder so einmal gelesen werden. Aber der wichtigste Kritikpunkt richtet sich an das Ende der Geschichte, dem eigentlich ein richtiges Ende fehlt. Ob hier Le Floc’h vielleicht auf eine Fortsetzung aus war? Zwar ist es immer wieder wünschenswert die Phantasie des Lesers anzuregen, aber wenn er zu viel Phantasie aufbringen muss, um das Ende weiter zu stricken, ohne dass ihm eine Hilfe an die Hand gegeben wird, dann ist das irgendwie schade.

Ein zweiter Kritikpunkt richtet sich an die Verarbeitung. Carlsen hat sich für ein kleineres Format entschieden, das an sich auch funktionieren würde, hätte man für die Briefe des Ingenieurs nicht eine Schreibschrift verwendet, die sehr zierlich und in Verbindung mit dem kleinen Format schlecht zu lesen ist. Das ist sehr anstrengend für die Augen und hier wäre das Originalformat, das ein wenig größer war, oder vielleicht sogar das Albenformat deutlich besser gewesen.

Insgesamt ist aber „Der Leuchtturm“ sehr lesenswert und zeigt eine Zeit zu Beginn des letzten Jahrhunderts, die bei den Meisten nur noch ein schwaches Glimmen in der Geschichte ist. Le Floc’h skizziert hervorragend die Probleme, die einst den Bau großer Bauwerke bestimmten, zu Zeiten, als Kräne und Helikopter noch nicht erfunden waren und noch so viel von der menschlichen Kraft abhing.

Fazit:
„Der Leuchtturm“ ist ein lesenswerter Comic, dem alleine ein guter Abschluss fehlt. Aber er entführt den Leser auf gekonnte Weise in das Bretonien zu Beginn des letzten Jahrhunderts.

Der Leuchtturm - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Der Leuchtturm

Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 16,00

ISBN 13:
978-3-551-74878-2

96 Seiten

Der Leuchtturm bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Sehr schön erzählte Geschichte
  • Wunderschön passende Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Ein fehlendes Ende
  • Das falsche Format
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
3.6
(5 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 27.05.2007
Kategorie: One Shots
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