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Comic-Besprechung - Avengers 4

Geschichten:
Ohne Titel (Avengers 4)
Autor:
Brian Michael Bendis; Zeichner: John Romita jr.; Tusche: Klaus Janson ; Farben: Dean White

Ohne Titel (New Avengers 4)
Autor:
Brian Michael Bendis; Zeichner: Stuart Immonen; Tusche: Wade von Grawbadger; Farben: Laura Martin


Story:
„Forward in time“, heißt es für vier Mitglieder des Rächerteams, während der Rest versucht die Gegenwart vor dem Schlimmsten zu bewahren. Wer sich allerdings fragt, wer die besseren Karten in der Hand hat, stellt schon die falsche Frage. Denn während der Trupp in der Zukunft in einer gigantischen Schlacht landet und von einem zukünftigen Iron Man überwältigt wird, taucht in der Gegenwart allerlei an Ungemach auf. Das Geringste darunter sind dabei noch die marsianischen Kampfläufer und der plötzliche in einem blutigen Straßenkampf entbrennende Mob. Viel schwerer wiegt dagegen die plötzliche Ankunft von Galaktus.

New Avengers = noch mehr Weltuntergang? Könnte man beinahe annehmen, schließlich geht es auch bei Luke Cage hoch her, auch wenn seine Gegner nicht so vielseitig sind, wie die der (originalen) Rächer. Gegen eine Dämonenarmee muss man jedoch auch erst mal bestehen. Gerade wenn der Grund für ihr Auftauchen einen unerwarteten und fast profanen Grund hat. Auslöser der Krise war die Jagd nach dem Auge von Agamotto. Wie es scheint ist Dr. Strange an dieses Artefakt nicht mit ganz sauberen Mitteln gekommen. Das rächt sich jetzt. Big time!


Meinung:
Lieber Mister Brian Michael Bendis,

schon seit einiger Zeit unterhalten Sie die Leser mit spannenden Geschichten aus dem Marvel-Universum und werden inzwischen sogar als einer der Architekten desselbigen Kosmos angesehen. Eine nicht geringe Ehre will man meinen und ein glatter Aufstieg an die Spitze für jemanden, der seine Wurzeln eher im Indie-Bereich hat. Manchmal bekommt man sogar das Gefühl es gäbe kaum noch eine Serie, wo Sie nicht irgendwie die Finger im Spiel hatten, sei es auch nur über den Weg eines der letzten, in ihrer Dauer und sukzessiven Abfolge etwas ermüdenden, Mega-Events. Vom Zeichnen sind Sie dabei ja inzwischen ganz weggekommen und widmen sich erfolgreich dem reinen Erdenken von phantastischen Geschichten.

So wie inzwischen auch bei der Avengers-Serie, die in Deutschland zusammen mit den New Avengers veröffentlicht wird. Aber die deutsche Veröffentlichungspolitik wird für Sie nur am Rande interessant sein, dagegen die Aufnahme ihrer Geschichten bei der Leserschaft um so mehr. Einen guten Start haben die Avengers tatsächlich hingelegt. Da wurde geklotzt, statt gekleckert und es reichte sogar mal wieder bei nur einem Heft dabei zu sein. Natürlich gab es einige Verwirrungen im Vergleich mit den Vorgängen bei den New Avengers, aber irgendwie war man bereit diese kleinen Diskrepanzen in Kauf zu nehmen, denn schließlich sollten die beiden Serien vor allem eines, nämlich Unterhalten. Und wirklich das taten sie. Die Bedrohungen waren für beide Teams vom Zeitpunkt Null an eine harte Nuss zu knacken und mal wieder stand nicht weniger auf dem Spiel als das weitere Schicksal der Erde und damit auch der menschlichen Spezies.

Kang, die Nachkommen der Rächer (so heißen die Jungs übrigens in teutonischen Gefilden), Maestro, Apocalypse bei den einen und besessene Superhelden, das Auge von Agamotto, Dämonenarmeen bei den anderen. Was wollte man mehr, schließlich schlug man die Hefte nicht auf, um Artikel aus „Spektrum der Wissenschaft“ zu lesen. Alles also schön und gut, aber müssen es denn jetzt auch Galactus, Ultron und sogar Marsianer sein, um nur ein paar der Neuangekommenen in Ausgabe 4 zu nennen? Jedes Comicmundwerk ist einmal voll, wenn man immer und immer wieder mehr nachgestopft bekommt. Als Konsument ist man aber irgendwann nicht mehr bereit zu kauen, geschweige denn die ganze Angelegenheit zu schlucken, insbesondere wenn die Handlung ihren Nährwert verliert.

Selbstverständlich kann sich sehen lassen, was Sie, Mister Bendis, da alles kredenzen. Doch auch Sie sollten inzwischen langsam bemerken, dass Sie hauptsächlich Schauwerte produzieren und diese eigentlich nichts Handfestes für die Geschichte bedeuten. Im Gegenteil! Davon ausgenommen ist allerdings die Gestaltung ihrer Charaktere, der beliebten Marvel-Superhelden, die Ihnen im Großen und Ganzen gelingt. Wie immer glänzen Ihre Figuren dabei mit ausgesprochener Redseligkeit, auch wenn es da schon extremere Beispiele gab. Doch zwischen diesen kleinen Momenten und den ganz großen klafft eine immer augenfälliger werdende Lücke, der einfach der packende Mörtel fehlt, um sie zusammen zu halten. Nichts für ungut, aber einfach immer größere Gegner auf das Parkett zu schieben, dazu braucht es im Grunde keines Autors, solche Vorstellungen kann jeder Zwölfjährige entwickeln.

Verwunderlich ist diese Diskrepanz schon deshalb, weil der Spagat zwischen Epik und Charakter Ihnen bei New Avengers sehr viel besser gelingt. Nicht nur wirkt die Truppe, trotz ihrer bunten Zusammenwürfelung, homogener, sondern bringt auch genug Bodenständigkeit rüber, damit das Geschehen nicht zu abgehoben wirkt. Die Bedrohung ist relativ genau umrissen und der Gegenspieler halbwegs klar erkannt, ohne dass man dahinter immer weitere, verwirrende Winkelzüge vermuten muss. Im direkten Vergleich also überschaubarer, als bei den Avengers in der ersten Hälfte mit Maestro, Kang, den Rächerkindern, irgendwie auch Ultron und auf einmal einem älteren Tony Stark. Nun gut, das Magierpalaver zwischen Strange, Voodoo und Hellstorm ist auch kein Spannungsgarant, gerade wenn letzterer sein Adrenalin nicht im Griff hat. Bisher kann diese Geschichte aber weitaus mehr überzeugen und ist in ihrer Gänze unterhaltsam genug, um den Leser länger bei Laune zu halten. Vor allem, da sich am Ende das Freund/Feind-Schema noch mal zu drehen scheint. Vielleicht haben Sie sich also bei Avengers einfach zuviel vorgenommen, anstatt wie bei New Avengers möglichst bemüht zu sein die Waage zu halten.

Ein großer Pluspunkt beider Serien (und dieses Lob geht leider, jedoch naturgemäß nicht an Sie) sind natürlich ihre zeichnenden Kollegen. Obwohl man sagen muss, dass John Romita jr. zwar die epischen Momente wirklich ausgezeichnet zu Papier bringt - allein die Splashpage mit den marsianischen Tripods bringt eine ganz eigene Qualität in den Comic - bekommt man ab und an den Eindruck, es hapert etwas an der Ausarbeitung der kleineren Details und eher leisen Töne. Eigenwillig war John Romitas Zeichenstil ja schon immer, aber wenn man Feinheiten vermisst oder nicht erkennt, was beispielsweise durch eine Schaufensterscheibe geschmissen wird, wünschte man sich als Leser etwas mehr Aufmerksamkeit für die Zeichnungen.

Aber hier wird auf hohem Niveau gejammert, ebenso, wie man es auch bei Stuart Immonen  nicht anders könnte, der allerdings eine durchgehend hervorragende Arbeit abliefert, die zu gleichen Teilen einen sehr realen, aber auch extremst dynamisch Eindruck hinterlässt. Mag man bei Romita jr. noch kleinere Qualitätsverluste erspüren, so zeugt New Avengers von einem durchgehend aufmerksamen Strich, der sehr detailliert ist und sich zugleich an aufregenden Perspektiven versucht. Gerade diese Vielseitigkeit der Komposition ist kein einfaches Unterfangen und dass Stuart Immonen sie so scheinbar ohne Mühe zu bewältigen weiß, ist echter Bewunderung wert. Da versteht jemand sein Handwerk.

Diese kleine Abschweifung, um Ihre Kollegen zu würdigen, sei gestattet, Mister Bendis, denn schließlich sind Geschichte und Zeichnungen ein Gesamtpaket. Man kann sie zwar unterschiedlich betrachten und bewerten, das Eine ohne das Andere geht jedoch kaum. Und aktuell, also für die vierte Ausgabe von Avengers, ist es nun einmal so, dass ihr Part etwas hinter der Arbeit der anderen zurückzustehen beginnt. Graduell, aber ein Trend ist jedenfalls erkennbar. Zumindest zum größten Teil bei der Haupthandlung der (alten) Rächerabenteuer.

Hoffentlich stimmt Sie diese leise Kritik nicht allzu missmutig und hält Sie vor allem nicht davon ab weiterhin Geschichten aus dem Marvel-Universum zu erzählen. Sie sollte vielmehr dazu ermuntern das möglichste Maximum an Unterhaltung aus Ihren Geschichten herauszuholen. Davon profitieren nicht nur Sie als Autor, Mister Bendis, sondern gerade auch die Leser.

Und um es im Sinne Stan Lee’s zum Abschluss zu bringen

Excelsior!


Fazit:
Die Geschichte um die Avengers zeitigt erste Ermüdungserscheinungen. Große Klötze kann jeder stapeln, jedoch bleibt das „Wie“ das Entscheidende. Da muss sich noch erweisen, wie gut durchdacht der Autor seine Geschichte angelegt hat. Zu lange sollte er mit dieser Enthüllung nicht mehr warten. Ganz anderes gilt hier für die zweite Hälfte um die New Avengers, die einen sehr viel solideren Brian Michael Bendis zeigt. Warum nicht auch so im ersten Teil? Zwischenstand soweit: Zeichner: top, Autor: so lala.


Avengers 4 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Avengers 4

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 4,95

ISBN 10:
4-192193-204955-04

52 Seiten

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Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen können immer wieder überzeugen
  • zweite Hälfte mit den New Avengers weiterhin solide erzählt
Negativ aufgefallen
  • große Gegner ohne viel dahinter - Masse statt Klasse
  • fehlende Details bei John Romita jr.
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Rezension vom: 15.07.2011
Kategorie: Die Rcher
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