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Comic-Besprechung - Comic! Jahrbuch 2019

Geschichten:
Comic! Jahrbuch 2019
Autor: Burkhard Ihme (Hrsg.), Zeichner / Colorist: diverse


Story:
In der Rückschau auf das Jahr 2018 dominieren zwei Themen: zum einen die Diskussion um Sexismus und Geschlechtergleichheit sowohl in der Comicszene als auch in der Darstellung in den Comics sowie die zunehmende Bedeutung und Ausweitung der Comicforschung. Neben den zwei roten Fäden gibt es noch viele Portraits und eine Marktbetrachtung Japans und der Niederlande.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Ein Jahrbuch thematisch zu gewichten ist schwer da schließlich bei der Schriftenreihe Comic! Jahrbuch, welches von dem ICOM, dem Interessenverband Comic e.V.,  herausgegeben wird, eben keine Themensonderbände vorliegen, sondern eine Rückschau auf das auslaufende Comicjahr vorgenommen wird. So ist man abhängig von den Ereignissen welche die deutsche Comicszene in dem Jahr geprägt haben, aber es gelang schon in der Vergangenheit, so einige Schwerpunkte zu setzen. Etwa bei einer Fußballweltmeisterschaft die Darstellung von Fußball oder Sport allgemein im Comic zu untersuchen, oder nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo über die politische Kraft von Cartoons.

Hier ist es der Schwerpunkt der Genderdiskussion. Das liegt nicht nur auf einer Ebene mit der #MeToo-Debatte (welche generell ihren Niederschlag nicht nur in der gesellschaftlichen Diskussion, sondern auch in der Pop-Kultur findet), sondern hatte einen konkreten Anlass als es im Vorfeld des Comic Salon Erlangens zu einem, naja, Skandal führte, als sich die Jury angesichts ihrer Zusammensetzung zerstritt da die Geschlechter nicht gleich verteilt waren. Die Diskussion über den Frauenanteil und Sexismus in der deutschen Comicbranche, und auch in der Darstellung in den Comics generell, ist hier ein roter Faden auf den immer wieder Bezug genommen wird und verschiedene Ansichten darüber zur Sprache kommen. Schade nur, dass sich offenbar eine der beteiligten Personen in dem großen Streit vor, bei und nach dem Comicsalon Erlangen hier einer Stellungnahme verweigert. Der Anschein wird jedenfalls erweckt, aber man kann als Leser die Hintergründe nicht einschätzen und vermisst etwas die andere Sichtweise. Die Diskussion ist wichtig und eine Sensibilisierung auch, aber das eine Debatte dann generell hysterisch geführt wird und in einem Mobbing ausartet, schadet dem Anliegen weil es die Teilnehmer diskreditiert.

Aber es ist interessant und manchmal schockierend über so etwas zu lesen. Etwa wenn Sarah Burrini über ihre Erlebnisse berichtet, so ist man durchaus entsetzt. Während der Artikel über Sexismus im Comic durchaus die Augen öffnet und einen zu sensibilisieren vermag. Andere Beiträge sind aber dann völlig aus dem Rahmen gefallen und man fragt sich etwa bei dem Artikel über die Definition des Begriffes „Comic“ warum und wieso der Beitrag hier vorhanden ist. Das soll den Artikel nicht schmälern, aber er fällt aus dem Rahmen heraus und es fehlt eine Einordnun. Erst später offenbart sich ein zweiter roter Faden, denn die Zunahme von Comicforschung war auch ein Thema und wird hier lobend erwähnt, wenngleich nicht die Ergebnisse.

Angesichts des einen thematischen Schwerpunkts ist es umso erstaunlicher das die Präsentation des neuen Mila Verlages, der harte Kost liefert mit Gewalt die in Richtung Splatter geht und eindeutig pornographischen Szenen ,weniger in der aktuellen Debatte eingeordnet wird, sondern man sich stattdessen lange auf die redaktionelle Nicht-Bearbeitung der Originale verbeißt welche nicht angibt welche Originalhefte abgedruckt wurden. Angesichts des Oberthemas ist das nicht zu verzeihen.
Andere Themen bieten sich an, wenn Jubiläen gefeiert werden und dazu Interviews gedruckt werden. Wie gehabt werden die Preisträger der ICOM-Awards in Interviews vorgestellt aber auch alte Hasen, was eine schöne Mischung aus bekannten und noch unbekannten Gesichtern darstellt bei denen jede und jeder  noch etwas für sich entdecken kann. Die Interviews sind durchaus gelungen und es ist schwer etwas besonders positiv hervorzuheben da die meisten für sich interessant sind und ein breites Spektrum abdecken. Allerdings sind manche Interviews arg verkopft und lassen eine Leidenschaft vermissen. Wenn Paula Bulling sich bescheiden gibt, so ist das sehr sympathisch kann aber auch darauf hinweisen das ihr außergewöhnliches und preisgekröntes Artwork zufällig zustande kam, während ein anderer zu reflektiert und damit kalkuliert einhergeht. Wenn zudem der Chef eines Trickfilmstudios von einem alten Bekannten interviewt wird verlangt das Insiderwissen oder grast schlicht biographische Stationen ab was langweilig wird. Hier wäre es schöner gewesen anhand des individuellen Werdeganges den Wandel der Animationstechnik darzustellen.

Insgesamt liegt hier aber ein sehr gelungener Band vor weil er zwei Entwicklungen aufzeigt welche die Comicszene, und zwar nicht nur die deutsche, noch einige Zeit lang beschäftigen wird: Sexismus und die zunehmende Bedeutung der Comicforschung.


Fazit:
Auch wenn manche Artikel nicht eingeordnet werden und einige Beiträge am Ziel vorbeiführen, so ist es doch ein interessantes Jahrbuch und sensibilisiert die Szene gegen Sexismus und thematisiert oft die Geschlechterungleichheit. Zusammen mit der Comicforschung werden so zwei Entwicklungen angesprochen welche die Szene noch länger beschäftigen wird.

Comic! Jahrbuch 2019 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Comic! Jahrbuch 2019

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
ICOM

Preis:
€ 15,25

ISBN 10:
3888349494

ISBN 13:
978-3888349492

256 Seiten

Positiv aufgefallen
  • zwei rote Fäden
  • verschiedene Gesichtspunkte
  • breite Abdeckung von Themen
Negativ aufgefallen
  • manche Beiträge schwer im Kontext einzuordnen
  • manche Artikel gehen am Ziel vorbei
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Rezension vom: 29.01.2019
Kategorie: ICOM
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