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Comic-Besprechung - Manga - 60 Jahre japanische Comics

Geschichten:
Einzelband/Sekundärwerk
Autor: Paul Gravett, Zeichner: diverse, Tusche: diverse

Story:
"Manga - 60 Jahre japanische Comics" ist die deutsche Ausgabe des 2004 in Amerika erschienenen gleichnamigen Sekundärwerkes von Paul Gravett. Auf den 176 Seiten, des reich bebilderten Sachebuches, geht der Autor dem Phänomen Manga nach.
Die ersten Kapitel "unverantwortliche Bilder", "Aufholen, Überholen", "Japanischer Geist, Westliches Wissen" und "Der Vater der erzählenden Bilder" beschäftigen sich nicht nur mit der Geschichte der Mangas - wann und wo sie entstanden, welche Wurzeln sie haben und warum Osamu Tezuka zu Recht als Pionier dieser Comic-Richtung anzusehen ist. Der Autor geht auch auf die gesellschaftliche Stimmung und Situation des Landes nach dem zweiten Weltkrieg ein, der viele der heutigen Werte prägte. Er schildert die Bedeutung der Mangas im heutigen Alltag der Japaner und versucht mit alten Vorurteilen aufzuräumen. Interessant ist auch die Wechselwirkung zwischen Gesellschaft, Kultur und ausländischen Einflüssen zu erkennen. Während man in den ersten Jahren noch die amerikanischen Erfolgskonzepte Walt Disneys oder die florierende Comicindustrie des Westens kopierte, änderte sich das in den nachfolgenden Jahrzehnten. Die Japaner entwickelten sich in eine ganz andere Richtung und besannen sich auf ihre Vergangenheit. Davon erzählt das Kapitel "Aus dem Dunkel ans Licht".
Während "Das Zeitalter der Jungs" die Shonen-Mangas unter die Lupe nimmt, geht "Mit den Augen einer Frau" mehr auf die Shojo-Mangas, die weibliche Seite der Comicindustrie ein, die gerade in den letzten zwanzig Jahren einen immer größeren Stellenwert auf dem Markt gewonnen hat. In diesen beiden Artikeln werden die Unterschiede zwischen Shonen und Shojo sehr deutlich.
"Sich entwickelnde Reife", "Das Allumfassende" und "Persönliche Vorlieben" zeigen auf, dass Manga längst nicht mehr nur Kinderkram ist. Immer öfter finden auch Erwachsene Geschichten, die ihre Interessen und Bedürfnisse wiederspiegeln. Auch wenn Erotik und Sexualität einen größeren Raum dabei einnehmen, so sind sie doch nicht die einzigen Themen. Und wie im Westen erlauben sich schließlich auch Künstler und Intellektuelle ihre Kritik und zynischen Kommentare in Comic-Form wiederzugeben oder um Wissen weiterzugeben.
Neben kritischen mahnenden Werken, wie den qualitativ hochstehenden Geschichten aus dem Ghibli-Studio, gibt es natürlich auch im Land der aufgehenden Sonne eine Szene, die gesellschaftliche und moralische Grenzen überschreitet.
"Kultur und Imperialismus" zeichnen schließlich den Erfolg der Mangas in der Welt während der letzten fünfzehn Jahre nach - warum jetzt erfolgreich ist, was in den 70iger und 80iger Jahren noch nicht funktionierte, und welche Wechselwirkung dadurch entstanden ist.

Meinung:
Der Manga Fan bekommt also eine Menge für sein Geld geboten. Paul Gravett legt keine trockene Analyse des Massenmediums Manga vor, sondern erzählt recht kurzweilig und mit vielen Bildbeispielen belegt, wie Mangas entstanden sind, womit sie sich beschäftigen und welchen Einfluss sie heute auf uns nehmen. Dabei ist es nicht sein Anliegen literaturkritisch zu werden, sondern dem neugierigen Leser Informationen über den Hintergrund seiner Lieblingslektüre zu vermitteln. Und das gelingt ihm ausgezeichnet.
Paul Gravett öffnet an manchen Stellen die Augen und entkräftet lange vorherrschende Vorteile, an anderen regt er zum Nachdenken an, und vor allem schlägt er immer wieder eine Brücke zu unserem westlichen Kulturkreis, der gerade in den letzten sechs, sieben Jahren stark von japanischen Comic beeinflusst wurde. Sehr zu loben ist dabei auch sein ausführlicher Blick auf Shojo-Mangas und weibliche Leser, die in früheren Publikationen zu Manga mehr oder weniger vernachlässigt wurden und hebt die Bedeutung - gerade im westlichen Ausland hervor.
Einzig nachteilig für den europäischen Leser ist die starke amerikanische Sichtweise des Autors, der zwar die deutsche, italienische und französische Szene zu berücksichtigen versucht, aber nicht in dem Maße betrachtet, wie die Amerikanische. Sonst aber bleibt kein Wunsch offen, wenn man mehr über Mangas an sich erfahren möchte.


Fazit:
"Manga - 60 Jahre japanische Comics" ist ein Sekundärwerk, dass keinem Manga-Sammler fehlen sollte. Auf kurzweilige und populärwissenschaftliche Art - ohne zu werten, sondern nur um zu informieren nimmt der Autor das Massenmedium auseinander und geht auf die wichtigsten Aspekte im japanischen aber auch westlichen Alltag ein. Da das Buch nicht einmal drei Jahre alt ist, erfasst es auch die modernen Strömungen und gibt einen Blick auf die heutige Szene wieder und nicht die von vor zehn oder mehr Jahren.


Manga - 60 Jahre japanische Comics - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Manga - 60 Jahre japanische Comics

Autor der Besprechung:
Christel Scheja

Verlag:
Egmont Manga

Preis:
€ 29,00

ISBN 10:
3-7704-6549-0

ISBN 13:
978-3-7704-6549-1

176 Seiten

Positiv aufgefallen
  • die Informationen werden unterhaltsam und ohne Beeinflussung vermittelt
  • Bildbeispiele lockern den Text auf und belegen die Worte des Autors
  • es erfolgt KEINE literaturkritische Wertung des Massenmediums Manga
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 05.01.2007
Kategorie: One Shots
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