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Comic-Besprechung - Crossed 18: Badlands 11

Geschichten:
Crossed 18: Badlands 11 (Crossed: Badlands 75-80 - Homo Tortor)
Autor: Kieron Gillen, Zeichner: Rafael Ortiz, Colorist: Digikore Studios


Story:
Ein Wissenschaftler vertritt die These, dass schon in der Steinzeit ein brutaler Stamm die Menschheit kurz vor das Aussterben brachte. Doch er wird verlacht und verstossen. Jahre später ist die Zivilisation dabei unterzugehen: die Gefirmten überrennen die Menschen. Ein ehemaliger Student des Anthropologen macht sich mit einer kleinen Gruppe auf den Weg, den Forscher zu finden. Vielleicht besitzt dieser ja Antworten.


Meinung:
Einer der Aspekte warum die Horrorserie Crossed so erfolgreich und dementsprechend langlebig ist, ist natürlich der offensichtliche, dass es hier viel um Gewalt, Sex und Blut geht. Aber das ist bekanntlich nicht alles, denn das ist zwar provozierend, kann aber auch schnell ermüdend werden. Ein weiterer Aspekt ist die künstlerische Umsetzung. Zeichnerisch werden wahre Höllenphantasien entworfen die man entsetzt und dennoch fasziniert betrachtet. Und letztendlich sind die guten Autoren maßgeblich für den Erfolg. Denn bisher haben sie es immer geschafft einen Subtext einzubauen. Meist war der nicht offensichtlich, aber indem Sozialkritik mitschwang und die Horrorhandlung dazu diente gesellschaftliche Aussagen zu treffen, hoben sich die meisten der bisherigen Bände doch deutlich von reiner Effekthascherei ab.

Im achtzehnten Band, Homo Tortor (warum behält man eigentlich die Untertitel Badlands bei, anstatt die Geschichten nach ihrem originalen Titel zu benennen?), ist auf den ersten Blick keine Sozialkritik oder ein Kommentar zu der Gesellschaft zu finden. Das war bei anderen Ausgaben auch so, aber das war gut, denn man will eine Horrorgeschichte mit solider Unterfütterung lesen und keinen erhobenen Pädagogischen Zeigefinger mitschwingen sehen. Aber in den Geschichten wo der Subtext fehlte, fehlte eben auch der Aspekt der sie so eindringlich machte.

Zunächst scheint es hier um eine reine Phantasie zu gehen bei dem man sich an den Film 10.000 B.C. erinnert fühlt. Man nimmt ein Setting aus der Steinzeit und füllt diese mit der Fantasie an. Und ignoriert dabei die historischen Fakten. War es in dem gewollten Blockbuster ein deutlicher Sci-Fi-Einschlag, so geht man hier von einem Stamm aus, der einen enormen Blutkult huldigt und äußerst brutal ist. Als dann die Gefirmten auftauchen, können sie die eigentlichen Menschen kaum noch übertreffen, aber in dem ungehemmten Treiben sind sie weniger zielgerichtet und planhaft. Gut, es ist eine Fantasie und es werden wahre Höllenszenarien geschildert die erschreckend sind, aber den Leser auf Distanz halten.
Nicht nur weil es in einem pseudohistorischen Setting angesiedelt ist, sondern auch weil gerade gegen Ende in einem Panel ein überflüssiger Fantasyeinsprengsel vorkommt, den man ehe bei Conan erwartet hätte. Ja, es ist spannend, blutig und äußerst brutal mit großen Panoramapanels in dem man viel entdecken kann, aber nicht mehr als Effekt.

Aber diese apokalyptischen Visionen und die gelungenen Bilder sind nicht alles. Denn der eigentliche Zweck ist der zweite Handlungsstrang in der Gegenwart in der die Gefirmten die Welt überrennen. Ein Wissenschaftler wurde zum Paria nachdem er behauptete dass es einen Stamm gegeben hat, der die Menschen damals in der Steinzeit beinahe ausgelöscht hätte. Niemand glaubt ihm und er wird verspottet und aus der Wissenschaftsgemeinschaft ausgestoßen. Als nun die Apokalypse stattfindet, macht sich ein ehemaliger Student auf die Suche nach dem Forscher, um eine Lösung gegenüber den Gefirmten zu finden. Oberflächlich betrachtet also eine sehr dürftige Story. Sogar in beiden Handlungssträngen, bei denen die Action und die Spannung und die Gräueltaten überwiegen, aber am Ende weiß man nicht mehr, was die Wahrheit ist.

Die zentrale Frage welche diese Erzählung aufwirft ist der Punkt, ob Wissenschaftler ihre Fantasie ausblenden können. Ist die behauptete historische Begebenheit nun eine Tatsache oder eine Fantasie, die nun ausgelebt werden kann wo die Gefirnten aufgetaucht sind? Es werden Fragen zur Forschung aufgeworfen, on nun Erkenntnisse eher eine Wunscherfüllung der Forscher sind oder Tatsache. Ein Thema also, was die Wissenschaft seit ihrem Bestehen beschäftigt und zur Selbstreflektion verpflichtet.

Es kann natürlich auch sein, dass Autor Kieron Gillen einfach nur aufzeigen wollte, dass die Enthemmung einfach zu einer Rückentwicklung in die Steinzeit führt, da die Zivilisation zusammenbricht. Aber das ist ein bisschen platt und beide Themen werden nur angerissen. Daran merkt man, dass der Autor in der Reihe noch ein bisschen fremdelt und noch nicht sicher ist. Gillen hat hier seinen ersten Beitrag zum „Crossed“-Universum abgeliefert und man merkt, dass er noch einige Ansätze erprobt. Ein guter Band, aber keiner der besseren aus der Reihe.


Fazit:
Ein guter Band mit wahrlichen Höllenvisionen in den Zeichnungen, der aber inhaltlich etwas zu oberflächlich und unentschlossen ist. Keiner der besseren der Reihe, aber durchaus mehr als einen Blick wert.


Crossed 18: Badlands 11 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Crossed 18: Badlands 11

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,99

ISBN 13:
4197959319997

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • detailreiche Zeichnungen
  • Unsicherheit was wahr ist
  • Action
Negativ aufgefallen
  • Subtext zu oberflächlich und unscharf
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Rezension vom: 23.11.2017
Kategorie: Crossed
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