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Comic-Besprechung - Valentina – My funny Valentina

Geschichten:
Funny Valentine
Husaren
Bonnie & Clyde
Valentina in Stiefeln
Marianna – Es geht aufs Land
Das Manuskript, das in einem Kinderwagen gefunden wurde
Baba Yaga
Wer hat Angst vor Baba Yaga?
Text und Zeichnungen: Guido Crepax 


Story:
Der dritte Band der Valentina Werkausgabe beim Avant Verlag widmet sich den Jahren 1967 bis 1971 und beinhaltet acht kurze oder längere Geschichten um die Mailänder Fotografin. Die beiden Eröffnungsgeschichten „Funny Valentine“ und „Husaren“ sind das von Crepax gewohnte Verwirrspiel zwischen Traum und Realität. Wobei in beiden Episoden die Traumsequenzen überwiegen. „Bonnie & Clyde“ gibt die Geschichte des wohl berühmtesten Gangsterpaares wieder. In „Valentina in Stiefeln“ wird sie von einem geheimnisvollen und starken Mann in ihre Vergangenheit zurückgeholt. Das 80-seitige „Marianna – Es geht aufs Land“, wird Valentina mit ihrem fast perfektem Ebenbild, der Roboterfrau Marianna, konfrontiert. In der Kurgeschichte „Das Manuskript, das in einem Kinderwagen gefunden wurde“ treffen wir auf Valentina mit einem Baby. Aufgrund eines Zufalls wird sie in eine Spionagegeschichte um den ersten Comic, der hinter dem Eisernen Vorhang entstand. In „Baba Yaga“, eine Geschichte, die 1973 verfilmt wurde, wird Valentina fast angefahren und trifft auf eine mysteriöse Dame, die immer mehr Macht über die Fotografin und ihr Leben bekommt. Und schließlich, in „Wer hat Angst vor Baba Yaga?“ entledigt sich Valentina dieses Einflusses. Ein Vorwort von Johann Ulrich, in dem er die Arbeit Crepax unter den Aspekten „Kunst“, „Design“ und „Fotografie“ betrachtet, runden den band ab.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Im Januar 1972 schrieb der Spiegel, anlässlich der Veröffentlichung von „Valentina“ im Lukianos Verlag: „Die meisten dieser von Männern ersonnenen Mädchenfiguren sind getreue Spiegelungen des alten patriarchalischen Bildes von der dressierten Frau. Valentina und Bianca etwa, die zwillingsgleichen Pinup-Heldinnen des italienischen Zeichners Guido Crepax, präsentieren sich bevorzugt geschunden, unter Peitschen. im Ledergeschirr oder in rasselnden Ketten, stöhnend vor Lust, Schmerz oder Angst.“
Damit wird der Rezensent der Bedeutung des Comics von Crepax in keinster Weise gerecht. Sicherlich erlebt Valentina erotische Abenteuer im Traum und in der Realität – und zwar ununterbrochen. Und sicherlich dominieren diese Bilder die Handlung mit Fesseln und Dominanzspielen. Zwei Gründe sind es allerdings, die es den geifernden Voyeuren schwierig machen wird, hier sexuelle Erregung herauszuziehen.
Einerseits besticht Valentina durch Stärke. Sie ist eben nicht eine Frau, die „sich bevorzugt geschunden, unter Peitschen. im Ledergeschirr oder in rasselnden Ketten, stöhnend vor Lust, Schmerz oder Angst“ präsentiert. Valentina zieht ihre Lust aus den Situationen. Sie ist stark und nimmt sich das, wozu ihr der Sinn steht. Konventionen sind ihr fremd. Sie steigt bei fremden Männern – oder Frauen – ins Auto, kleidet sich auffallend sexy und ist vor allem sich selber treu.
Der zweite Grund, warum „Valentina“ viel mehr ist, als ein gut gemachter erotischer Comic, liegt an Crepax selber. Denn der italienische Künstler lässt so viel Zeitgeist und Humor mit in seine Geschichten einfließen, dass der Betrachter gar nicht weiß, worauf er als erstes achten soll. Immer wieder lässt der Zeichner Spielereien mit dem Medium einfließen. So besucht Valentina beispielsweise einen Dr. Crepax oder muss bei Crepax um Erlaubnis fragen, wenn die Geschichte eine bestimmte Wendung nehmen soll. Das zweite betrifft den Zeitgeist. Johann Ulrich hat in seinem informativen Vorwort mehr als ein Beispiel herausgearbeitet, indem der Künstler direkt Bezug nimmt auf das Design und die Künstler der Zeit. Dazu kommen dann aber auch immer wieder Anspielungen auf Tagesereignisse, die die Menschen am Ende der 1960er-Jahre noch viel mehr in den Bann gezogen haben. Beispiel John F. Kennedy. In der Geschichte „Funny Valentine“ wird fortwährend Bezug genommen auf die Ermordung des amerikanischen Präsidenten und die sich anschließenden Verschwörungstheorien.
Wie schon bei den vorangegangenen Bänden, lässt die Aufmachung des Avant Verlages keine Wünsche übrig. Stabil gebunden, mit festem Papier und exzellentem Druck, kommen die Panels von Crepax, die mitunter an die Schnipselbücher für Erwachsene aus den 1960er-Jahren erinnern, sehr schön zur Geltung.



Fazit:
Auch der neue Band der Valentina Werkausgabe bietet dem Leser viel zu entdecken und das auch abseits der pubertären Lüsternheit von verklemmten Nerds. Die Geschichten von Crepax sind Einfallsreich, absurd und fesselnd, seine Zeichnungen bestechen durch Klarheit und die Aufmachung des Bandes lässt den Leser rundum zufrieden seufzen.



Valentina – My funny Valentina - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Valentina – My funny Valentina

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 34,95

ISBN 13:
978-3-945034-90-3

224 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Absurde Plots
  • Zeitgeist eingefangen
  • Artwork
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 05.10.2018
Kategorie: Alben
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