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Comic-Besprechung - Lance Gesamtausgabe 1

Geschichten:

Sundays 1 -77 (05. Juni 1955 – 07. Oktober 1956)

Autor/Zeichner: Warren Tufts

Bonus-Beitrag: „Vorwort“ von Uwe Baumann



Story:

Die Abenteuer des Dragoner-Offiziers Lance St. Lorne spielen in der Zeit von 1834 bis 1948. Es war die Zeit der Eroberung des amerikanischen Westens: Trapper, Soldaten, Indianer, Mexikaner und Cowboys sorgen für abwechslungsreiche Geschichten.

Lance hat genug vom langweiligen Leben als Nachkomme einer reichen Familie und schließt sich der Armee an, um etwas zu erleben. Als Leutnant muss er eine Gruppe aufsässiger Indianer im Zaum halten. Weitere Herausforderungen folgen auf dem Fuss.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Langsam, aber sicher, gehen Bocola die klassischen Eisenherz-Geschichten von Hal Foster aus. Da ist es klug, dass man sich rechtzeitig nach Ersatz oder zumindest ähnlichen Stoffen umschaut, mit denen man die Leserschaft begeistern kann.

Warren Tufts ist vor allem bekannt durch seine Western-Serie Casey Ruggles, die in Deutschland nur an eher schwer zu lokalisierenden Orten abgedruckt wurde, wie z.B. dem Magazin Comicsammler des CCH. Seine Serie Lance, die ebenfalls zum Western-Genre zu rechnen ist, dürfte für die meisten deutschen Comicleser ein unbeschriebenes Blatt sein.

Da trifft es sich gut, dass Bocola zum Beginn des ersten Bandes, der die ersten 77 Sonntagsseiten versammelt, ein ausführliches sechsseitiges Vorwort von Uwe Baumann voran stellt, das keine Fragen offen lässt. Baumann fasst nicht nur alles Wissenwerte über Warren Tufts zusammen, sondern stimmt auch mustergültig auf den Comic ein. Dabei vergisst er nicht, Besonderheiten zu erwähnen, wie z.B. die Experimentierphase mit der Direktkolorierung, der sich Tufts ab Seite 52 für einige Wochen hingegeben hat.

Baumann vergleicht Lance mehrmals mit Prinz Eisenherz und belegt dies auch mit Bildbeispielen. Und in der Tat, so manche Parallele ist verblüffend. Auch wenn Tufts immens begabt ist und einen feinen, detaillierten Strich hat, kommt er natürlich nicht an die einzigartige Klasse des Ausnahmekünstlers Hal Foster heran. Seine Landschaftsdarstellungen haben jedoch eine besondere Klasse, die den Leser faszinierend schwelgend läßt. Das Problem von Tufts war hauptsächlich, dass sein Stern aufging, als der große Boom der Zeitungscomics vorbei war. Auch wenn in den 1950ern der Western überall sehr beliebt war, waren es doch vor allem Geschichten von Cowboys und Indianern im Stile der Abenteuer von Davy Crockett. Lance dagegen hat für jene Zeit ein unglaublich modernes, differenziertes  Indianerbild und darüber hinaus spielen sich bei Tufts Gewaltszenen vornehmlich zwischen den Panels ab und nicht direkt im Bild. Bezeichnend ist beispielsweise die Episode als die weiße Frau Eliza Hackett, von der ihr Mann dachte, sie wäre von Rothäuten entführt worden, freiwillig bei den Indianern bleibt, weil sie dort respektiert wird und das bekommt, was sie braucht.

Lance ist ein Charakter, mit dem man erst warm werden muss. Aber spätestens nach den ersten zehn Seiten findet man sich in der Geschichte zurecht und kann ihren ruhigen Erzählfluss geniessen, bei dem - ganz "Eisenherz-like" - spannende Abenteuer von heiteren Episoden abgelöst werden, um dann wieder mit einem weiteren konfliktreichen Abenteuer fortgesetzt zu werden.

Das Titelbild des ersten Bandes ist etwas unglücklich gewählt. Hier wäre das Cover der spanischen Ausgabe von Manuel Caldas besser, weil atmosphärischer gewesen. Wer einen Comicladen in der Nähe hat, sollte daher den Band aufschlagen, denn bereits die Umschlaginnenseiten zeigen, welche Klasse die Zeichenkunst von Warren Tufts hat. Das Cover schafft dies nicht.

Mit dieser Gesamtausgabe werden sowohl die Sonntagsseiten als auch die Tagesstrips von Lance veröffentlicht. Fünf Bände sind vorgesehen.



Fazit:

Allen Freunden von klassischen Zeitungscomics sei diese Serie wärmstens empfohlen. Lance bietet gehobene Western-Unterhaltung mit historisch eingebetteten Geschichten, die grafisch sehr schön umgesetzt sind. Hier gibt es wirklich noch etwas zu entdecken, das auch die alten Hasen unter den Genre-Fans noch nicht haben dürften. In den heutigen Zeiten, wo immer wieder die gleichen alten Geschichten in neuen Gewändern nachgedruckt werden, will das schon etwas heißen.




Lance Gesamtausgabe 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lance Gesamtausgabe 1

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Bocola

Preis:
€ 17,90

ISBN 13:
978-3-939625-35-3

80 Seiten

Positiv aufgefallen
  • klassischer Western
  • schöne Zeichnungen mit tollen Landschaftsaufnahmen
  • sehr brauchbares Vorwort
  • preiswert
Negativ aufgefallen
  • die Übersetzung versucht krampfhaft US-Slang nachzunahmen und schießt stellenweise unleserlich übers Ziel hinaus
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 16.08.2011
Kategorie: Lance
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