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Comic-Besprechung - Shooting Ramirez - Akt 1

Geschichten:
Text und Zeichnungen: Nicolas Petrimaux

Story:
Eigentlich lief der Tag für Jack Ramirez wie immer: Sein Chef beim Staubsaugerhersteller Robotop macht ihn zur Schnecke und seine Kollegen feiern ihn für seinen technischen Sachverstand. Das am kommenden Tag die große, medienwirksame Präsentation des neuen Vacuumizer 2000 geplant ist, stört ihn nicht wirklich. Sein Leben gerät erst aus den Fugen, als ihn zwei Mafiosi im Foyer von Robotop identifizieren. Denn Ramirez ist scheinbar einer der gefürchtetsten Auftragskiller. Oder handelt es sich um eine Verwechslung? Für die beiden Ganoven steht fest, er ist skrupellos, erfüllt jeden Auftrag und ist dazu auch noch stumm. Aber er ist bei einigen Mafiabossen in Ungnade gefallen und ihm droht nun selber, dass die Killer auf ihn angesetzt werden. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt. 



Meinung:
Amerikanische Städte unter der unerbittlichen Sonne des Südwestens, eine Handvoll verschrobene Ganoven, ein wahnsinnig heißes Frauenpaar auf der Flucht, völlig überforderte Cops und im Mittelpunkt ein stummer Mechaniker für Staubsauger. Klingt nicht nur nach dem Abfeiern von Klischees, dass ist das Abfeiern von Klischees – und zwar in einem sehr genialen Comic.
Ausgedacht hat sich den abgedrehten Mix aus Roadmovie, Krimi, Actiongeschichte und Mafiastory Nicolas Petrimaux, der im deutschsprachigen Raum kein völlig unbekannter Künstler ist. Mit einer Zombiegeschichte hat er sich bereits 2014 hier einen Namen gemacht. Und nun sein neues Werk.
Petrimaux präsentiert uns einen völlig ungewöhnlichen Protagonisten. Shooting Ramirez spielt in den 1980er-Jahren und die Charaktere wirken, als wären sie gerade einem unveröffentlichten Film von Quentin Tarantino entsprungen. Ramirez „mit einem Urwald auf dem Kopf“, Schnauzbart und treuen Hundeaugen entspricht nun gar nicht dem Bild eines Killers. Als Sahnhäubchen arbeitet er auch noch als Techniker in einer Staubsaugerfirma. Dabei unterbricht der Comickünstler seine Geschichte immer wieder, in dem er in die laufende Handlung Platz für Werbung oder einer Zeitungsseite schafft, um der Geschichte einen höheren Realitätsbezug zu geben. 
Der Vacuumizer 2000 – und ich meine, wir reden hier von einem Staubsauger – wird innerhalb der Geschichte bei seiner Einführung gefeiert, wie hierzulande höchstens ein neues Apple-Produkt. Livebilder von der anberaumten Pressekonferenz. Überhaupt feuert Petrimaux ein Feuerwerk der Anspielungen auf unsere Popkultur ab. Da wird über Lederjacken philosophiert, die unmittelbar aus Michael Jacksons Videos „Thriller“ oder „Beat it“ zu kommen scheinen. Das weibliche Gangsterpärchen Dakota Smith und Chelsea Tyler erinnern an „Thelma und Louise“. Sie sind jung, sie sind sexy, sie haben Sex miteinander und sie machen das, wozu sie Lust haben. Und natürlich darf auch der klischeehafte Cop nicht fehlen. Bei „Shooting Ramirez“ in Form von Eddy Vox. Petrimaux selbst hatte in einem Interview zur Veröffentlichung des Bandes verkündet, dass er sich gar nicht mehr genau daran erinnern könne, wieviele Anspielungen er insgesamt untergebracht hat.
Darin liegt vermutlich auch die Kunst des Erzählers Petrimaux. Sein Magazin mit Gags und Anspielungen ist zwar reichlich gefüllt, dennoch besteht keine Gefahr, dass seine Geschichte unter einem zweideutigen und parodistischen Dauerbeschuss nicht zur Geltung kommt. Das Gegenteil ist der Fall. Der französische Künstler streut seine Hinweise auf die Popkultur der Gegenwart nicht mit der Holzhammermethode, sondern fein dosiert.
Graphisch ist der Band in gelben und rötlichen Tönen gehalten. Das vermittelt Hitze, Staub. Der Südwesten der Vereinigten Staaten eben. Viele der Panels könnten problemlos als Filmplakat herhalten – und genau dieser Effekt ist auch beabsichtigt. Die Farben sind satt, warm und ziehen den Betrachter in jeder Szene ins Geschehen.
Petrimaux hat seine Geschichte als Trilogie geplant, wobei jeder Band die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel betrachten soll. Ich kann es kaum erwarten Teil 2 zu lesen.



Fazit:
Einer der Favoriten auf den Titel „Bester Comic des Jahres“. Wer Tarantino mag, wird hier seine Freude haben. Wer es liebt eine Geschichte voller Anspielungen auf unsere Popkultur zu lesen, wird sich biegen vor Lachen. Ich empfehle dazu einen Bourbon und als musikalische Untermalung „Tito and Tarantula“.



Shooting Ramirez - Akt 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Shooting Ramirez - Akt 1

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 24,80

ISBN 13:
978-3-946337-94-2

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Anspielungen auf Popkultur
  • Tarantino-Atmosphäre
  • Klischee
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 22.07.2019
Kategorie: Alben
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