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Comic-Besprechung - Graphic Novel paperback: Die Sache mit Sorge

Geschichten:
Die Sache mit Sorge. Stalins Spion in Tokio

Autor / Zeichner: Isabel Kreitz


Story:
Dr. Richard Sorge ist ein Journalist, der für deutsche Zeitungen aus Japan berichtet. So scheint es zumindest, denn Sorge ist viel mehr noch ein Spion der für die Sowjetunion die japanischen und deutschen Pläne herausfinden soll. In der Tat gelingt es ihm, Hitlers Pläne für das Unternehmen Barbarossa, den Überfall auf die Sowjetunion, zu erfahren. Doch Stalin glaubt ihm nicht.


Meinung:
Die deutsche Zeichnerin Isabel Kreitz hat unverkennbar ein Faible für historische Stoffe. Wobei diese eher zeitgeschichtlich orientiert sind und sich nicht in ferne Epochen vorwagen. So kann sie deutlich von Settings profitieren, die bekannt sind und nicht, wie etwa das Innere von Burgen, noch erfunden werden müssen. Gerade deutsche Episoden haben es ihr angetan. Seien es nun die Adaptionen von Peter Timms Die Entdeckung der Curry-Wurst oder Erich Kästners Der 35. Mai oder die herausragende Zusammenarbeit mit Peer Meter, die zu Haarmann führte: allen gemeinsam ist die Betrachtung eines Teilaspekts der deutschen Geschichte. Wobei die Historie an sich nicht im Vordergrund steht, sondern mehr noch die Figuren und wie sich diese Personen in ihrer jeweiligen geschichtlichen Periode zurechtfinden.

So hat Kreitz mit Die Sache mit Sorge ein eigenes Skript bebildert, was ganz in diese Linie passt. Wobei ihr stellenweise auch nichts anderes übrig bleibt als die Charaktere in den Mittelpunkt zu stellen. Denn bei historischen Tatsachen, um die es hier ja geht, ist es oft bekannt wie sie ausgegangen sind. Deswegen ist die Spannung eher auf dem Weg zu finden denn beim Ziel. Es kann keine großen Überraschungen und Wendungen geben, welche den Leser faszinieren, da alles nachprüfbar ist. Es sei denn, man nimmt sich faktische Freiheiten, was Kreitz nicht tut.

Was aber dann tun? Wenn das Ergebnis feststeht, die Tatsachen bekannt sind und somit keine wirkliche dramaturgische Spannung entstehen kann? Wie schon erwähnt: Kreitz stützt sich auf die Charaktere und wie sie von ihrer historischen Epoche geprägt werden und wie sie versuchen zurechtzukommen. Da wird eher ein Psychogramm eines Spions entworfen denn geschildert wie er seiner Tätigkeit nachgeht. Der ganze Aufbau seines Rings, wie er Informanten bekommt, wie die Informationen bewertet werden: all das wird bei Richard Sorge nicht erzählt. Stattdessen wird er selber in den Mittelpunkt gestellt und anhand seiner Tätigkeiten und Reaktionen der Druck der auf einem Spion lastet offenbart.

Das gerät atmosphärisch sehr dicht, da diese kontinuierliche Spannung des Spions an den Leser weitergegeben wird und man den Atem anhält, wenn Sorge betrunken gegen Hitler wettert. Aus solchen Momenten wird die Spannung gezogen, denn Kreitz erzählt abseits von allen Agentenklischees. Was einerseits bedauerlich ist da dadurch keine Action und demnach keine dramaturgische Spannung vorliegt, aber andererseits das Klima und die Charaktere in den Vordergrund stellt. Durch die detaillierte Schilderung der Situation der deutschen Enklave in Tokio während des Krieges wird ein ganz anderer Blick gefunden und deutlich gemacht, das abseits der politischen und historischen Bedeutung von Personen diese eben auch Menschen mit allen Fehlern und Schwächen sind.

Zeichnerisch sind leider die Gesichter nicht immer auseinanderzuhalten, was für einige Verwirrung bei der Lektüre sorgt und manchmal selbst die Japaner nicht von den Westlern unterscheidet. Aber durch den geschickten Einsatz von Schatten wird die passende Noir-Atmosphäre geschaffen die eine Geschichte über Spionage braucht. Nur selten werden die Panels richtig erhellt, was eine fortwährende Bedrückung erschafft und verdeutlicht wie eingeschränkt die Handlungsmöglichkeiten der Personen aufgrund ihrer Situation sind. Und das das Schicksal mancher schon feststeht.

Fazit:
Abseits aller Agentenklischees gelingt es Isabel Kreitz allein schon aufgrund ihres Stils eine Noir-Atmosphäre zu schaffen die für Spannung sorgt. Da die historischen Tatsachen bekannt sind, konzentriert sie sich auf die Charaktere und schafft somit ein faszinierendes Sittenbild und wie sich Menschen in schwierigen Situationen verhalten.

Graphic Novel paperback: Die Sache mit Sorge - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Graphic Novel paperback: Die Sache mit Sorge

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 9,99

ISBN 10:
3551713715

ISBN 13:
978-3-551-71371-1

256 Seiten

Graphic Novel paperback: Die Sache mit Sorge bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Erzählperspektive
  • Atmosphäre
  • zeichnerisch Noir-Stimmung hergestellt
  • keine Agenten-Klischees
Negativ aufgefallen
  • Gesichter verwechselbar
  • keine Spannungsdramaturgie
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Rezension vom: 14.05.2014
Kategorie: Alben
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