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Comic-Besprechung - Dark Night: Eine wahre Batman-Geschichte

Geschichten:
Dark Night: Eine wahre Batman-Geschichte (Dark Night:A True Batman Story)
Autor: Paul Dini, Zeichner / Colorist: Eduardo Risso


Story:
Paul Dini ist nicht nur der Schöpfer von Harley Quinn, sondern auch ein beliebter Autor für Comics aus dem Batman-Universum, der maßgeblich an der Trickfilmreihe in den 1990ern beteiligt war. So zufrieden er beruflich auch ist, so fehlt ihm doch privat das Glück. Eines Nachts wird er nach einem desaströsen Date überfallen und schwer verletzt. Zutiefst traumatisiert versucht er wieder in das Leben zurück zu finden.


Meinung:
Nein, hier liegt kein Tippfehler vor. Es handelt sich nicht um eine Graphic Novel von Batman bei deren Titel Dark Knight einfach das „K“ vergessen worden ist und so zu einem Dark Night mutierte. Vielmehr handelt es sich um ein schönes und gelungenes phonetisches Wortspiel. „Knight“ und „Night“ wird ja gleich ausgesprochen und der eigentliche Sinn ergibt sich erst im Zusammenhang des Satzes. So geht es hier nicht um den dunklen Ritter (Dark Knight), sondern um eine dunkle Nacht (Dark Night).

Doch spielt der dunkle Ritter eine große Rolle. Auch wenn es sich hier nicht um eine fiktive Geschichte aus dem Superheldenkosmos handelt. Vielmehr liegt hier eine interessante autobiographische Erzählung von Paul Dini vor. Paul Dini ist den meisten Fans durch die TV-Serie Batmans in den 1990ern bekannt und als Miterfinder von Harley Quinn. Auch wenn Dini geschätzt wird, so ist er doch kein Superstar der Comicbranche wie etwa ein Will Eisner oder ein Alan Moore. Rechtfertigt das eine Autobiographie? Nein, aber es geht weniger um das Leben von Dini selber. Sicher, zu Beginn schildert er seinen Lebensweg und wie er zu den Comics und schließlich der Animation kam. Das ist nett zu lesen und schon fast klischeehaft wie ein Nerd  wegen seiner Vorlieben gehänselt wird und für immer Kind bleibt, da er sich in einem dazu passenden Umfeld austoben kann. Dass sein Privatleben weniger glücklich verläuft, macht ihn menschlich, aber, ehrlich gesagt, nicht zu etwas besonderen.

Doch eines dunklen Nachts, der Dark Night, ging Dini nach einem katastrophalen Date zu Fuß nach Hause und wurde auf dem Weg Opfer eines Überfalls. Dabei wurde er schwer verletzt. Doch die körperlichen Wunden heilten schneller als die seelischen. Dini begann sich abzukapseln, verließ nur noch voller Angst das Haus und gab sich dem Alkohol. Er war schlicht schwer traumatisiert. Und hier schlägt er nun den Bogen zu dem anfangs angesprochenen Wortspiel. Denn Batman hatte ihn schon als Kind begleitet und seine Fantasiewelt geprägt. Nun ist er auf bittere Weise mit der Realität konfrontiert worden. Da fragt er etwa in einem Zwiegespräch Batman wo er denn war und ihn nicht gerettet hätte.

Fortan treten immer wieder Figuren aus dem Batmanuniversum auf, welche Dinis inneren Stimmen und derzeitigen emotionalen Zustände wiedergeben. Etwa wenn Eifersucht seinen Geist vergiftet, so tritt Poison Ivy auf, wenn Dini seine Verletzungen im Spiegel betrachtet sieht er Two-Face. Wenn ihm immerhin Galgenhumor hilft, so tritt Harley Quinn auf den Plan. Doch zentral sind natürlich Batman und der Joker. Je nach Situation identifiziert er sich mit deren Charakter. Aber Dini nutzt diese fiktiven Charaktere nicht nur als Symbol für seinen eigenen inneren Zustand, sondern schildert auch wie man diese Figuren als Vorbild sehen kann, die einem auch helfen die Situation zu bewältigen.

Der ganze Band ist folglich nicht nur eine Autobiographie, sondern vor allem eine einzige Metaebene über das was einem fiktionale Figuren bedeuten können und worin sie helfen können. Auch abseits von einer Katharsis und einer Realitätsflucht. Diese Geschichte wurde von dem Meisterzeichner Eduardo Risso wunderbar umgesetzt, wobei ihm die realistisch autobiographische Erzählung doch deutlich Fesseln anlegt und er weitgehend auf seine ungewöhnlichen Perspektiven verzichtet.


Fazit:
Der Band ist eine faszinierende Metaebene über das, was fiktionale Figuren einem für das Leben bedeuten können. Zeichnerisch hält sich das Genie Risso erstaunlich zurück, aber die emotionale Wucht kann einen treffen.


Dark Night: Eine wahre Batman-Geschichte - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Dark Night: Eine wahre Batman-Geschichte

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,99

ISBN 10:
3957989655

ISBN 13:
978-3957989659

128 Seiten

Dark Night: Eine wahre Batman-Geschichte bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Metaebene
  • Zeichnungen von Risso
  • Ehrlichkeit des Autors
  • emotionale Wucht
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 29.01.2017
Kategorie: Alben
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