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Comic-Besprechung - Lazarus 3

Geschichten:
Konklave

Text: Greg Rucka

Zeichnungen: Michael Lark (unter Mithilfe von Tyler Boss)

Farben: Santi Arcas


Story:
Nachdem der letzte Band von Lazarus einen erzählerischen Abstecher wagte und den Hauptstrang der Geschichte verließ, nimmt der dritte Band den roten Faden des ersten Bandes wieder auf. Jonah Carlyle ist auf der Flucht. Die Intrigen seiner Schwester Johanna und seine eigene Gier nach Macht und Einfluss haben ihn aus den Armen seiner mächtigen Familie getrieben. Sein Fluggerät stürzt unmittelbar hinter der Territoriumsgrenze seiner Familie auf dem Gebiet der mit ihnen verfeindeten Sippe der Hocks ab. Dort bittet er um Asyl. Jedoch statt respektvoll empfangen zu werden, wird er niedergeschlagen und in eine Zelle gesperrt – Jonah wird zum Gefangenen und zum Austauschobjekt. Die Regeln, die sich die Familien, die die Erde beherrschen, gegeben haben, besagen, dass in einem solchen Fall – zur Abwendung eines offenen Konfliktes – ein Konklave einberufen werden kann. Malcom Carlyle, Oberhaupt der Familie Carlyle, beruft ein solches Konklave ein, und das Treffen findet in einer Unterkunft – einer Bohrinsel nicht ganz unähnlich – mitten auf der Nordsee statt. Hier brechen Feindschaften auf, Freundschaften werden erneuert, und auch Liebe, beispielsweise zwischen Forever und Joacquim, findet sich fernab jeder Küste. Im Wesentlichen wird hier über technischen Fortschritt und die Möglichkeit der Unsterblichkeit verhandelt. Aber Malcom Carlyle will nicht erpressbar sein. Er schickt Forever aus, damit diese Jonah, ihren Bruder, tötet. In einem großen Showdown, der nicht ohne einen dramatischen Cliffhanger endet, stehen sich die verfeindeten Parteien gegenüber.


Meinung:
„Oderint, dum metuant.“, so lautet das Motto der Familie Carlyle, in ihrem Wappen verewigt: „Mögen sie (mich) hassen, wenn sie (mich) nur fürchten“ bedeutet es frei übersetzt und stammt von Lucius Accius, einem römischen Tragödiendichter, der aus einer freigelassenen Familie stammt. Eine Familie, die eine Gesellschaft trägt, deren Menschen in Familie, Knechte und Abfall unterteilt werden, hätte sich kein sarkastischeres Motto wählen können. Sie zitieren dort einen Menschen, der nur knapp dem Sklaventum entkommen ist. Aber auf der anderen Seite drückt dieses Motto genau das aus, wofür die Familie steht: Unterdrückung und Furcht.
Es tut der Geschichte gut, dass Greg Rucka den Leser zum Hauptstrang der Geschichte zurückführt. Und wie schon in den ersten beiden Teilen von Lazarus erweist er sich als Meister des Storytellings. Er zelebriert das Alltägliche, lässt seine Protagonisten über die passende Abendgarderobe philosophieren, lässt sie durch eine Fest schweben und schafft es tatsächlich, dass sich der Leser am belanglosen Smalltalk ergötzt.
Das gelingt ihm aber nur, weil er über allem einen Spannungsboden aufbaut, der zwar nicht immer offen zutage tritt, aber allgegenwärtig ist: Ein kleiner Seitenblick hier, eine forsche Bemerkung da. Rucka beschreibt zwar nur Banalitäten, aber er lässt immer mal wieder durchblicken, was sich im Hintergrund eines solchen Treffens abspielt. Ein Sportreporter würde vermutlich sagen: „Das Spiel lebt von der Spannung“ – auch wenn gar nichts passiert. Knapp ein Drittel des Albums plätschert – und dieser Begriff wird der Spannung, die dort herrscht, in keinster Weise gerecht – so dahin. 
Band 3 spielt, wie auch schon die vorangegangenen Alben, mit der Metaebene. Vordergründig eine spannende Geschichte um Machtkämpfe und Intrigen, gibt es eine zweite Ebene, die uns Rucke nur allzu deutlich zeigt. Vergleiche drängen sich auf mit der Zeit, in der wir leben. Hier wie dort kapseln sich die herrschenden Personen von der Allgemeinheit ab. Wenn beispielsweise aus Sicherheitsgründen beim letzten Treffen der G7-Staaten offen darüber diskutiert wurde, warum sich die Regierungschefs nicht fernab jeder Bedrohung auf einer Bohrinsel treffen, dann ist der Schritt zum Konklave bei Lazarus nicht mehr weit. Auch mit der Namensgebung „Konklave“ werden automatisch Parallelen zu elitären, religiösen Zusammenkünften gezogen.
Neben der Haupterzählung sind es immer wieder Forevers Gedanken, die ablenken. Sie stellt sich die immer gleiche Frage: Ist das meine Familie? Diese Frage wird sich auch über die kommenden Bände von Lazarus – auf die man sehr gespannt sein darf – erstrecken.


Fazit:
Der dritte Band von Lazarus macht einfach wieder Spaß. Rucka liebt es, in seine düstere Zukunftsvision Vorgänge und Situationen einzubauen, die aus der Gegenwart bekannt sind. Und er macht das gut – nicht zu direkt und nicht zu plump. Was in den ersten beiden Bänden von Lazarus begann, setzt sich nahtlos im dritten Band fort: Eine spannende Geschichte, in der Zukunft angesiedelt, die einem mitunter ob ihrer Aktualität schockiert.



Lazarus 3 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lazarus 3

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 22,80

ISBN 13:
978-3-95839-220-5

152 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Knüpft an den ersten Band nahtlos an
  • Lazarus-Universum bekommt immer mehr Tiefe
  • Cliffhanger macht Lust auf mehr
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 08.09.2016
Kategorie: Alben
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