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Comic-Besprechung - Auguria 1: Ecce Signum

Geschichten:
Auguria 1: Ecce Signum
Autor / Zeichner / Colorist: Peter Nuyten


Story:
Im Jahre 69 nach Christus wird das römische Reich durch den Machtkampf zweier Thronanwärter erschüttert. Vittelius wurde durch seine Truppen zum Kaiser ausgerufen, während die östlichen Legionen Vespasian zum neuen Cäsar erhoben. Um die Truppen des in Rom weilenden Vittelius zu binden, schickt Vespasian einen Offizier in geheimer Mission nach Germanien. Dort soll er einen Aufstand der barbarischen Stämme anfachen, damit Vittelius zwischen zwei Fronten aufgerieben wird. Doch der Aufstand entwickelt eine Eigendynamik.


Meinung:
Manchmal tut man sich als Autor keinen Gefallen, wenn man ein historisches Ereignis nacherzählen will. Wenn man die Realhistorie als Hintergrund benutzt, um seine Geschichte zu erzählen, so funktioniert das oft hervorragend. Denn es erweckt durch den historisch fundierten Hintergrund den Anschein für Wahrheit in dem fiktionalen Teil und die Dramaturgie erlaubt es gleichzeitig der Leserschaft die Geschichte nahezubringen. Zudem kann man sich da Freiheiten nehmen und da ein Großteil der Erzählung erfunden ist, kann man einige kleinere Abweichungen von der Wahrheit verschmerzen, da der fiktionale Rahmen überwiegt.

Daran hätte sich Peter Nuyten ein Vorbild nehmen sollen. Genügend Vorbilder sind davon jedenfalls vorhanden. Aber vielleicht wollte er sich gerade deswegen von ihnen abgrenzen und erzählt von dem historisch verbürgten Bataveraufstand der in den Jahren 69 bis 70 nach Christus stattfand.  Dabei erzählt Nuyten brav die Ereignisse nach und lässt die realen Personen auftreten. Sein Interesse wurde wohl vor allem deswegen geweckt weil der Aufstand auch auf dem Gebiet der heutigen Niederlande stattfand und einige eingeborene Stämme der heutigen Region betraf. Als holländischen Zeichner und Autor kann man somit also sein Interesse nachvollziehen. Aber trotz der Überlänge des Albums, es hat über sechzig Seiten, und einer Konzeptualisierung von insgesamt drei Alben hätte er sich schon im ersten Teil mehr Raum und Zeit geben sollen. Denn auch wenn die historischen Ereignisse dramatisch waren, so heißt es nicht zwangsläufig, dass sie eine erzählerische Dramaturgie besitzen. Es hapert hier vor allem daran das keine Story zu erkennen ist. Gut, eine Aktion löst eine Reaktion aus und das führt zu einer linearen Ereignisfolge. Etwa wenn die ersten Erfolge der Bataver dazu führen, dass ein neuer römischer General zu deren Bekämpfung eingesetzt wird. Aber es ist der Platzmangel der einiges zunichtemacht. So werden einige Ereignisse mit großen Konsequenzen in gerade einmal fünf Panels abgehandelt und angesichts der vielen Orte, Personen, Hintergründen und Schauplätzen verliert der Leser zunehmend den Überblick und muss sich mehr darauf konzentrieren am Ball zu bleiben als die Lektüre wirklich genießen zu können.

Gravierender ist aber das zunehmende Desinteresse an den Figuren. Denn Nuyten versäumt es, ihnen Tiefe zu verleihen. Er hastet von Episode zu Episode um möglichst viele historische Ereignisse und Scharmützel einbringen zu können, vergisst aber darüber sein Personal. Trotz eines rasanten Einstiegs und einiger Actionsequenzen stellt sich dann langsam die Langeweile ein. Denn eine reine Aufzählung ergibt noch keine Stringenz und indem die Figuren außen vor gelassen werden, kann sich die Leserin und der Leser nicht emotional wiederfinden und keine Empathie entwickeln. Eine Erzählung historischer Ereignisse funktioniert vor allem wenn man sich auf Personen konzentriert und anhand einzelner Menschen die Abläufe schildert. Etwa bei den hervorragenden Serien wie Murena aber vor allem Vae Victis. Gerade letztere hätte gut als Vorbild dienen können. Auch weil sich beide Reihen nicht nur durch die gemeinsame historische Epoche recht ähnlich sind.

Zudem findet man in den Zeichnungen auch einige Perspektivfehler da die Hintergründe in den Panels nicht passen wollen und deswegen die Figuren manchmal etwas gedrungen wirken. Ansonsten versteht es Nuyten hervorragend das historische Setting wieder aufleben zu lassen. Aber das macht den Band nur ansehnlicher, aber leider nicht besser. Man muss ihn also nicht unbedingt haben. Da gibt es bessere mit demselben Anspruch.


Fazit:
Enttäuschend. Nuyten hangelt sich an den historischen Ereignissen entlang, vergisst dabei aber eine Dramaturgie und sein Personal, weswegen die Lektüre zunehmend eintönig wird. Daran kann auch das gut gestaltete Setting nichts mehr ändern.


Auguria 1: Ecce Signum - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Auguria 1: Ecce Signum

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 18,80

ISBN 10:
3962191925

ISBN 13:
978-3962191924

80 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Setting
  • dynamisch gestaltete Action
  • Geschichtsstunde
  • Hintergrundzeichnungen
Negativ aufgefallen
  • keine Dramaturgie
  • Personal bleibt dem Leser fern
  • Perspektivfehler in den Zeichnungen
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Rezension vom: 12.04.2019
Kategorie: Alben
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