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Comic-Besprechung - Moschberg – Bilder aus der Zukunft

Geschichten:
Text und Zeichnungen: Asra

Story:
Leo hat Glück gehabt. Mit seiner Opalmine verdient der Australier reichlich Geld. So viel, dass er seinem Ziel, es einmal angelegt zu haben und dann nie wieder arbeiten zu müssen, bereits ganz nah gekommen ist. Lohnende Anlage wäre da beispielsweise ein neuer Ferienkomplex im Sauerland. Nachdem er zu einem Investorentreffen war, besucht er noch schnell seine Freundin Mona, die in Moschberg wohnt – in unmittelbarer Nachbarschaft ihres Dorfes soll der neue Komplex entstehen. Mona zeigt Leo, was es heißt mit, statt gegen die Natur zu leben. Denn Moschberg verkörpert das Idealbild einer stimmigen Dorfgemeinschaft.



Meinung:
„Moschberg – Bilder aus der Zukunft“ ist ein Crowdfunding-Projekt der deutschen Künstlerin Asra, das ist Astrid Raimann. Zu den Zielen des Projektes heißt es auf der Crowdfunding-Seite: „Viele Menschen sollen sich mit dem ökologischen Wandel beschäftigen, sich dafür interessieren, verstehen, wie das geht. Dass es schwierig ist, aber möglich. Dass jeder was machen kann. Sie sollen sich vorstellen können, wie das ist, in einer Energiewendestadt zu leben. Viele sollen das lesen und Lust bekommen, selber was zu machen. Für sich selbst, für das Leben und für die Kinder.“ 
Diese knapp 400 Zeichen umreißen auch schon das ganze Problem des Comics von Asra: Auf jeder Seite, in jedem Panel merkt man dem Buch an, dass es eine Herzensangelegenheit der Künstlerin ist. Bei so viel Engagement bleibt mitunter die Geschichte stecken – es wirkt nur noch abgehakt und oberlehrerhaft. „Moschberg – Bilder aus der Zukunft“ zeigt dem Leser auf, wie sich Asra die ideale Dorfgemeinschaft vorstellt. Jeder hilft jedem, es wird gemeinsam an der Zukunft gearbeitet, örtliche Händler werden unterstützt und die Dorfstraßen sind nicht mehr alleine für den Autoverkehr reserviert, sondern hier spielt sich das Dorfleben ab. Und den meisten Lesern wird diese vorgespielte Welt sehr gefallen.
Aber in der Version von Asra bleibt sie seelenlos, weil der Leser gemeinsam mit Leo durch das Dorf getrieben wird. Er hetzt durch die Seiten, von neuem Denken zu neuem Denken. Eben noch verharrt er bei den autofreien Flächen des Shared Space und schon muss er das Mehrgenerationenhaus begutachten. Das wirkt alles zu aufgesetzt. Die Geschichte hat wenig Platz sich zu entwickeln – von einer kritischen Distanz zu den Vorschlägen mal ganz abgesehen. Und kaum sitzt der Australier einmal im Gras, muss er sich auch gleich in seine schöne (Ver)Führerin verlieben.
Die Klischees, die Asra innerhalb weniger Seiten aneinanderreiht, ersticken den an sich sehr guten Grundgedanken: eine ideale Gesellschaft zu entwerfen. Aber der Protest des Businessmannes erstreckt sich tatsächlich nur darauf, einmal durch die Table-Dance-Clubs Düsseldorfs zu ziehen, dann am nächsten Tag die Reue, er fährt wieder zurück ins Dorf und findet durch Monas schwer kranker Mutter zurück zu seinem eigentlichen Leben, schließt sich augenblicklich einer Demo gegen den Ferienkomplex an, die dann auch gleich brutal von der Polizei aufgelöst wird. Und das alles auf sieben Seiten. Da hat selbst die beste Idee keine Chance sich zu entfalten.
Noch einmal zurück zum Werbetext beim Crowdfunding: „Viele sollen das lesen und Lust bekommen, selber was zu machen.“ Lust wird Asra so lediglich unter den Menschen verbreiten, die in ihrem Thema schon tief eingetaucht sind. Sie hat ein Lehrbuch als Comic verfasst, das in seinem Ton etwas zu oberlehrerhaft ist. 


Fazit:
„Moschberg – Bilder aus der Zukunft“ ist keine Geschichte im herkömmlichen Sinne. Es listet eine ganze Reihe von Möglichkeiten auf, wie wir unser Leben umweltgerechter organisieren könnten. Dabei arbeitet Asra teilweise mit platten Klischees und wird am Ende ihrem guten Ziel mehr schaden als nützen.


Moschberg – Bilder aus der Zukunft - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Moschberg – Bilder aus der Zukunft

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Preis:
€ 21

ISBN 13:
978-3-00-052945-0

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Interessanter Grundgedanke
Negativ aufgefallen
  • Oberlehrerhaft
  • Zu viele Klischees
  • Sachbuch-Charakter
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 04.01.2018
Kategorie: Alben
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