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Comic-Besprechung - Abe Sada 1

Geschichten:
Abe Sada 1
Autor: Hideo Okazaki, Zeichner: Kazuo Kamimura, Masako Togawa


Story:
Japan in den 1920er Jahren. Das Mädchen Abe Sada ist sehr lebenslustig und verliert ihre Jungfräulichkeit schon vor der ersten Menstruation. Doch diese weibliche Lust ist nicht akzeptiert im kaiserlichen, stark patriarchalisch geprägten, Japan und so entschliesst sich die junge Frau mit den Konventionen zu brechen und zur Geisha zu werden. Immer tiefer droht sie in die Leidenschaft und in den Wahnsinn abzugleiten.


Meinung:
Mit dem ersten Band der Mangareihe Abe Sada legt der  Carlsen Verlag einen Klassiker von 1976 auf. Dabei ist die Geschichte durchaus bekannt, basiert sie doch auf einem realen Kriminalfall. Der Titel des Mangas ist der Name einer jungen Frau die sexuell sehr aktiv war und sich schließlich dazu entschloss, dem Gewerbe einer Geisha und einer Prostituierten nachzugehen. Schließlich verliebte sie sich und tötete aus Leidenschaft ihren Geliebten und entmannte ihn. Der Fall erschütterte in den 1930er Jahren Japan. Nicht nur wegen des Verbrechens an sich, sondern auch weil gesellschaftliche Normen bezüglich der Sexualität anhand des Falles aufgedeckt und negiert wurden was die Heuchelei des sozialen Umfelds deutlich machte. Zudem ist es in einem solch patriarchalischen Staat wie dem damaligen Japan geradezu ein Tabu zu denken das Frauen auch eine eigene Sexualität haben. Abe Sada hat also alle Konventionen gebrochen und ihr Leben und ihr Verbrechen inspirierte viele Bücher und Filme. So auch den berühmten, oder je nach Sichtweise berüchtigten, Film Im Reich der Sinne.

Der Titel des Mangas gibt es schon vor, dass hier die Frau im Mittelpunkt der Erzählung steht, also eine Art Biographie angestrebt wird. Das kann aber nicht bedeuten, dass allein die Stationen des Lebens abgehandelt werden. Vielmehr soll und muss wohl in der Entwicklung der Frau und wie sich dadurch der Charakter formte eben auch eine Erklärung für das Verbrechen zu suchen sein. Aber leider gelingt das nur bedingt. Insgesamt ist das zu unausgegoren. Sowohl die Psychologie der Frau als auch die sozialen Umstände werden nur angerissen. Ja, es kommt zur Sprache, dass Abe Sada Spaß am Sex hat und sehr aktiv nach Partnern sucht. Auch das es nicht gesellschaftlich akzeptiert ist. Aber ob sie nun nymphoman ist, einfach nur lebenslustig oder ob seelische Verwundungen damit verdeckt werden sollen, wird nicht klar. Auch das soziale Umfeld ist nur rudimentär vorhanden. So wird zwar geschildert, dass in der Familie einiges daneben läuft. Der Sohn bestiehlt den Vater und verprügelt ihn auch noch, die Schwestern haben Liebesbeziehungen welche gesellschaftlich nicht akzeptiert sind. Liegt hier also der Schlüssel zu Abe Sadas Wesen und ihrer späteren Tat? Man kann es nicht sagen, dafür wird zu wenig darauf eingegangen. Dabei hat man doch Zeit diese Aspekte zu untersuchen, denn in dem vorliegenden ersten Band wird bislang nur die Vorgeschichte erzählt und der spätere Liebhaber und Opfer tritt hier noch gar nicht auf. Zwar ist die bisherige Story mit dem Hintergrundwissen um spätere Ereignisse durchaus interessant, aber noch nicht wirklich spannend.

Immerhin vermögen die teils surrealen Zeichnungen zu überzeugen. Gerade in den Momenten wo sie den Realismus hinter sich lassen, können sie interpretatorische Aspekte zu dem Charakter geben und eine tiefere Bedeutungsebene erschaffen. Ansonsten sind gerade die Gesichter sehr verwechselbar gestaltet und manchmal weiß man nicht, ob man gerade die Titelheldin sieht oder ihre Tante. Angesichts des Sujets gibt es hier auch einige pornografische Szenen weswegen der Band zu recht erst für Erwachsene freigegeben ist. Aber man muss sich auch bewusst sein, dass in Japan das Zeigen der primären Geschlechtsorgane verboten ist, weswegen es hier zu den typischen Auslassungen kommt.
Insgesamt kann der Band also noch nicht sonderlich überzeugen, obwohl einige sehr interessante Aspekte vorhanden sind. Aber da hier zunächst nur das Tableau bereitet wird, kann man doch darauf gespannt sein wie es weitergehen mag.


Fazit:
Als Biographie und einer damit verbundenen Charakterdeutung einer der berühmtesten Mörderinnen Japans funktioniert der Band nur bedingt. Aber da hier zunächst das Tableau bereitet wird und die teils surrealen Zeichnungen überzeugen, lohnt sich ein Blick hinein.


Abe Sada 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Abe Sada 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 14,99

ISBN 10:
9783551717467

ISBN 13:
978-3551717467

224 Seiten

Positiv aufgefallen
  • surreale Elemente
  • Erotik
  • Atmosphäre
Negativ aufgefallen
  • Psychologie und Untersuchung soziales Umfeld kommt zu kurz
  • verwechselbare Gesichter
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Rezension vom: 04.11.2018
Kategorie: Mangas
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