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Comic-Besprechung - Der große Indienschwindel

Geschichten:
Autor: Alain Ayroles
Zeichnungen: Juanjo Guarnido
Farben: Juanjo Guarnido


Story:
Dies ist ein Teil der Lebensgeschichte von Don Pablos aus Sevilla, oder wie es im Untertitel des Bandes heißt, „ein zweiter Teil von Leben und Abenteuer des weitbeschrieenen Glücksritters Don Pablos aus Segovia, Landstörzer, Erzschelm und Hauptvagabund“. Wir schreiben das 17. Jahrhundert. Don Pablo landet durch widrige Umstände im Folterkeller von Senior Alguacil, dem lokalen Kommandanten in der spanischen Kolonie in Südamerika. Dort, scheinbar völlig entkräftet, faselt er immer wieder von El Dorado und stachelt so die Gier von Alguacil an. Bevor er allerdings den genauen Ort der Stadt mit den unermesslichen Schätzen bekannt geben will, erzählt Don Pablo seine Lebensgeschichte. Eine Geschichte, die bis in die tiefen Wälder des Amazonas führt.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Der Band hat etwas Monströses. Mit 34 x 25,5 cm sticht er in jedem Regal hervor. Und mit satten 35 Euro ist er sicherlich auch nicht das Schnäppchen des Herbstes. Aber – und das möchte ich gleich zu Beginn festhalten: Die 160 Seiten sind jeden Cent wert.
Alain Ayroles nimmt den Leser mit auf eine Reise, die angelehnt ist an die klassischen Schelmenromane. Dabei gibt es sogar einen ganz konkreten, historischen Bezug. Nämlich auf den spanischen Schriftsteller Francisco de Quevedo, der von 1580 bis 1645 lebte. Im Vorwort zum Comic wird auf den „ersten Teil“ der Geschichte verwiesen, der aus der Feder von Francisco de Quevedo stammt und 1626 erschienen ist. Ich war kurz sogar unschlüssig, mir den prosaischen Vorläufer zu zulegen, habe dann davon abgesehen und kann nun sagen, dass der Comic auch sehr gut ohne Kenntnis des Romans zu verstehen ist.
Ayroles ist ein Meister der komplexen Erzählung. Viele Stränge, undurchsichtige Windungen und Kleinigkeiten, die plötzlich an großer Tragweite für die Erzählung gewinnen, führen den Leser immer wieder in die Irre. So etwa die Erwähnung eines alten Buches in einer Herberge, dass die Abenteuer von Pater Guillermo wiedergibt, die er während einer Reise in die Wälder entlang des Amazonas hatte. Zunächst beiläufig erwähnt und im Panel festgehalten, gewinnt das Werk immer mehr an Bedeutung, um schließlich der Schlüssel zur Lösung aller Rätsel zu sein.
Das Artwork des Albums passt sich ausgezeichnet in den Plot ein. Juanjo Guarnido, den die meisten Leser vermutlich von der Serie „Blacksad“ noch im Gedächtnis haben, lässt keinen Zweifel daran, dass es sich bei der Geschichte um ein Schelmenstück handelt. Die Mimik der handelnden Personen wird bis ins Groteske überzogen, Äußeres und Charakter bilden eine Einheit. 
Man merkt dem Zeichner den Spaß an der Arbeit bei diesem Album geradezu an. Schräge Kameraperspektiven, extreme Unter- oder Aufsichten. Dazu die Überzeichnung der Personen. Das Chaos in der Geschichte findet in dem Artwork sein Abbild. Daneben besticht die Arbeit von Guarnido durch hinreißend gezeichnete Urwälder, weite Hochebenen und der speziellen Architektur in den spanischen Kolonien. Besonders bemerkenswert sind die Seiten 66 bis 77, in denen die Geschichte komplett ohne Worte, sondern lediglich durch die Kraft der Zeichnungen vorangetrieben wird.
Gerade die ausufernde Bildsprache und die Seitenarchitektur des Spaniers Guarnido verlangt nach dem eingangs erwähnten Überformat. Wer den Band einmal gelesen hat und die Geschichte aufgesogen hat, mag sich noch einmal zurücklehnen, blättern und die einzelnen Panels auf sich wirken lassen. 
Das Guarnido sein Handwerk in den Trickfilmstudios bei Disney erlernte kann man in „Der große Indienschwindel“ noch viel besser sehen, als in „Blacksad“. Es ist für den Betrachter dann aber schon sehr irritierend, wenn neben den klassischen Disney-Emotionen, wie beispielsweise die großen zusammengepressten weißen Zähne bei Erstaunen und Entsetzen, plötzlich auch Szenen gezeigt werden, in denen die spanischen Eroberer ein Indiodorf und seine Bewohner niedermetzeln. 



Fazit:
„Der große Indienschwindel“ ist ein herausragender Schelmenroman für Erwachsene. Artwork und Story gehen Hand in Hand und führen den Leser in mehr als nur eine Verwirrung. Als musikalische Untermalung empfehle ich Mozart: Symphony No. 40.



Der große Indienschwindel - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Der große Indienschwindel

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 35

ISBN 13:
978-3-96219-360-7

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Artwork
  • Schelmenroman
  • Aufmachung
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 05.11.2019
Kategorie: Alben
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