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Comic-Besprechung - Arche Noir

Geschichten:
Arche Noir
Autor / Zeichner: Sascha Dörp


Story:
Das Leben auf der Arche ist relativ eintönig. Noah ergibt sich dem Trunk und auch die Tiere ergehen sich in verschiedenen Tätigkeiten. Doch als eines Tages eines der Einhörner spurlos verschwindet, wird die männliche Gottesanbeterin Sam damit beauftragt den Fall zu klären. Dafür werden ihm die Spielschulden erlassen. Doch es bleibt nur so lange Zeit wie es noch regnet.


Meinung:
Der Autor und Zeichner Sascha Dörp dürfte einer breiten Öffentlichkeit bislang recht unbekannt sein. Da die meisten seiner Werke bislang in kleinen Independentverlagen oder im Internet erschienen sind, dürften viele eher zufällig über ihn gestolpert sein.  Insofern kann man mit seinem neuen Comic Arche Noir einen äußerst vielversprechenden deutschen Zeichner und Autor in Personalunion für sich entdecken. Und es lohnt sich. Mit dem graphischen Groschenroman, so der ironische Untertitel des Bandes, liegt ein kleiner, feiner, aber auch hervorragender Band vor, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Allein schon die Grundidee ist bestechend und man fragt sich, warum noch keiner auf die geschilderte Ausgangslage gekommen ist. Auf der Arche geschieht ein Mord und der muss aufgeklärt werden. Das ist schon eine Referenz an klassische Whodunits bei denen in einem in sich abgeschlossenen Raum, nicht nur ein Zimmer, sondern es kann auch ein Landhaus, oder eben in diesem Fall die Arche sein, ein Mord geschieht und aufgeklärt werden muss. Hier nutzt Dörp aber die Tatsache, dass auf der Arche naturgemäß fast nur Tiere sind und lässt sie anthropomorph auftreten. Dabei büßen sie nicht die Charakteristika der jeweiligen Tierart ein. Stattdessen wird mit denen gespielt und das sorgt für einen ausgezeichneten Humor. Die Tiere wollen den Fall selber aufklären und Noah nicht damit belästigen. Der Don beauftragt die Gottesanbeterin Sam damit, den Fall zu klären. Als Belohnung werden ihr die Spielschulden erlassen. Nur muss das geklärt sein, bis der Regen aufhört.

Schon die Grundidee hat einen am Haken und wenn schon die erste Seite zunächst Frank Miller und seine Sin City stilistisch zitiert und dann zu einem süffisanten Gag führt der schon eine Persiflage ist, so beginnt man den Band mit einem Schmunzeln was einem nie wieder vergehen wird. Dörp will aber keine Persiflage abliefern und schon auf der zweiten Seite zeichnet er in seinem ureigenen Stil welcher von Funnies geprägt ist. Der Verzicht auf Hintergründe zeigt den Background des Zeichners als Cartoonisten und die Arbeit im Internet, bei der ein detailliert ausgearbeiteter Hintergrund eher störend wirken würde. Aber die Mimik der Tiere und die Körperhaltungen sind ausdrucksstark und äußerst gelungen.

Ernst nimmt sich der Band jedenfalls nicht. Und schon der erste lange Dialog ist sehr gelungen und bietet einen Running Gag auf, der in den letzten Panels zu seinem Abschluss und einer gelungenen Schlusspointe führt. Es gibt auch immer wieder geschickte Wendungen, wobei die Spannung weniger aus dem Kriminalfall an sich resultiert, sondern durch die Tatsache, dass man sich fragt was Dörp als nächstes einfallen wird. Und das ist nicht wenig. Allein schon die zwei Seiten in denen die Tiere der Arche befragt werden offenbaren in den vielen kleinen Panels mehr Einfallsreichtum als manche ganzen Cartoonbücher, denn die Tiere antworten ihrer Art entsprechend. So gurrt die Taube ihre Antwort, die Hyäne lacht sie und zunächst scheint ein Zitat aus dem Film Zoomania vorzukommen, resultiert aber wieder in einem überraschenden Panel. Die Erwartungen werden immer wieder in eine überraschende Richtung geführt. Gerade diese Szene die sehr langweilig hätte werden können, wird somit sehr lustig. Auch die Frage was eigentlich mit einigen legendären Tieren geschehen ist, wird hier beantwortet. So vertragen die Yetis keine Sauna. Jedenfalls wird sehr schön mit den Eigenarten der Tiergattungen gespielt und einige satirische Aspekte eingebaut. Etwa das es gar nicht die Taube war, welchen einen Zweig gefunden hat und damit die Nachricht verbreitete, dass das Wasser sinkt und Land zu finden ist. Die Taube wurde allein aus Image-Gründen dafür ausgewählt. Man sieht: hier gibt es viel zu entdecken und es liegt hiermit schon einer der witzigsten Bände des Jahres vor, der mit seinem Timing, der Idee, den Wendungen  und den Zeichnungen zu überzeugen vermag.


Fazit:
Ein wahres Kleinod. Hier gibt es etwas zu entdecken. Eine kreative Grundidee, witzige Einfälle und  viele Überraschungen sorgen jetzt schon für einen der lustigsten Bände des Jahres.


Arche Noir - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Arche Noir

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Kult Comics

Preis:
€ 10

ISBN 10:
3964300225

ISBN 13:
978-3964300225

60 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Grundidee
  • schöner Running Gag
  • Humor
  • parodistische Elemente
  • Eigenarten Tierrassen humoristisch ernst genommen
Negativ aufgefallen
  • Story ist etwas flach
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 05.05.2019
Kategorie: Alben
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