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Comic-Besprechung - The Stan Lee Story

Geschichten:
The Stan Lee Story
Autor: Roy Thomas, Zeichner / Inker / Colorist: diverse


Story:
In dem voluminösen Band wird das Leben aber vor allem das Werk von Stan Lee gewürdigt. Von einem lesewütigen Kind aus armer Familie zu "Mister Marvel". Von einem etwas großmäuligen Träumer zu einem Vielschreiber der alle Genres bedienen konnte. Dazu kommt eine Einsicht in die Entwicklung des Verlages und in die Zeitläufe welche wesentliche Aspekte bestimmen sollten.


Meinung:
Wer die Bücher aus dem Taschen Verlag kennt, weiß, dass man für diejenigen stabile Kaffeetischchen braucht. Oder mehrere, denn das Format ist oft überdimensional. Aber angesichts des Programms ist gerade das sperrige das schöne, denn es handelt sich vorrangig um Bildbände. Sei es nun Kunst, Fotografie und Film. Oder eben Comics. Mit einigen Ausnahmen von kleinen handlichen Monografien zu einigen bestimmten Helden, die hier schon besprochen worden sind, braucht man Platz und Muskelkraft.

So ist auch The Stan Lee Story mit über 600 Seiten sehr voluminös ausgefallen. Und mit annähernd acht Kilogramm auch recht schwer. Dabei ist es, wie gehabt bei dem Verlag, sehr edel aufgemacht. Zunächst bekommt man einen raffiniert gefalteten großen Pappschuber, sogar mit einem Tragegriff, was sehr praktisch ist. Wenn man den auseinandergepuzzelt hat, wird man zunächst der deutschen Übersetzung der langen redaktionellen Beiträge in einem schmalen (naja, es hat auch 100 Seiten) Bändchen ansichtig. Ein Prinzip wie man es schon von anderen dicken Bänden her kennt: das eigentliche Buch wird in der Originalsprache belassen, also Englisch, aber während die Bildlegenden im Original gehalten werden, gibt es für die eigentlichen Inhalte der Kapitel eine deutsche Übersetzung in einem separaten Buch. Was eine gute Lösung ist, denn wenn man nur in Ruhe die großformatigen Bilder betrachten möchte, so nimmt man halt das eine auf den Tisch und wenn man die informativen Texte lesen möchte, nimmt man das andere auf den Schoß. Das eigentliche Buch ist dabei aber ein Prachtwerk.

Doch zunächst zu dem inhaltlichen Teil, also der eigentlichen Biographie von Stan Lee die hier in dem Textteil dargelegt wird. Das Buch über Stan Lee will eine Biographie sein, aber das Werk und der Werdegang stehen deutlich im Vordergrund, während man über die Person relativ wenig erfährt. Gut, man muss nicht immer alles über die Leute im Hintergrund wissen, schließlich ist das was zählt bei einem Autor und Redakteur, was er veröffentlicht oder geschrieben hat und nicht unbedingt sein Charakter. Nur ist eben dieser ein Schlüssel zu dem Werk. Hier bleibt The Stan Lee Story etwas oberflächlich, der Charakter wird nicht gedeutet, seine Ansichten nicht explizit dargestellt und man bleibt bei dem Image hängen, was Stan Lee als begnadeter Selbstdarsteller von sich selbst geschaffen hat. Das liegt zum größten Teil auch daran, dass Roy Thomas, der Autor dieses Buches, selbst lange bei Marvel war. Thomas wurde von Lee eingestellt, arbeitete eng mit ihm zusammen, war eine Zeitlang selber Chefredakteur und auch danach noch als freier Autor und Redakteur angestellt. So ist hier keine kritische Distanz zu erwarten, sondern mehr eine Huldigung. Manchmal muss man auch sehr zwischen den Zeilen lesen, denn Stan Lee hat sich nicht nur mit einem Zeichner zerstritten und es gibt einige Künstler die den Rest ihres Lebens nicht mehr mit Stan gesprochen haben, obwohl sie weiterhin seine Texte illustrierten. Die bekanntesten sind natürlich Jack Kirby und Steve Ditko, aber auch andere werden hier zur Sprache gebracht. Hier wird das oft auf den Verlag an sich, auf dessen Strukturen und situative Prozesse geschoben. Aber es scheint doch noch mehr eine Rolle gespielt zu haben was auch in den Charakteren vermutet werden darf.

Der Schwerpunkt liegt hier auf den 1960er Jahren, was wenig verwunderlich ist, da in dem Jahrzehnt die ganzen ikonischen Helden von Lee erfunden wurden und bis heute das Rückgrat des Marvel-Universums bilden. Die Neuzeit kommt zur Sprache, wird aber weniger detailliert behandelt, wobei Stan Lee als auch Roy Thomas da nicht mehr im Verlag eingebunden waren, also nicht im Detail mit einigen Entwicklungen vertraut sein dürften. Aber was hier noch sehr spannend ist, ist die parallel zu Lees Leben verlaufende Verlagsentwicklung. Und wie prägend ein Verleger und sein Chefredakteur sein können. Hier geht man ins Detail und in die Zeitläufe welche das Programm und die Einstellungen der Schöpfer prägten.

Es wird sehr deutlich, dass schon früh Stan Lee das Gesicht des Marvel-Verlages wurde. Das kam zum einen dem Verleger entgegen da er so eine PR-Abteilung einsparen konnte und zum anderen wurde Lees Hang zur Selbstdarstellung befriedigt. Aber Lee machte nicht nur Werbung, sondern band auch auf eine neuartige Art und Weise die Leser ein, was schließlich dazu führte, dass er „Mister Marvel“ wurde. Lee genoss die Aufmerksamkeit, schließlich wollte er mal Schauspieler werden.

Das großformatige Buch beschränkt sich in seinen Abbildungen aber nicht auf Lee, was eher ermüdend gewesen wäre, sondern eben auch auf sein Werk. Man sieht also viele Comicbilder. Erfreulicherweise ergibt dass mit den bisherigen Büchern die sich mit Marvel beschäftigen wenige Dopplungen, denn hier werden nicht nur die Superhelden behandelt. Es gibt in den Details beeindruckende Einsichten und angesichts des Formats bleibt einem manchmal bei den Splashpages der Mund offen. Am Ende gibt es noch einige von Stan Lee geschriebene Comics, die nicht nur enthalten was man erwartet, also Spider-Man, Daredevil, die Fantastic Four, sondern auch einen Fantasycomic, einen Cartoon, etc. So wird hier auch das Werk abseits der Helden gewürdigt, denn Lee schrieb für jedes Genre: Fantasy, Humor, Horror, Liebesgeschichten, Western, Abenteuer, Sachbücher, etc. Und prägte damit die Popkultur nicht nur in Amerika. Für Fans der Person Stan Lee aber auch für wahre Marvelianer ist dieser Prachtband unverzichtbar.



Fazit:
Auch wenn man relativ wenig über den Charakter von Stan Lee erfährt und eine kritische Distanz vermisst wird, so liegt hier doch ein beeindruckender und interessanter Band vor. In dem Format geraten die Zeichnungen noch beeindruckender und lobenswerterweise gibt es im Anhang sogar noch komplette Geschichten von Stan Lee welche sich nicht auf die Superhelden beschränken.


The Stan Lee Story - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Stan Lee Story

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Taschen

Preis:
€ 150,00

ISBN 10:
3836575779

ISBN 13:
978-3836575775

624 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Bilder kommen bei Format beeindruckend zu Geltung
  • komplette Comics im Anhang
  • recht wenig Dopplungen zu anderen Büchern
  • Kuriositäten
  • Berücksichtigung der Zeitumstände
Negativ aufgefallen
  • kritische Distanz fehlt
  • Charakter von Stan Lee wird nicht erhellt
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Rezension vom: 14.08.2019
Kategorie: Independent
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