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Comic-Besprechung - Narben

Geschichten:
Narben (Warren Ellis Scars)
Autor: Warren Ellis, Zeichner: Jacen Burrows


Story:
John Cain ist ein hartgesottener Polizist der schon lange durch seinen Job bei der Mordkommission ist. Auch wenn er letztens erst ein Trauma erleben musste, so geht er doch seinem Beruf mit großer Pflichterfüllung nach. Doch eines Tages wird die schrecklich zugerichtete Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Nach und nach droht bei den Ermittlungen die Fassade und Psyche des Polizisten in die Brüche zu gehen.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
In vielen Genres wird am Ende wieder die Ordnung hergestellt. So sind bei Liebeskomödien einige Missverständnisse und chaotische Zustände zu überwinden, aber am Ende ist das Pärchen vereint. Und in der Fantasy sind die Bösen besiegt. Abstriche muss man beim Horror machen, denn das Monster wird zwar meist besiegt, fordert aber viele Opfer. Dabei kann man sich gerade bei  dem letzteren Genre etwas zurücklehnen und aufgrund des eindeutig übernatürlichen Charakters des Genres eine gewisse Mauer errichten und zumindest den Sieg des Guten als moralische Überlegenheit bezeugen.

Anders sieht es im Krimi aus. Auch hier wird die bestehende Ordnung empfindlich gestört, aber das Aufspüren des Kriminellen stellt die Ordnung nicht wieder her. Denn das Verbrechen ist schließlich schon geschehen. Es geht mehr um die Sühne als um die Verteidigung der Ordnung. Der Polizist ist immer noch wie es das alte Wort bezeichnet, ein Schutzmann. Warren Ellis wollte, laut seinen Nachworten die man fast an jedem Ende eines Kapitels lesen kann, diese fiktionale Grenze wie beim Horror nicht zulassen und damit verdeutlichen das gerade beim Krimi die Ordnung nicht wieder hergestellt wird. Was natürlich auch daran liegt, dass der Krimi wohl das realistischste Genre ist da er immer auch auf einen Zustand der Gesellschaft verweist und diese reflektiert. Aber die Ordnung ist nicht wiederhergestellt. Da die Opfer tot bleiben und der Riss in der Gesellschaft welcher das Verbrechen erst ermöglichte, weiterhin existiert. Ellis geht aber nicht auf die sozialen Umstände ein, sondern ihn interessierte in seiner Mini-Serie Narben, die in diesem Band komplett vorliegt, was ein bedrückender Fall bei einem Polizisten anrichtet. Jeder Polizist hat angeblich einen Fall der ihm oder ihr besonders nahegeht und zeitlebens nicht loslässt. Hier geht der Cop John Cain  an seine Grenzen und zerbricht daran.

Das ist kein Noir. Denn das Subgenre handelt vornehmlich davon wie man sich in einer ausweglosen Situation befindet und jeder Versuch sich aus ihr zu befreien einen immer tiefer reinreißt. Hier ist der Abwärtsstrudel psychisch zu verstehen. Allerdings ist der Held von Anfang an psychisch angeknackst und musste ein Trauma überstehen. Was etwas schade ist, denn so ist sein Niedergang nur von logischer Natur und weit weniger erschütternd als das er durch seinen Job langsam ausgehöhlt worden wäre. Aber das kann man in einer Mini-Serie schwer dramaturgisch umsetzen, da man dafür deutlich mehr Zeit und Raum benötigen würde. So genügt nur ein weiterer Riss, eine weitere Narbe, um den vorprogrammierten Niedergang zu beschleunigen. Dennoch ist der geschilderte Fall düster, erschreckend, fatalistisch und leider auch realistisch.

Angesichts der geschilderten Brutalität kann man mehr als froh sein, dass sich Jacen Burrows in seinen Zeichnungen etwas zurückhält und nicht explizitere Bilder gezeigt werden. Er hält sich zurück und verzichtet auch auf ein exaltiertes Mienenspiel und durch die schwarz-weißen Zeichnungen kommt das gut zur Geltung.

Der pure Realismus in den Zeichnungen als auch in der Story und den Charakteren, es gibt hier keinen Über-Cop in Form eines Supermans oder einer Actionmaschine, macht den Band sehr hart. Leider gibt es hier keine reine Detektivarbeit bei der einzelne Spuren verfolgt werden, sondern allein der Instinkt führt den Cop zum Täter. Das ist von der dramaturgischen Seite her etwas billig und eigentlich eines Warren Ellis unwürdig. Aber aufgrund dieser Tatsache können sich die LeserInnen doch nie wirklich sicher sein, ob der Polizist überhaupt Recht hat. Was die Spannung natürlich erhöht. Es ist also ein Hard Boiled Krimi und ein Psycho-Thriller im besten Sinne des Wortes und auch an den Hartgesottenen wird dieser Band noch eine Zeit lang hängen bleiben.


Fazit:
Ein erschütternder Band dem zwar etwas mehr Raum gut getan hätte, der aber noch länger nach der Lektüre hängen bleiben wird.


Narben - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Narben

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Dantes Verlag

Preis:
€ 17

ISBN 10:
3946952348

ISBN 13:
978-3946952343

164 Seiten

Positiv aufgefallen
  • düstere realistische Story
  • zurückhaltende Story
Negativ aufgefallen
  • wenig Deduktion
  • Charakter schon vornherein geschädigt
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Rezension vom: 30.09.2019
Kategorie: Hefte
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