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Comic-Besprechung - Totem

Geschichten:
Totem
Autor: Nicolas Wouters, Zeichner / Colorist: Mikael Ross


Story:
Eigentlich hat der junge Louis genug Probleme. Schließlich ist sein kleiner Bruder sehr krank. Damit seine Eltern allerdings etwas Luft bekommen, schicken sie Louis in ein Sommercamp der Pfadfinder. Hier sieht sich Louis aber nicht nur mit den anderen Jungen konfrontiert, sondern auch mit archaischen Ritualen und seinem Totem.


Meinung:
Die Graphic Novel Totem ist ein wundervoller und bedrückender Band, bei dem schon das erste Bild den Betrachter schockt. Man sieht einen Jungen auf einer Bahre liegen und jeder Hintergrund ist ausgespart. Sieht man hier etwa die Leiche eines Jungen, der noch nicht einmal die Pubertät erleben durfte? Was für ein schauerlicher Einstieg. Die Erleichterung erfolgt aber sogleich, da man ein Spiel sieht, das dann aber verhängnisvoll endet. Nach dem Schock folgt die Erleichterung, um dann nur wieder durch einen Schock abgelöst zu werden, der nach der vermeintlichen Atempause umso erschütternder ist.

Schon jetzt ist man von der Graphic Novel gefangen und hat ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Dann geschieht ein inhaltlicher Sprung und die Hauptfigur ist in einem Pfadfinderlager, während dessen Bruder um sein Leben kämpft. In diesen Wäldern gibt es dann eine Coming of Age Geschichte in dem Sinne, dass man sich von der Kindheit verabschiedet und erkennen muss, dass nicht alles ein Spiel ist.

Es ist schon geschickt, wenngleich auf den ersten Blick verwunderlich, dass ausgerechnet eine Pfadfindergruppe als Umgebung für die Reifung gewählt wird, aber es ist logisch. Nicht nur das die Hauptfigur hier andere, auch ältere Jungen trifft und von ihnen geprägt wird, also entwicklungspsychologisch gesprochen die Peer Group, sondern es sind die Rituale welche hier eine große Rolle spielen. Man kann sie nämlich wie bei den Naturvölkern als animistisch auffassen und gleichzeitig stellen sie eine Initiation dar, wie sie seit Jahrtausenden getätigt werden, nur durch zivilisiertere Aspekte wie etwa die Kommunion oder die Konfirmation abgelöst worden sind. Letztere beiden stellen ja die Aufnahme der Heranwachsenden in die christliche Gemeinde dar. Hier geht es aber um ein Totem, welches natürlich animistische Glaubenssysteme aufgreift. Ein Totem ist etwas, was einen das Leben lang begleitet und einen Teil des Charakters der Person widerspiegeln soll. Es droht aber auch die Gefahr, dass das Totem die Macht übernimmt und das Wesen des Trägers vereinnahmt.
Ein Totem soll den Helden vor sich, als Ermahnung der grundlegenden Charaktereigenschaft zu folgen, und vor der Welt schützen. Hier steht es aber auch vor allem für die Flucht vor der Realität und das man lieber ganz Instinkt ist und nur so sich ausleben kann. In dieser Form kann man seine Gefühle verarbeiten die einen innerlich zerfressen.

Es ist sehr gut, dass hier keine Figurenklischees vorkommen und auch die vermeintlichen Unsympathen durchaus positive Züge gewinnen und vielschichtiger sind als man zuerst denkt. Ähnlich geht es dem Inhalt, der nahtlos zwischen Traum und Realität wechselt und die harte Wirklichkeit des Helden mit dem Übernatürlichen verbindet. Man nimmt diese Wendungen der Geschichte und den Zeichnungen ab, da die Farbgebung diesen Wechsel möglich macht und glaubhaft wirkt, denn alles ist märchenhaft und von Anfang an unwirklich. Vor allem wenn man der traurigen Wahrheit nicht in das Gesicht sehen will. Sehr gut.


Fazit:
Eine wunderbare, märchenhafte, düstere, bewegende und schockierende Coming of Age Geschichte die nach dem Lesen noch einige Zeit nachhängen wird.


Totem - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Totem

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 29,95

ISBN 10:
3945034523

ISBN 13:
978-3945034521

128 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Geschichte
  • vielschichtige Symbolik
  • realistische Charaktere
  • Zeichnungen und Farbgebung
  • starker Einstieg
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 05.12.2016
Kategorie: Alben
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