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Comic-Besprechung - Die Draufgänger – Integral 1

Geschichten:
Hochspannung
Sabotage in Fort Tempest
Triple X
Text: André-Paul Duchâteau
Zeichnungen: Christian Denayer


Story:
Der erste Integral-Band von „Die Draufgänger“ enthält neben einigen redaktionellen Seiten die ersten drei, ehemals zwischen 1990 und 1991 im Carlsen Verlag erschienenen Bände.
In der Episode „Hochspannung“ lernen sich die beiden Protagonisten der Serie, Al und Brock, kennen. Brock, eigentlich Brockowsky, fahndet mit seinem Partner Jerry nach der berüchtigten Phantom-Bande. Während einer wilden Verfolgungsjagd, geraten die beiden Polizisten in eine Falle und infolge eines spektakulären Unfalls muss Jerry schwerverletzt seinen Dienst quittieren. Brock bekommt einen neuen Partner: den jungen Al Russel. Die beiden Polizisten sind sich nicht grün und geraten ein ums andere Mal im Zuge ihrer Ermittlungen aneinander. Dennoch machen die Ermittlungen unter ihrer Führung endlich die erhofften Fortschritte und die Schlinge um das Phantom zieht sich immer enger zusammen. Schnell merken die beiden Ermittler jedoch, dass es bei der Polizei eine undichte Stelle geben muss. Die Jagd nach dem Phantom und die Suche nach dem inneren Feind nehmen an Tempo zu.
„Sabotage in Fort Tempest“ beginnt für Brock und Al mit ihrem Rauswurf aus dem Polizeidienst. Die Geschichte setzt unmittelbar da an, wo „Hochspannung“ endete. Während Al zurück in den Familienbetrieb geht – sein Vater hat eine Spedition – versucht Brock sein Glück als Nachtwächter. Ihre Wege kreuzen sich erneut, als Als Vater den Verdacht hat, dass einer seiner Kunden unlautere Geschäfte über seine Spedition betreibt. Und eben für jenen Kunden arbeitet Brock. Schnell stellt sich heraus, dass hinter dem Schmuggelgeschäft lediglich die absurden Marotten zweier Geschäftsleute stecken. Ehe es sich die beiden Helden versehen, sind sie mitten involviert in einem spielerischen Krieg, der von der Realität eingeholt wird.
In der Episode „Triple X“ sind Al und Brock wieder einmal auf der Spur einer Bande, die die Highways unsicher macht. Dieses Mal werden Lkw überfallen und ausgeraubt – Piraterie auf der Landstraße. Was liegt da näher, als sich in Gruppe der Kriminellen einzuschleusen. Aufgrund einer zufälligen Ähnlichkeit ein Job für Brock. Klar, dass bis zur Auflösung des Falls jede Menge Autos zu Bruch gehen und flotte Sprüche gekloppt werden. Am Ende steht ein Wiedertreffen mit einer alten Bekannten.



Meinung:
Was passiert, wenn sich ein bekannter Szenarist und ein 30-jähriger Zeichner zusammensetzen und verrückte Ideen austauschen. Sie gestehen sich vielleicht ein, dass sie einmal wahnsinnig Spaß daran hätten, eine Comicserie im Stile von „Die Straßen von an Francisco“ zu realisieren, bei der zwei Dinge im Vordergrund stehen: Erstens müssen die Charaktere und die Geschichte fast bis zur Persiflage überzeichnet sein und zweitens sollten möglichst viele Autos zu Bruch gehen. So sah der Beginn der Serie „Les Casseurs“ – wie „Die Draufgänger“ im französischen Original heißen – aus. André-Paul Duchâteau, der Texter, und Christian Denayer als Zeichner zeigten sich gleich von Beginn an, als ein geniales Gespann. Und der Betrachter merkt jeder Seite, jedem Panel den Spaß an, den die beiden Kreativen mit der Serie hatten.
Die Anlehnung an den TV-Serienklassiker „Die Straßen von an Francisco“ ist gekonnt subtil umgesetzt. Zwar ist Brock die perfekte zeichnerische Kopie von Karl Malden, alias Detective Lt. Mike Stone, von seiner übergroßen Knollnase bis hin zu seiner bärbeißigen Art, derart direkte Verweise auf die TV-Serie bilden aber die Ausnahme. Vielmehr gelingt es den beiden Künstlern die Atmosphäre der Krimiserien der 1970er-Jahre einzufangen. Die Cops sind lässig, bewegen sich nicht immer innerhalb ihrer Vorschriften, haben gute Kontakte ins Verbrechermilieu und können auch der gefährlichsten Situation durch einen coolen Spruch mit Humor begegnen.
Somit wären „Die Draufgänger“ eine gelungene Tributserie zu den Krimiserien. Allerdings sparen Duchâteau und Denayer dabei auch nicht mit Überzeichnung. So wird aus dem Tribut eine Persiflage. Al und Brock sind in der Regel zu schusselig – oder vom Pech verfolgt – als dass eine Festnahme oder vor allem eine Verfolgung ohne Zwischenfälle ablaufen würde. Ständig geht etwas zu Bruch, in der Regel eben der neue Dienstwagen, oder die beiden Helden stolpern übereinander. Dabei bewegen sich Szenarist und Zeichner mitunter auch im Bereich des Slapsticks und überschreiten diese rote Grenze auch. So beispielsweise als Bruch in seinem neuen Dienstwagen über einem Gaskocher Hotdogs zubereitet – ein Witz, der sich zu einem Running-Gag ausweitet.
Natürlich fehlen auch die übrigen klassischen Zutaten nicht: So ist ein cholerischer Polizeivorgesetzter ebenso Pflicht, wie immer wieder das Auftreten von jungen hübschen Frauen, die vor allem Al in Wallungen bringen.
Die Aufmachung entspricht den bereits vorliegenden Integral-Bänden aus dem Verlag Kult Comics. Das bedeutet vor allem eine gute Bindung, guter Druck und schönes Papier. Die zusätzlichen redaktionellen Seiten am Anfang und am Ende des Bandes enthalten interessante Informationen zum Zustandekommen der Serie. Neben der Normalausgabe liegt eine auf 99 Exemplare limitiere Luxusausgabe vor.



Fazit:
„Die Draufgänger“ ist eine gelungene Persiflage auf die TV-Krimiserien der 1970er-Jahre. Und auch wenn das Dekor beim ersten flüchtigen Durchblättern vielleicht leicht angestaubt wirkt, sollte sich der geneigte Leser nicht täuschen lassen. Ihn erwarten spannende und witzige Geschichten mit Suchtgefahr. 


Die Draufgänger – Integral 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Draufgänger – Integral 1

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Kult Comics

Preis:
€ 29,95

ISBN 13:
978-3-946722-45-8

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • gelungene Persiflage
  • rasant erzählt
  • ein Klassiker wieder zu haben
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 02.02.2018
Kategorie: Alben
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