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Comic-Besprechung - The Strain - Die Saat Band 2

Geschichten:
The Strain 7 - 11
Autor:
Guillermo del Toro, Chuck Hogan
Skript: David Lapham
Zeichner: Mike Huddleston
Farben: Dan Jackson

Story:
Während sich Dr. Goodweather und Martinez vor den Autoritäten verantworten, oder besser noch, fliehen müssen, breitet sich der Parasit weiter über die Stadt aus und verwandelt die Bürger in blutsaugende Vampire. Als erstes fliehen die Ratten zu Hunderten, ach was zu tausenden aus der Kanalisation, dann verwaisen die Straßen und die Menschen bleiben in ihren Häusern, weil sie glauben ein ansteckender Virus gehe in der Stadt um. Schließlich werden die Nächte unsicher, denn dann strömt etwas ganz anderes aus dem Untergrund. Ephraim, Nora und Setrakian wissen, dass sie die Seuche aufhalten müssen, bevor sie über die Grenzen der Stadt ausbreitet. Das einzige Mittel hierzu ist den Vampirfürsten auszuschalten. Oder etwa nicht?


Meinung:
Die Seuche breitet sich weiter aus. Die parasitären Kreaturen, die sich langsam in der Kanalisation und verlassenen Urlaubsschächten breit machen, sind dabei kaum noch als Vampire zu bezeichnen. Gäbe es da nicht die Hintergrundgeschichte mit dem Vampirfürsten und die Andeutungen in The Strain 2, dass auch eine andere Art von Blutsauger auf den Straßen wandelt, müsste man für die von Guillermo del Toro ersonnenen Figuren einen ganz neuen Namen erfinden.

Die Handlung knüpft da an, wo Band 1 aufhörte. Ephraim, Nora und Setrakian versuchen den menschlichen Handlangern der Vampire zu entkommen und müssen überlegen, wie sie die Stadt vor dem Kommenden warnen können. Dadurch wird auch Ephraims Familie in die Ereignisse gezogen und bald muss die Gruppe erkennen, dass sie aktiv werden und den Vampir Sardu stellen müssen. Ansonsten ist der Plage nicht mehr Herr zu werden.

Auch wenn die Geschichte an ihren Hauptfiguren klebt, erfährt man nicht viel Neues und es geht erstaunlich wenig voran. Gerade bei der Gruppe um Setrakian wird viel Bauchnabelschau betrieben, bis man plötzlich und recht unvermutet dem obersten Plagegeist gegenüber steht. Sehr viel stimmungsvoller sind da die Ereignisse um den Kammerjäger/Rattenfänger Vasiliy Fet, der in die Untiefen der Großstadt abtaucht und dort einige beunruhigende Entdeckungen macht. Die Episoden mit ihm sind das Unheimlichste an The Strain 2, weil man sich gut in die Situation einfühlen kann und man sich selbst in den Schächten und Stollen der Stadt zu verlieren glaubt. Immer wissend, dass das Unheil hinter jeder Ecke lauern kann. Daneben bekommt man auch mit, wie sich die Verbreitung der Seuche auswirkt und was sich alles ändert. Was leider selten genug genauer beleuchtet wird.

Ein Faktor an dem bereits das Buch krankte, dass man wenig mitbekam von den tatsächlichen Vorgängen in der Stadt und dann die Seuche auf einmal nahezu etabliert ist und man sich fragt, wann das bitte geschehen sein soll. Man kann doch menschenleere Straßen und den Arbeitsausfall hunderter Menschen nicht mit einem unbekannten Virus erklären, ohne dass in einer Millionenstadt, sagen wir mal, totale Panik ausbricht. "Calm like hindu cows" würde Tyler Durden dazu sagen. Leider folgt auch der Comic diesem Pfad und man kann es kaum glauben, dass mit den 124 Seiten des zweiten Bandes der erste Handlungsstrang tatsächlich vorbei ist. Das kam vielleicht angesichts der Bekanntheit der Handlung nicht überraschend, aber doch verdammt schnell.

Darunter leiden tut nicht nur die Glaubwürdigkeit des Szenarios, sondern auch die Charakterentwicklung, die eindeutig zu kurz kommt. Mühte sich Band 1 teilweise noch ausführlich mit der Geschichte Setrakians und auch des Obervampirs ab, erfolgt jetzt die Charakterisierung des weiteren Ensembles im Schnelldurchlauf, ohne dass substantiell mehr dabei herauskommt, als was bereits aus Band 1 bekannt war.

Und wo der Aufbau von Stimmung leidet, leidet auch zumeist der Grusel. Geben wir es zu, im Medium Comic ist das eigentlich nie zu erreichen, aber wenn zumindest ein leichtes Kitzeln zu spüren ist, ist dies zu einem enorm großen Teil Mike Huddleston zu verdanken, der wirklich einen Pakt mit den Schatten gemacht zu haben scheint. Manchmal könnte er mit etwas mehr Subtilität arbeiten und das Tempo rausnehmen, statt "in your face", aber The Strain ist nun mal nicht klassische Horrorkost, sondern eben ein (etwas zu) temporeicher Vampirschocker mit Ambitionen für die große oder kleine Leinwand.

Jedenfalls nimmt letzteres mehr als konkrete Formen an und ist über das Stadium von Teasern bereits hinaus und wird demnächst über die amerikanischen Bildschirme flimmern. Vielleicht lässt sich die TV-Serie etwas mehr Zeit mit der aufkeimenden Saat. Hierzu hat der Comic erst wieder die Möglichkeit, wenn Das Blut und Die Nacht ihre Umsetzung finden. Der Anfang ist bei Dark Horse bereits gemacht und wartet auf eine Übersetzung.


Fazit:
Die Serie ist temporeicher als ihr gut tut. Als wäre sie selbst von Vampiren getrieben, geht die Geschichte im Schweinsgalopp voran und verliert dabei leider etwas die Stimmung und die Charaktere aus den Augen. Gerade ersteres ist für eine Horrorserie eigentlich enorm wichtig, doch glücklicherweise können hier die düsteren Zeichnungen einiges kompensieren. Dennoch wird hier eher der Roman Die Saat abgewickelt, als das Potential des Stoffes entfaltet. Fürs schnelle Lesen aber ideal.


The Strain - Die Saat Band 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Strain - Die Saat Band 2

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,99

ISBN 13:
978-3-86201-969-4

124 Seiten

Positiv aufgefallen
  • die Saat keimt auf
  • stimmungsvolle Zeichnungen
  • Vampire als Parasiten
Negativ aufgefallen
  • zuviel Tempo, zu wenig Stimmung
  • Vorlage hastig abgewickelt
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
Bewertung
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Rezension vom: 02.07.2014
Kategorie: Hefte
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