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Comic-Besprechung - Ar-Men: Die Hölle der Höllen

Geschichten:
Ar-Men: Die Hölle der Höllen
Autor / Zeichner / Colorist: Emmanuel Lepage


Story:
Den Leuchtturm Ar-Men befindet sich vor der bretonischen Küste und dürfte für manchen das Ende der Welt bedeuten. Er steht mitten im Meer und der Dienst ist nicht nur einsam, sondern auch sehr gefährlich. Vor allem wenn man mit seinen eigenen traumatischen Erfahrungen zurechtkommen muss.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Der Titel der Graphic Novel Ar-Men kann durchaus verwirren. Hat man da das Wort „Amen“ falsch geschrieben? So entfernt ist der Gedanke schon gar nicht, denn Ar-Men bezieht sich auf einen Ort der unter denjenigen die ihn kennen auch als „Die Hölle der Höllen“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um einen Leuchtturm vor der bretonischen Küste, der gar nicht mal direkt an der Küste steht, sondern ihr sogar vorgelagert ist. Er wurde auf einem einsamen Felsen errichtet auf den gefährliche Klippen folgen und eine der schwierigsten Schifffahrtspassagen zu sichern versucht. Die Leuchtturmwärter mussten in der Moderne per Hubschrauber eingeflogen werden und  vor der Modernisierung eine gefährliche Bootsfahrt überstehen, um ihren Arbeitsplatz erreichen zu können. Aber auch sonst war der Dienst in diesem Leuchtturm nicht ungefährlich und viele Wärter wurden von den Wellen in das Meer gerissen.

Eigentlich kein Wunder das sich der Comicautor und Maler Emmanuel Lepage von diesem Ort fasziniert zeigte. Schon in seinen letzten Bänden nahm er entlegene Orte zum Thema, portraitierte sie in seinen Comicreportagen und schilderte was die Erfahrungen an diesen einsamen und teils gefährlichen Gegenden mit den Menschen machte. In dem faszinierenden Band Ar-Men fallen aber die charakteristischen Merkmale etwas weg. Was daran liegt, dass Lepage nicht an dem Ort verweilte und somit keine Reportage machen konnte. Auf den letzten Seiten wird klar, dass er einmal in dem Leuchtturm war, was aber rein den Recherchetätigkeiten geschuldet war, denn mittlerweile ist der Turm vollständig automatisiert und benötigt nur noch ab und an Wartungen, aber keine Besatzung mehr.
Lepage nutzt aber Erzählungen und Aufzeichnungen ehemaliger Wärter, um biografisch angefärbte Geschichten zu erzählen. So schildert er nicht nur wie das Leben an einem einsamen, unwirtlichen und gefährlichen Ort war, sondern auch warum man den Dienst hier wählte. So wollten die Männer meist traumatischen Erfahrungen entfliehen und in der Einsamkeit wieder zu sich selbst finden. Ein Thema welches man auch aus anderen Bänden von Lepage her kennt. Nur das diesmal eben keine eigenen Erfahrungen einfließen.

Zudem kommt die Geschichte des Turms und wie schwer der Bau war. Zudem gibt es neben dem stimmungsvollen historischen Abriss noch ein Eintauchen in die Legendenwelt der Bretagne. Was zunächst verwundern kann, aber angesichts der elementaren Naturkräfte die hier gezeigt werden, kann man für sich selber die Schlüsse ziehen wie die Naturgewalten und das Leben in dieser unwirtlichen Gegend die Legenden beeinflussten, ja sogar erst erschufen. Eben die Verknüpfung dieser verschiedenen Ebenen macht die Lektüre recht spannend, da man nicht immer die verschiedenen Zeitebenen und Handlungsstränge einordnen kann. Auf eine regelrechte Dramaturgie wurde zwar verzichtet und an sich passiert nichts, sondern es geht um das Wachstum verschiedener Personen, die ein Trauma überwinden müssen.

Das mag jetzt für viele nicht sonderlich spannend klingen, aber wer die anderen Bände von Lepage kennt, der kann hier unbesorgt zugreifen, denn auch hier gibt es wieder wunderschöne und kraftvolle Bilder die einen in ihren Bann ziehen und das Leben im Turm nachvollziehbar machen. Man meint die Gischt zu spüren, dass Wasser zu schmecken und fühlt die Kälte und Enge. Einzig verwunderlich ist manchmal der Stilwechsel. Aber wenn Lepage von der Stadt Ys aus den Legenden berichtet, nutzt er einen Stil der eher Glasmalereien ähnelt und eine mangelnde Tiefe aufweist. Also so ähnlich wie mittelalterliche Bilder aussahen. Was auch auf der optischen Ebene eine weitere Stufe einführt. Insgesamt also ein erstaunlich vielschichtiger Band den man nicht mehr aus der Hand legen mag.


Fazit:
Diesmal gibt es keine Reportage von Lepage, aber Fans können unbesorgt zugreifen, da es wieder um Einsamkeit geht und wie unwirtliche Orte auf die Menschen wirken. Zudem gibt es auch hier wieder wunderschöne Zeichnungen. Faszinierend.


Ar-Men: Die Hölle der Höllen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ar-Men: Die Hölle der Höllen

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 19,80

ISBN 10:
3962191305

ISBN 13:
978-3962191306

96 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • unterschiedliche Stile
  • Thema der Einsamkeit und das Wachsen an ihr
  • verschiedene Erzählebenen
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 10.08.2018
Kategorie: Alben
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