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Comic-Besprechung - Moses Rose 1: Die Ballade von Alamo

Geschichten:
Moses Rose 1: Die Ballade von Alamo
Autor: Patrice Ordas, Patrick Cothias, Zeichner: Christelle Galland, Colorist: Morgann Tanco


Story:
Am 6. März 1836 fiel die ehemalige Missionsstation Alamo unter dem Ansturm der mexikanischen Truppen. Alle amerikanischen Verteidiger sind gefallen und konnten durch ihr Opfer dem texanischen General Huston die Zeit geben, eine Armee aufzustellen, um letztlich die Unabhängigkeit Texas von Mexiko zu erlangen. Doch einer hat überlebt: Moses Rose, ein gebürtiger Franzose, der nicht nur unter dem Trauma des Überlebenden leidet, sondern auch von allen als vermeintlicher Deserteur verachtet wird. Als er eine Möglichkeit bekommt, einen Erben einer Mine in das Fort zu begleiten, nimmt er diese Chance der Rehabilitierung an. Doch wird die kleine Gruppe von Mördern und Gangstern verfolgt.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Das Genre des Western ist nicht tot zu kriegen. Auch wenn er sich oft in ewig gleichen Mustern erschöpft hatte: spätestens seit den 1970ern ist es gang und gäbe diese aufzubrechen. Zumindest im Film, der Comic entpuppte sich da als weitaus konservativer. Nach Jahrzehnten brach Durango die Muster auf, weil einfach die Stilmittel und die Härte des Italowestern in den Comic übertragen wurden. Die Klassiker wie Leutnant Blueberry und Jerry Spring sahen sauf einmal alt aus. Aber das Genre wurde nicht wesentlich verändert, sondern die folgenden Reihen vermischten einfach die Stilmittel. Ansonsten bestanden die Innovationen größtenteils darin, den Western mit anderen Genres wie Steampunk, Horror und Science-Fiction zu vermischen.

In der neuen Westernserie, angelegt auf drei Bände, Moses Rose wird diesmal aber wirklich versucht gängige Muster zu umgehen und nicht in Stereotypen zu verfallen. Zwar gibt es wieder  mal eine Schatzsuche, ein beliebtes Motiv aller Abenteuergeschichten egal zu welchen Zeiten, aber das ist eher ein Aufhänger für die Story und bislang jedenfalls völlig unwichtig. Man braucht halt einen Grund, um eine Gruppe von Charakteren losziehen zu lassen. Die Story und das Setting sind nicht typisch für einen Western da der Hauptteil in New Orleans und den umgebenden Bayous spielt und nicht in der Prairie.

Der Held, der titelgebende Moses Rose, ist auch nicht nach Gewinn aus, sondern vielmehr auf Rehabilitation und auf die Überwindung eines Traumas, da er Schwierigkeiten hat mit sich selber. Er leidet an einem Komplex als Überlebender und trägt die Schmach mit sich als einziger die Schlacht um Alamo überlebt zu haben. Es ist nicht nur ein individuelles Trauma, sondern ein kollektives, denn mit seinem Überleben kratzt Moses zugleich an einem Mythos der noch jungen USA. Das macht die Geschichte dieses Comics weitaus interessanter als einen Großteil anderer Western aber sie leider nicht kompakt genug erzählt, um wirklich nervenfetzende Spannung zu liefern. Obwohl es durchaus viele Actionszenen gibt.

Die Zeichnungen sind solide aber die Figuren sehen sich zum größten Teil doch recht ähnlich und die Rückblenden sind nicht deutlich genug graphisch abgehoben, so dass ab und an etwas Verwirrung vorherrscht. Aber immerhin ist alles sehr dynamisch angeordnet mit vielen Perspektivwechseln und auch die Schurken sind anders als man sie bislang aus Western kennt und waschechte Mafiosi. Hier ist, auch untypisch für einen Western, nicht der Kampf gegen die Zivilisation (die Outlaw-Perspektive) oder der Kampf gegen die Wildnis um ihr die Zivilisation zu bringen (wie eigentlich der ganze Rest) das Thema, sondern vielmehr die negativen Auswüchse der Zivilisation und das ein Preis mit ihr daher geht. Ein Anwalt, im Western meist Stellvertreter der ordnenden Macht des Staates entgegen der Revolverhelden, ist skrupellos und übertritt das Gesetz, die Städte sind keine Bastionen der Werte, sondern  Seuchenherde und die Individualität droht im gesellschaftlichen Zwang unterzugehen. All diese Aspekte zusammen ergeben einen sehr interessanten Auftakt und man kann gespannt sein wie es weitergehen mag.



Fazit:
Lobenswerterweise werden gängige Muster und Stereotypen des Western weitgehend vermieden und so ergibt das einen sehr interessanten und spannenden Auftakt. Man kann gespannt sein, wie sich die Geschichte entwickelt. Einziger Wermutstropfen sind die Zeichnungen welche den Gesichtern keine Individualität verleihen können.


Moses Rose 1: Die Ballade von Alamo - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Moses Rose 1: Die Ballade von Alamo

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Bunte Dimensionen

Preis:
€ 15

ISBN 10:
3944446585

ISBN 13:
978-3944446585

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • traumatisierter Held
  • Vermeidung von Klischees und Stereotypen
  • interessante Story
Negativ aufgefallen
  • Zeichnungen der Gesichter erschaffen keine Individualität
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 24.02.2018
Kategorie: Alben
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