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Comic-Besprechung - Before Watchmen: Dr. Manhattan SC

Geschichten:
Before Watchmen: Dr. Manhattan (Before Watchmen: Dr. Manhattan 1-4)

Autor: J. Michael Straczynski
Zeichner: Adam Hughes
Colorist: Laura Martin


Story:
Jon Osterman wurde durch einen Unfall zu dem allmächtigen Dr. Manhattan, der sich frei durch Raum und Zeit bewegen kann. Da er alle Zeitlinien und Realitäten überblicken kann, fragt er sich, warum er nie weiter zurück gereist ist, als bis zum Zeitpunkt seiner Entstehung. Als er die Reise dann unternimmt, hat es schwer wiegende Folgen.


Meinung:
Die letzte Graphic Novel mit den Prequels zu den Watchmen, der nächste angekündigte wird Kurzgeschichten enthalten, ist kein Superheldencomic im eigentlichen Sinne und entfernt sich somit auch von den anderen Teilen. Before Watchmen: Dr. Manhattan enthält sich aller gängigen Superheldenzutaten und ist somit etwas ganz anderes. Da gibt es nicht einen normalen Mann, der durch einen Unfall Stärke gewinnt und erst lernen muss mit ihnen umzugehen. Da gibt es keine psychologische Auslotung was ihn dazu treibt das Verbrechen zu bekämpfen, da gibt es keine Schlüsselmomente, die ihn zu dem Geschehen hintreiben was dann in den legendären Watchmen erzählt wird.

Das alles gibt es  nicht und es kommt doch vor. Wie kann das sein? Es ist ja schließlich ein großes Paradox. Und genau darum geht es. Hier wird kein Superheldenabenteuer erzählt, in dem ein Schurke bekämpft wird und der Origin der Figur ist ja bereits bekannt, wird hier aber nochmal erzählt und doch nicht. Denn der ganze Band ist wie eine Illustration zu der Quantenphysik. Das Phänomen von Schrödingers Katze kommt nicht nur öfters vor in dem Band, sondern ist auch das zentrale Thema. Der Beobachter verändert durch den Akt des Beobachtens die Realität. Was für jeden Wissenschaftler eine Crux ist, hat für den allmächtigen Dr. Manhattan sehr schwerwiegende Aspekte. Da der blauhäutige Mann durch die Zeit reisen kann, verändert er ungewollt diese, indem er beobachtet. So verändert er seine eigene Vergangenheit und schafft ein neues Taschenuniversum. Oder besser: gleich mehrere. Denn jede Entscheidung die man trifft, lässt eine andere Realität entstehen, in der man die andere Entscheidung getroffen hat. Dr. Manhattan wird hier nicht in irgendwelchen Kämpfen geschildert, was auch langweilig wäre da er gottgleiche Kräfte hat, sondern es wird mit wissenschaftlichen Hintergründen sein Charakter analysiert. Denn er wollte immer nur was reparieren und es ist ein schönes Symbol das ausgerechnet eine Uhr dabei sehr widerspenstig ist, denn die Zeit an sich kann man nicht reparieren. Und das ist das erstaunliche gegen Ende: Manhattan erkennt, das er sich selber Grenzen auferlegen muss und alles führt zu dem was in den Watchmen erzählt wird. Die selbstauferlegten Grenzen und der Verzicht auf den freien Willen angesichts der enormen Macht, ermöglichen Ozymandias erst die Verwirklichung seines Planes.

Das ist alles sehr geschickt konzipiert und es macht auch Sinn kein Prequel im definitorischen Sinne zu erzählen, denn ist das sinnvoll bei einer Figur, die keine Vergangenheit hat weil sie zwischen Realitäten und innerhalb der Zeit hin und her springen kann? Bei einem Wesen, das alles gleichzeitig wahrnehmen kann, gibt es Begriffe wie Zeit nicht. Aber gerade durch einen Fehler erkennt es seine eigene Zerstörungskraft und macht ihn betroffen.
Diese psychologische Analyse abseits von allen Heldenklischees macht den Band sehr faszinierend. Allerdings auch etwas anstrengend, denn so mancher wird sich bei den theoretischen und wichtigen und faszinierenden Aspekten der Quantenphysik überfordert fühlen.

Graphisch ist das alles sehr gut umgesetzt und es wird nicht nur mit dem Panel- sondern auch mit dem Seitenaufbau experimentiert, um zu veranschaulichen, was es für Sichtweisen und Realitäten und Möglichkeiten gibt. Da muss man schon sehr konzentriert sein, wird aber mit einem sehr faszinierenden und überraschenden Abenteuer belohnt.

Fazit:
Faszinierend und überraschend auch deswegen, weil sich dieses Prequel, was eigentlich keines ist, allen Superheldenklischees verweigert. In einer anstrengenden aber anregenden Charakteranalyse wird viel Bezug auf die Quantenphysik genommen, so dass eine konzentrierte Lektüre wichtig ist. Einer der besten Bände der Reihe.

Before Watchmen: Dr. Manhattan SC - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Before Watchmen: Dr. Manhattan SC

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,99

ISBN 10:
3862014851

ISBN 13:
978-3862014859

114 Seiten

Before Watchmen: Dr. Manhattan SC bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • keine Klischees
  • kein Prequel im eigentlichen Sinne
  • Charakterstudie mit wissenschaftlichen Aspekten
  • experimenteller Panel- und Seitenaufbau
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 31.12.2013
Kategorie: Before Watchmen
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