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Comic-Besprechung - Stiche

Geschichten:
Stiche
Autor & Zeichner:
David Small

Story:
Er ist sechs, als er seine Umwelt erstmals bewusst wahrnimmt und sich Gedanken um sein Leben macht. Obwohl sein Vater Arzt ist, lebt die Familie bescheiden. Nach außen hin gutbürgerlich wirkend, hat allerdings jeder von ihnen seine Probleme. Sein Vater stürzt sich nachhaltig in die Arbeit als Radiologe und hat nur wenig Zeit für die Familie. Seine Mutter ist schroff und bleibt auch bei ihren Kindern auf Distanz, erfüllt aber ihre Pflichten als Ehefrau. Der Bruder zieht sich immer wieder in den Keller zurück, um seine Trommeln zu bearbeiten. Und er selbst wird immer wieder krank.

Da er es nicht anders kennt, versucht auch der Junge das Beste aus der Sache zu machen – er geht im Krankenhaus auf Entdeckungstour, etwas, was ihn noch mehr durcheinander bringt, fährt mit seiner Mutter brav zu den Großeltern, um dort erstmals mitzubekommen, warum sie eigentlich so anders ist und in Lebensgefahr zu geraten.

Leider wird ein Geschwulst, das an seinem Hals schon seit längerem vor sich hin wächst, nicht weiter beachtet – die Ärzte halten es für eine verstopfte Talgdrüse, die sie nicht weiter behandeln müssen. So wird über Jahre nichts daran getan, bis doch endlich genug Geld dafür da ist, ihn operieren zu lassen.

Zwar erzählt man ihn nichts, aber der zum Teenager herangewachsene Junge bleibt hartnäckig und findet nach und nach selbst heraus, warum die Operation am Hals ihn sogar ein Stimmband gekostet hat. Doch das ist der erste Schritt, sich seiner Familie zu entfremden.



Meinung:
Stiche ist nicht nur die Geschichte irgendeines amerikanischen Jungen aus einer Großstadt in den fünfziger Jahren, sondern die von David Small selbst. Die Graphic Novel kam schon letztes Jahr heraus, erscheint aber nun noch einmal in einer kostengünstigeren Paperback-Ausgabe.

Aus der Sicht des Kindes, das er damals war, fängt er das Leben in der Zeit nach dem Krieg ein. Unspektakulär aber eindringlich zeigt, er, wie sehr das Leben der Menschen vom Fortschrittsglauben geprägt ist, das Radioaktivität als Allheilmittel betrachtet wurden und Ärzte noch Halbgötter in Weiß waren, die man nicht in Frage stellt.

Zudem wird deutlich, wie wichtig es zu sein scheint, ein möglichst gutbürgerliches Verhalten im Umgang mit anderen Menschen an den Tag zu leben, sich so zu benehmen und zu leben, wie es die Öffentlichkeit erwartet – auch wenn man selbst massive Probleme hat und weit davon entfernt ist, normal zu sein. Der Leser erfährt zusammen mit der Hauptfigur nach und nach die Geheimnisse der Familie – ist nur gelegentlich dem Helden ein wenig voraus, was das Verständnis angeht.

Spannungsmäßig plätschert die Geschichte eher dahin, es gibt keine wirklich dramatischen Momente. Dennoch hat die Graphic Novel keine Längen, weil sie sehr intensiv auf die Gedanken und Träume der Hauptfigur eingeht, zum Nachdenken und Mitfühlen anregt. Auch wenn nur selten etwas explizit gesagt wird, man erkennt doch die Tragweite von Äußerungen und Gesten für die Figuren.

Allerdings muss man sich schon auf solch intensive Charakterstudien einlassen und sich zudem ein wenig mit der damaligen Zeit beschäftigt haben. Sonst wird einiges einfach nur unverständlich und verliert an Aussagekraft, weil man die Hintergründe nicht kennt.



Fazit:
Stiche ist eine sehr persönliche Graphic Novel, die vor allem ältere Leser ansprechen dürfte, weil man doch schon ein wenig Wissen über die Zeit, in der die Geschichte spielt, haben sollte, um wirklich intensiv in die Geschichte eintauchen zu können.

Stiche - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Stiche

Autor der Besprechung:
Christel Scheja

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 14,90

ISBN 13:
978-3551713735

336 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Eine intensiv erzählte persönliche Geschichte
  • Lebendige und immer wieder überraschende Figuren
Negativ aufgefallen
  • Der Leser sollte sich in die damalige Zeit versetzen können, um alles zu verstehen
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Rezension vom: 20.05.2014
Kategorie: One Shots
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