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Comic-Besprechung - Die Überlebenden des Atlantiks Integral 1

Geschichten:
Die Überlebenden des Atlantiks Integral 1
(Kermadecs Geheimnis, Die Sklavenroute, Insel der Freiheit)

Autor/ Zeichner: Jean-Yves Mitton, Colorist: Chantal Chéret


Story:
Yann Le Scorff ist der Sohn eines Kartographen. Doch auch wenn er in dem Küstenstädtchen Saint-Malo lebt, so bleiben Reisen für den jungen Mann eher eine Fantasie. Denn in dem Jahre 1788 kann er froh sein, eine bescheidene Beamtenlaufbahn einzuschlagen. Doch als die brutalen Schuldeneintreiber des ortsansässigen Vogtes den besten Freund von Yann übel zusetzen, sieht er rot und begeht eine Kurzschlußhandlung. Damit erschafft er sich einen Feind fürs Leben und Yanns Schicksal treibt ihn über alle Weltmeere und verwickelt ihn in die Weltgeschichte.


Meinung:
Jean-Yves Mitton ist beileibe kein Unbekannter mehr, sondern spätestens mit seinen historischen Serien wie Vae Victis und Die Chronik der Barbaren ein Meister seines Fachs und gibt das Paradebeispiel wie man gelungene fiktive Elemente in einen realhistorischen Kontext bettet und somit einerseits eine Geschichtsstunde als auch eine gelungene und spannende Dramaturgie bietet.

Die Serie Die Überlebenden des Atlantiks wurde direkt nach Mittons Durchbruch und großen Erfolg mit Vae Victis gestartet. Das erste Album erschien in Frankreich bereits 1992 und es ist schon äußerst erstaunlich, dass die Reihe bislang nicht auf Deutsch erschienen ist. Der Erfolg von Vae Victis und auch Die Chronik der Barbaren hätte eigentlich auch diese Serie mit sich bringen müssen. Jedenfalls hat für Fans das lange Warten ein Ende und der Verlag Kult Comics bringt die Serie direkt als eine dreibändige Gesamtausgabe heraus von dem in den nun vorliegenden Auftakt die ersten drei Originalalben enthalten sind. Sowie ein langes und sehr informatives Interview mit Jean-Yves Mitton welches einige Überraschungen bereithält.

Die Serie an sich ist sehr spannend, packend, aber auch blutig und äußerst dramatisch. Vor allem punktet sie mit den Zeichnungen. Wie man es von Mitton kennt, sind sie sehr detailreich und realistisch und warten selbst mit kleinsten Aspekten auf die historisch korrekt sind. Das versetzt die Leserschaft direkt in das Setting und in die historische Epoche. Man beginnt von den klassischen Seefahrerabenteuern zu träumen, aber Mitton überrascht insofern, das er einerseits die Romantik der klassischen Seefahrerabenteuer thematisiert, etwa wenn einige der Helden von Abenteuern in fernen Landen träumen und so auch für die Leserinnen und Leser spricht, andererseits aber auch die Mühsal, die Härten, das Elend, die Armut und die Gewalt thematisiert. Hier liegt keine Weichspülung vor, kein Idealismus, sondern lässt die Romantik mit der historischen Wirklichkeit kollidieren. Auf den Schiffen ist es eng, das Wasser fault, es stinkt, die Charaktere sind rau und brutal.

Wie schon in seinen anderen Reihen legt Mitton einige wirklich hassenswerte Schurken vor, die in ihrem rein Bösen zwar eindimensional sind und insofern keine wirkliche Tiefe besitzen, aber der Gegenpol, der Held, ist nicht rein strahlend, sondern geht aus den Konfrontationen nicht unversehrt hervor. Er hat psychische Verwundungen, aber, was äußerst überraschend da ungewöhnlich ist, auch körperliche Nachwirkungen. So können manche Klischees hier auch gut umschifft werden. So schüttelt man an einer Stelle den Kopf, da man meint dass mal wieder die Ehefrau entführt wird und ein Gutteil der folgenden Handlungen nun die Suche einnehmen wird und ein Klischee breit getreten wird. Doch es kommt anders als man denkt und ein Großteil der Spannung erwächst aus der Tatsache, dass hier nichts und niemand sicher sind. Allerdings ist die Serie teilweise etwas sehr dialoglastig ausgefallen. Die Dialoge sind zudem nicht immer elegant formuliert und so wird auch oftmals das Tempo unnötig herausgenommen.

Aber man ist so tief eingetaucht, dass es nicht sonderlich nachteilig ist. Demgegenüber gibt es zwischen dem zweiten und dritten Teil einen äußerst überraschenden großen zeitlichen Sprung. Was zunächst nur äußerst verwirrend ist wird dann aber auch sehr unlogisch da die Ereignisse welche in der Zwischenzeit geschehen sind, gar nicht näher erläutert werden. Mitton hat hier einen Kunstgriff vorgenommen der aus einer dramaturgischen Not heraus geboren wurde. Eigentlich hätte schon das Ende des zweiten Abenteuers die Storyline beenden können. Da aber mal eben einige Leerstellen durch eine Lücke in der erzählten Zeit eingeführt werden, werden Fragen aufgeworfen welche die Leserinnen und Leser beantwortet haben wollen, weswegen sie die Lektüre nicht aus der Hand legen wollen. Manchmal ist die Reihe dramaturgisch gesehen also nicht sonderlich rund und Mitton stolpert manchmal, aber ansonsten ist sie sehr fesselnd und man kann gespannt sein wie es weitergehen mag. Freunde klassischer Seefahrerabenteuer sollten hier auf jeden Fall zugreifen.


Fazit:
Eine packende, actionreiche, blutige und äußerst dramatische Abenteuerserie die geschickt einige Klischees umschiffen kann. Man taucht tief hinein und will immer wissen wie es weitergeht, obwohl es dramaturgisch manchmal etwas holpert.


Die Überlebenden des Atlantiks Integral 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Überlebenden des Atlantiks Integral 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Kult Comics

Preis:
€ 30

ISBN 10:
394672275X

ISBN 13:
978-3946722755

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • detaillierte Zeichnungen
  • Action, Spannung, Dramatik
  • Umschiffung von Klischees
  • Kontrast Romantik mit realistischer Härte
Negativ aufgefallen
  • eindimensionale Schurken
  • teilweise sehr dialoglastig
  • einige verwirrende Zeitsprünge
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Rezension vom: 12.05.2019
Kategorie: Alben
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