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Comic-Besprechung - The Boys 10

Geschichten:

The Boys 10: Das Karussell
Autor
: Garth Ennis
Zeichner: Russ Braun, John McCrea, Keith Burns
Colorist: Tony Avina



Story:
Nachdem Mallory Hughie über die Hintergründe der Boys aufgeklärt und vor Butcher gewarnt hat, kehrt Hughie zurück nach New York. Und er kommt gerade recht, denn eines der Mitglieder der Seven, Jack from Jupiter, scheint einen Mord begangen zu haben. Doch alles weist etwas zu offensichtlich auf den Helden hin. Hat jemand etwa ein Interesse daran, die Boys auf Konfrontationskurs mit den Seven zu bringen? Und wer ist dann der wirkliche Mörder? Queen Maeve spielt zudem ein undurchsichtiges Spiel und Hughie entschliesst sich, seiner Freundin Annie reinen Wein einzuschenken.

Meinung:

Nachdem in den letzten Bänden doch etwas die Luft raus war und die Handlung weder vom Fleck kam, noch die vielen Rückblicke und Originstories sonderlich übersichtlich waren, so geht es jetzt wieder endlich etwas voran. Im zehnten Band von The Boys, Das Karussell, wird der Leser zunächst aber verwirrt. Der Anfang ist insofern etwas merkwürdig, da jetzt erst der letzte Teil des vorgehenden Bandes folgt und die   Gründungsgeschichte der Boys beleuchtet wird.

Erstaunlicherweise und mutigerweise kratzt Garth Ennis hier etwas vorsichtig an einem Mythos, an dem er selber oft mitgestrickt hat: an dem der Special Forces und Einsatzkräfte die aus einem Haufen von Individualisten zusammen gesetzt sind wie etwa Das dreckige Dutzend. Indem er das als unrealistisch und gefährlich kritisiert und in den Bereich der Popkultur verordnet, dekonstruiert Ennis im gewissem Sinne sein eigenen The Boys. Denn diese sind ja auch eine Special Force und Individualisten, die für eine bestimmte Mission ein Team bilden. Zudem dekonstruiert Ennis hier weiterhin den Butcher (womit er im letzten Band schon begonnen hatte), indem er ihn gefährlich am Rande des Wahnsinns darstellt. Gegen Ende gerät Butcher denn auch an die Grenze dessen, was er ertragen kann. Manchmal geraten all diese Dekonstruktionen etwas unübersichtlich, besonders bei dem Rückblick, und ist nur sonderlich klar, wenn man alle Bände der Boys hintereinander liest. Ansonsten sagen einem manche Namen nichts mehr.

Der Titel der Hauptstory Das Karussell ist richtig gut gewählt. Auch wenn manche Charaktere nun an der Konfrontation zweifeln mögen und sie nicht sonderlich herbeisehnen, so ist der point of no return doch schon lange überschritten. Der Begriff Karussell impliziert zum einen ein Spielzeug und zeigt, dass gerade die Supies manche Aspekte nicht ernst nehmen. Zum anderen kann man, wenn man erstmal auf das Karussell aufgestiegen ist, nicht mehr herunter. Und so geht es in diesem Band allen Figuren. Alle Charaktere müssen nun bis zuletzt dabei sein. Und zwar nicht nur der ewig zweifelnde Held Hughie und seine Freundin Annie, die beide aufgrund ihrer Liebe zwischen allen Fronten sitzen. Es geht den Superhelden genauso. So ist es hier etwas überraschend, dass der Hauptgegner sich sträubt, die Boys anzugreifen. Denn was tut ein Held ohne Gegner? Eine Konfrontation würde zudem alle finsteren Pläne offenlegen. Generell werden viele Figuren demontiert und auch die weisen Alten, die als Informanten dienten, werden hier nicht mehr als zuverlässig angesehen. Somit bietet Ennis verschiedene Blickwinkel auf Figuren und Geschehnisse und erleichtert somit dem Leser, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Zum größten Teil besteht der Band in der zweiten Hälfte aus einem Kriminalfall, der mit einem Knall endet und in seiner schonungslosen Konsequenz ironisch ist. Denn das, was die Boys und die Seven vermeiden wollten und gemeinsame Anstrengungen dafür unternahmen, wird nun wohl doch eintreten. Wobei hier unklar bleibt, wer die Initiative eigentlich ergriffen hat. Gerade die Heldin Queen Maeve wird immer undurchsichtiger und spannender. Für alle richtigen Fans sei hier eine Warnung gegeben: eine der schönsten Nebenfiguren der Serie und Mitglied der Boys wird hier das zeitliche segnen.

Graphisch ist der Band gut gelungen, hat aber einige Schwächen aufzuweisen. Manche Panels, und gerade zu Beginn einige ganze Sequenzen, wollen nicht so richtig zueinander passen. Als ob etwas beim Druck verrutscht worden ist oder in der letzten Sekunde die Druckfahnen geändert werden mussten. Jedenfalls wirkt es so, als ob die ursprüngliche Planung etwas anders aussah, als es dann realisiert worden ist. Aus Zeitmangel wurden dann wohl nicht alle Panel neu gestaltet und manche inhaltliche und graphische Brüche in Kauf genommen. Aber das ist nur in der ersten Hälfte der Fall. Ansonsten ist dieser Band wieder eine Kaufempfehlung in dieser zuletzt schwächelnden Serie.



Fazit:
The Boys nimmt wieder Fahrt auf. Nachdem die letzten Bände doch arg schwächelten, wird gerade in der zweiten Hälfte mit einem Kriminalfall nicht nur das Tempo erhöht, sondern durch viele Anspielungen Spannung erzeugt. Der Band endet dann auch mit einem Knall und man kann die Fortsetzung kaum noch erwarten.

The Boys 10 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Boys 10

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 10:
3862013561

ISBN 13:
978-3862013562

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Tempo
  • Dekonstruktion eigener Geschichten und Helden
  • Spannung und Blut
Negativ aufgefallen
  • unübersichtliche Rückblenden
  • graphische und inhaltliche Brüche
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Rezension vom: 20.05.2012
Kategorie: The Boys
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