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Comic-Besprechung - Das Land, das es nicht gibt

Geschichten:
Das Land, das es nicht gibt
Autor und Zeichner:
Peter Auge Lorenz


"Herr Lorenz erzählt". Mit dieser kurzen Unterschrift am Ende des Bandes lässt sich gut zusammenfassen, was dem Leser in "Das Land, das es nicht gibt" geboten wird. Peter Auge Lorenz schildert in mehreren Kapiteln seine Kindheits- und Jugendjahre, angefangen bei Kriegsspielen im Luftschutzkeller, über Erlebnisse in teuren Cafés bis hin zur Ableistung des Wehrdienstes in der NVA.

Die unbeschwerten Kindheitstage sind gefüllt mit Soldaten-Spiele und dem Bau von harmlosen Sprengladungen. Dass es beim Rumtoben auch mal die eine oder andere Verletzung geben kann, wird von Lorenz anschaulich geschildert. Den größten Teil des Bandes nimmt das Kapitel "18 Monate bei der Asche" ein, welcher im Rahmen einer 24-Stunden-Comic-Action entstanden ist. Der Autor erzählt hier von seiner Einberufung in die NVA, vom Verhältnis der Soldaten untereinander und von der theoretischen Ausbildung. Alles spielt sich folglich im Inneren der Kaserne ab, militärische Übungen und Einsätze werden nicht geschildert, so dass es hier eher gemächlich ohne viel Action zugeht. Dennoch sind diese Erzählungen recht unterhaltsam, weil der Autor seinen Blick eher auf Details richtet und keine altbekannten Stories nacherzählt.

Ist die Militärzeit geprägt von emotional aufgeladenen Momenten, so kommen die jungen Jahre ziemlich unbeschwert daher. Hier zeigt Lorenz sogar, wie eine Erbsenpistole oder eine Zwille (Berlinerisch "Katschi") gebaut wird, was wirklich unterhaltsam ist. Gerade diese Nebensächlichkeiten, wie die Baupläne, werten den Comic ungemein auf. Hier wird nicht mit einem sentimentalen Blick in die Vergangenheit geguckt, stattdessen zeigt Lorenz, wie die Kindheit in der DDR in den 70iger Jahren aussah. Dabei übermittelt der Autor auch offensichtliche Widersprüche im System oder der stupide Drill in den Kasernen gegen den böswilligen Klassenfeind. Angesichts des durchweg unterhaltsamen Inhalts ("So war das damals!") kann man nur hoffen, dass der "Militär-Ausgabe" noch weitere Bände folgen.

Bereits beim Cover fällt der etwas ungelenke Strich auf, welcher eher Mittel zum Zweck ist. Folglich bietet dieser Comic keine Szenen zum lange Verweilen, sondern vielmehr auf den Inhalt fixierte Grafiken, bei denen Hintergründe oder komplexe Darstellungen weitestgehend fehlen. Eine Farbgebung existiert ebenfalls nur im begrenzten Umfang. Sind die ersten beiden Kapitel noch durch eine starke Farbwahl gekennzeichnet, so wird selbige im 24-Stunden-Comic, welcher den größten Teil des Heftes einnimmt, auf braune Farbtöne begrenzt. Wirklich störend ist dies jedoch nicht, handelt es sich doch hierbei durchweg um Rückblicke, wodurch die zurückhaltende Kolorierung auch ihre Berechtigung bekommt.

Diese Ausgabe enthält somit einige unterhaltsame Kapitel über die Erlebnisse des Autors in der DDR, angefangen in der Kindheit bis zur Einberufung in die Armee. Dieses Selbstportrait mit Fokus auf das militärische Interesse oder, im zunehmenden Maße, Desinteresse sorgt beim Leser für durchweg hohen Lesespaß, welcher nur durch die einfach strukturierten Zeichnungen und dem begrenzten Umfang gemindert wird.

Das Land, das es nicht gibt - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Das Land, das es nicht gibt

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
jaja Verlag

Preis:
€ 10,00

ISBN 13:
978-3-943417-27-2

48 Seiten

Das Land, das es nicht gibt bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • autobiografische Erzählung über die Kindheits- und Jugendjahre
  • "Bauanleitungen" für Zwillen, Schnippsgummi u.ä.
Negativ aufgefallen
  • einfach gehaltene Grafik ohne Details oder komplexe Hintergründe
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 26.01.2014
Kategorie: One Shot
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