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Comic-Besprechung - Machs gut, Chunky Rice

Geschichten:
Good bye, Chunky Rice
Autor/Zeichner:
Craig Thompson


Story:
Chunky Rice und Dandel sind die besten, wirklich die allerbesten Freunde. Sie verbringen die meiste Zeit miteinander und gehen oft an den Strand um Sandburgen zu bauen oder dem endlosen Meer zuzuschauen. Eines Tages ist es aber soweit, Chunky Rice ist seinem Heim entwachsen und muss Abschied nehmen von seiner besten Freundin. Er steigt auf den Kutter von Charles, dem Bruder seines Wohnungsgenossen Salomon, einem etwas einfältigen, aber liebenswerten Kauz, dessen Herz im Grunde größer ist, als sein Verstand. Auf dem Boot begegnet Chunky Rice neuen Bekannten und erlebt die Unbill des Meeres, kann aber nie aufhören an das zu denken, was er zurück gelassen hat. Und Dandel geht es nicht anders.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Auch die inzwischen groß gewordenen haben einmal klein angefangen. Während Craig Thompson dank Habibi (ebenfalls) bei Reprodukt als einer der bedeutendsten Zeichner und Autor gehandelt wird und er zuvor mit Blankets (Überraschung ... ebenfalls bei Reprodukt) einen modernen Klassiker des Comic auf den Markt brachte, machte er sein Debut in der Szene mit Mach’s gut, Chunky Rice (wer hätte es gedacht ... jetzt ebenfalls bei Reprodukt). Drei Werke und schon wird er gehandelt, als bestünde der Mann aus purem Platin. Wer hätte das damals gedacht, als er bei Dark Horse noch die Logos und Spielzeugverpackungen illustrierte?

Genug Preise hat der Mann inzwischen eingeheimst und natürlich hat er für Mach’s gut, Chunky Rice ebenfalls einen erhalten. Es ist die Geschichte einer Freundschaft, die auseinandergeht, Verlust und Neubeginn liegen dicht beieinander und sind die tragenden Säulen eines Debüts voller Melancholie und gelegentlich auch Schwermut. Die kleine Schildkröte Chunky Rice muss das ihr lieb gewonnene Heim und, was viel schwerer wiegt, seine beste und allerallerliebste Freundin Dandel (eine Maus übrigens). „Du bist die Blume, die zu groß geworden ist und die umgetopft werden muss, damit sie weiter wachsen kann“, sagt sie eines Tages beim gemeinsamen Spielen am Strand. Und so gehören auch das unausweichliche Erwachsenwerden und die Dinge, die man dabei zurück lässt zu den Themen des Comics.

Das Gegenstück zu den beiden Freunden sind die siamesischen Zwillinge Livonia und Ruth, die ewig aneinander gebunden, aber dadurch auch nicht glücklicher sind, weil ständige Verbundenheit auch ihre Schattenseiten haben kann. Chunky Rice und Dandel sind zwar getrennt und auch traurig darüber, aber weiterhin über ihre Herzen verbunden, die aneinander hängen. Wie man sieht haben auch die Nebenfiguren so ihre Last zu tragen, wie etwa der etwas minderbemittelte Salomon, der Chunky Rice Haus und Hof bietet. Seine Beziehung zu seinem Bruder ist mehr als brüchig und auch im Erwachsenenleben davon geprägt, das der eine es dem anderen nie recht machen konnte. Zum Glück findet er den verletzten Vogel Merle, den er gesund pflegt und aufpäppelt. Sie wird sein bester Freund, aber oh weh, was passiert, als der Flügel verheilt und Merle wieder fliegen kann. Verlust, Abschied, Sehnsucht, Trauer, Suche nach Geborgenheit, Suche nach der inneren Heimat.

Alles ernste Themen, weshalb man sich von den niedlichen Figuren und den manchmal tapsigen Charakteren nicht täuschen lassen sollte. Im Laufe des Bandes erfährt man viel, was tief blicken lässt und den Protagonisten eine emotionale Komplexität verschafft, die manche Comics auf hunderten Seiten nicht zu kreieren vermögen. Passend hierzu wurde die Umgebung gewählt, den ein Gutteil der Handlung spielt mit dem Fakt, dass das Meer nahe ist. Auch unter dessen Oberfläche, die mal ruhig mal brodelnd sein kann, spielt sich viel ab, was dem Betrachter verborgen bleibt, aber nicht weniger  bedeutsam ist (wenn nicht im Grunde sogar wesentlich bedeutsamer), als die Dinge die sich oberhalb abspielen.

Kräftige Schwarz/Weiss-Zeichnungen saugen einen ebenso in den Comic, wie das weiße Papier die Tinte aufgesogen haben muss. Es muss einen verwundern, dass Mach’s gut, Chunky Rice Craig Thompson Erstlingswerk, ich wiederhole: Erstlingswerk ist, so ausgereift und versiert wirkt manchmal seine Zeichentechnik. Damit ist nicht nur gemeint, dass er ein guter Zeichner ist, der ansprechende Figuren und Szenarien erschafft. Nein, insbesondere die Technik, der Aufbau von Seiten und Panelen, die Verbindung von Hintergründen und die Verquickung von Gezeigtem (beziehungsweise ungezeigtem bei Emotionen) und den Zeichnungen, gelingen formidabel und lassen glauben, Craig Thompson habe nie etwas anderes gemacht. Das geht weit über das hinaus, was man als „spielen mit dem Medium“ oder „sich einmal austesten“ bezeichnen könnte. Und man will sogar sagen, man höre und staune, dies gelingt ihm sogar besser als in seinem nachfolgenden Werk Blankets. Aber darüber kann man trefflich streiten ... und wird es auch, aber dazu wird man besser im Internet fündig.

Kein Wunder also, dass Mach’s gut, Chunky Rice in der Verbindung von Thema und Graphik einen emotionalem Kern anrührt, der die Geschichte nicht nur bedeutsam, sondern auch zeitlos macht. Es sind Erfahrungen, die jeder im Laufe seines Lebens macht, die Protagonisten (so sehr sie auch Cartoon sind) verlieren Dinge, die jeder auf die eine oder andere Weise im Laufe des Lebens verliert und auch sie müssen weiterstreben in eine ungewisse Zukunft auf einem unruhigen Ozean, der die weitere Fahrt nicht erahnen lässt.


Fazit:
Anrührende und traurig-melancholische Geschichte über die Dinge, die wir im Leben manchmal zurücklassen müssen. Ein ausgereiftes Erstlingswerk von Craig Thompson, welches tief in den Emotionen gräbt und einen wehmütig Schmunzeln oder mit Tränen in den Augen lächeln lässt. Eingängiger als die bisherigen Folgewerke, mit zeilosen Erfahrungen gefüllt. So schön können Comics sein.


Machs gut, Chunky Rice - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Machs gut, Chunky Rice

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Reprodukt

Preis:
€ 16,00

ISBN 13:
978-3-943143-07-2

128 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ausgereifter Erstling
  • melancholische Geschichte über das Leben
  • grandiose Zeichenkunst
  • tief emotional
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 07.08.2012
Kategorie: One Shots
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