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Comic-Besprechung - Sillage 19: Auszeit

Geschichten:
Sillage 19: Auszeit
Autor: Jean David Morvan, Zeichner / Colorist: Philippe Buchet


Story:
Sillage steht vor einer schweren Entscheidung: sollen zwei Vertreter einer Rasse aufgenommen werden welche vom Aussterben bedroht ist? Die Furcht vor ihnen droht zu obsiegen, denn diese zwei haben die Fähigkeit die Zeit zu kontrollieren was ihnen mächtige Feinde einbringt. Nävis und ihre Freunde müssen erkennen das die Bevölkerung manipuliert wird und versuchen ein ganzes Volk zu retten.


Meinung:
Es ist schon faszinierend und äußerst beeindruckend mit welcher Regelmäßigkeit neue Alben der Serie Sillage herauskommen. Allein schon wegen der detaillierten und realistischen Zeichnungen von Philippe Buchet ist das ein bemerkenswerter Kraftakt. Natürlich gibt es dann auch einige Höhen und Tiefen denn auch wenn die Zeichnungen sehr sorgfältig gestaltet sind, so kann man das von den Storys nicht immer behaupten.

So ist das der Fall bei dem neunzehnten Band Auszeit. Die Story will hier mehr sein als sie eigentlich ist und das Spiel mit dem zeitlichen Ablauf und den ständig wechselnden Erzählperspektiven kaschiert nur eine im Wesentlichen sehr gradlinige Story die auf der Handlungsebene mehr mit Action zu hat als mit einer Sozialkritik.

Sillage ist auch für die gesellschaftskritischen Aspekte berühmt und das kommt hier auch wieder vor mit einem bitterbösen Kommentar gegenüber Politikern. Es geht um ein Volk welches in die Zukunft sehen kann, aber auch den Zeitfluss manipulieren und so theoretisch bei Missständen eingreifen könnte. Dass sie es nicht tun, liegt an ihrer Friedfertigkeit und sie wollen nur in Harmonie leben. Aber ihre Fähigkeiten machen den Politikern Angst, denn wenn man in die Zukunft sehen kann, könnte man feststellen ob Politiker ihre Wahlversprechen einhalten werden oder wie die Konsequenzen ihres Tuns ausfallen. Also beschließen die Mächtigen einen Völkermord der mit einer Propaganda beginnt und das betroffene Volk völlig falsch im Bewusstsein dastehen lässt. Ein Aspekt den man mit Schrecken wiedererkennt und aktuelle Ereignisse durchaus aufgreift. Leider werden die Aspekte aber vorrangig auf einer Dialogebene abgehandelt weswegen es nicht so böse ist als wenn man manches ausführlicher dramaturgisch ausgehandelt hätte. Es droht sogar zu verpuffen und dient einzig als Hintergrunderklärung dafür warum die eigentliche Geschichte so ist wie sie gerade ist. Immerhin sind die beiden Aliens und ihre optische Gestaltung eine schöne Referenz an die psychedelische Science-Fiction der 1970er und 1980er Jahre und sie wirken wie Hippies aus den Undergroundcomix. Passenderweise sind deren Jäger dann programmierte seelenlose Roboter die einzig dem System dienen. Und ganz ehrlich: eine Ausgabe einer Serie in der alle Helden auf den ersten Seiten sterben ist schon mal nicht schlecht, auch wenn man weiß das es nicht so sein kann da man ja weiterhin Bände von Sillage verkaufen will. Aber die Spannung ist von der ersten Seite an damit vorhanden.

Die Zeichnungen sind wie immer herausragend und es ist beeindruckend wie die vielen Außerirdische mal so nebenbei und selbstverständlich auftreten ohne unbedingt auf eine Wirkung bedacht zu sein. Diese Geruhsamkeit hatte auch den letzten Star Wars Filmen zu Eigen sein müssen. Sillage will nicht zum Staunen anregen, sondern erschafft eine fantastische und doch selbstverständliche Welt in denen aktuelle Probleme behandelt werden. Zudem ist es optisch sehr geschickt gemacht wenn die Personen alle in einer Stase gehalten werden. Obwohl es bei Comicfiguren doch immer so der Fall ist liegt hier aber durchaus ein Lehrbeispiel vor wie Bewegung in Comics simuliert wird. So sind in manchen Panels die Charaktere zweimal zu sehen: einmal der eingefrorene Moment und im Vordergrund ist dieselbe Figur, welche aus dem Zeitstrom genommen worden war, zu sehen und kommentiert wie es zu dem Moment kam. Obwohl ja beide sich nicht in den Bildern bewegen wirkt doch derselbe Charakter im Vordergrund lebendig. Und das ist äußerst faszinierend und zeigt die große Kunst des Comicmachens auf.


Fazit:
Ein starker Band. Zwar weist die Story einige Schwächen auf und kaschiert diese recht gut mit dramaturgischen Tricks, aber gerade die Zeichnungen sind ein Lehrbeispiel wie Bewegung in Comics simuliert wird und deswegen einfach herausragend.

Sillage 19: Auszeit - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sillage 19: Auszeit

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12

ISBN 10:
3551765790

ISBN 13:
978-3551765796

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Spiel mit Zeitebenen und Erzählperspektiven
  • überraschende Wendungen
  • herausragende Zeichnungen
  • ironische Referenz
Negativ aufgefallen
  • Sozialkritik verpufft etwas
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Rezension vom: 05.11.2018
Kategorie: Sillage
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