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Comic-Besprechung - Anibal 5 Gesamtausgabe

Geschichten:
Anibal 5 Gesamtausgabe
Autor: Alejandro Jodorowsky, Zeichner / Colorist: Georges Bess


Story:
Anibal 5 ist ein Cyborg und Agent im Dienst der Verteidigung Europas. Dabei ist sein Kampf vorwiegend ein Krieg der Geschlechter denn der Macho, der als Belohnung für geleistete Dienste wunderschöne Sexroboter und Teilnehmerinnen der Miss-Wahlen bekommt, bekommt es zunehmend mit weiblichen Gegnerinnen zu tun. Sei es nun eine Klon-Armee, ein verliebter Gorilla, weibliche Cyborgs oder eine Stammeschefin welche die weiblichen Hormone beeinflussen kann: alle bringen Anibal an die Grenze seiner Belastbarkeit.


Meinung:
Mit Anibal 5 liegt eine Integralausgabe vor welche alle Kapitel dieser Superheldenparodie beinhaltet. Wer den Autor Alejandro Jodorowsky kennt und liebt, weiß dass man sich auf einen durchgeknallten Inhalt einstellen kann. Wer ihn kennt und hasst, kann insofern beruhigt sein, dass hier kein esoterisches Geschwurbel vorkommt, sondern einfach nur eine gute Science-Fiction-Erzählung mit vielen ironischen Verweisen und Brechungen von Klischees.

Statt Ausflügen in einen metaphysischen Kosmos, der oft nur schwer zu verdauen ist wie in Der weisse Lama (übrigens auch im Verbund mit dem Zeichner Georges Bess entstanden), zeigt Jodorowsky einen hervorragenden Sinn für Humor und befindet sich nicht in esoterischen Gefilden, sondern überzeugt mit Witz und einem Sinn für Absurditäten der vor allem die Allmachtphantasien lächerlich macht. Das betrifft nicht nur die Schurken, sondern auch den Helden. Wie so viele Superhelden ist Anibal 5 ein einziges Kraftpaket und sehr viril. Er hat Schlag bei den Frauen, wobei das doppeldeutig zu verstehen ist. Denn zum einen verdeutlicht der Held, dass eine männliche Leserschaft sich so wünscht wie ihn mit Potenz und Muskeln und einer Unbesiegbarkeit und jede schöne Frau in das Bett kriegen kann. Die erste Ironie ist die Tatsache, dass die Beischläferinnen fast immer Roboter oder hypnotisiert sind, der Held also kaum einen Schnitt bei einer normalen Frau hat.

Zudem lässt Jodorowsky hier einen Krieg der Geschlechter los da fast alle Gegner Frauen sind, die sich gegen das Patriarchat auflehnen. Insofern werden hier also sexistische Tendenzen im Superheldencomic aufgegriffen welche den Status Quo bewahren wollen. Zwar hat sich im Superheldengenre in den letzten Jahren viel getan und die weiblichen Figuren sind sehr viel mehr als nur noch Beiwerk, werden aber anhand der Kostüme durchaus weiterhin sexualisiert. Insofern wird hier die Angst vor Frauen aufgegriffen und  damit auch diejenige vor dem Matriarchat. Welches das erklärte Ziel der hier agierenden Frauen ist. Dabei sind diese Schurkinnen die durchaus interessanteren Figuren und können mit ihrer Ausgestaltung und Fähigkeiten punkten.

Ein großer Pluspunkt sind die vielen Anspielungen und Verweise auch auf andere Comics wie etwa Tim und Struppi wenn ein um das andere Mal „Hunderttausend heulende Höllenhunde“ gerufen wird wie Kapitän Haddock es gerne tut. Aber auch abseits davon wird man einige Szenen nicht mehr los. Etwa wenn der Geist von Anibal immer wieder in verschiedene Tiere transportiert wird, so biegt man sich vor Lachen. Zudem wird hier auch das Machotum schön umgekehrt wenn sich der Held in einem weiblichen Tiger wiederfindet und erstmal vergewaltigt wird. Dabei lamentiert er über die Machos und wie sie Frauen nur als Objekte sehen. Also genau das beklagt, was er selber ständig macht.

Mit Georges Bess hat Jodorowsky einen guten Partner gefunden denn dessen Bilder sind eine hervorragende Unterstützung und nicht nur dynamisch, sondern  enthalten immer wieder Anspielungen und können dadurch auch eine Meta-Ebene schaffen. Zwar liest sich das manchmal etwas sperrig, da nicht gerade eine einzige kohärente Geschichte erzählt wird, aber wer auch Selbstironie aufbringen kann und Superhelden und Space Operas nicht immer allzu ernst nimmt, wird hier mit einer äußerst fantasievollen, erotischen, actionreichen und sehr witzigen Parodie belohnt bei der man bei jedem Lesen noch etwas entdecken kann. Hier sollte man also auf jeden Fall mehr als einen Blick hinein werden.


Fazit:
Eine wunderbar schräge Parodie mit vielen Anspielungen und Verweisen die zugleich actionreich und erotisch ist. Manchmal ist es etwas sperrig zu lesen, aber die überbordene Fantasie gleicht  das mehr als aus.


Anibal 5 Gesamtausgabe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Anibal 5 Gesamtausgabe

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 29,80

ISBN 10:
3946337651

ISBN 13:
978-3946337652

136 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zitate und Anspielungen
  • denkwürdige Szenen
  • Parodie auf Superhelden und Science-Fiction
Negativ aufgefallen
  • etwas sperrig
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Rezension vom: 21.09.2018
Kategorie: Alben
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