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Comic-Besprechung - Odin 1Geschichten:
Aus dem Französischen, Originaltitel „Odin, Vol.1“ Zeichner: Erwan Seure-Le Bihan Story: Der Göttervater Odin blickt auf sein langes Leben zurück. Begonnen bei seiner Geburt, über die Machtergreifung und die Errichtung von Walhall, bis zum Verrat durch Loki mit den schrecklichen Folgen für Asgard, Midgard und den anderen Welten der nordischen Mythologie.
Meinung: Ehapa präsentiert mit Odin einen französischen Titel, der im Vorfeld bereits durch seine grafische Gestaltung für Aufsehen sorgte. Nicolas Jarry und Erwan Seure-Le Bihan setzten die Mythologie der Nordländer in beeindruckende Bilder um, was dem Band eher in die Kunstecke rückt. Nicolas Jarry ist einigen Lesern eventuell schon von den Splitter-Serien Götterdämmerung und Der tönerne Krug bekannt, welche beide in der gleichen Zeit, wie Odin angesiedelt sind. Während bei Götterdämmerung das Nibelungen-Epos verarbeitet wird, basiert Odin komplett auf die Erzählungen aus der Edda. Die beiden Künstler geben die nordischen Göttersagen aus der Sicht Odins wieder, wobei dieser als melancholischer, verbitterter Herrscher dargestellt wird, der gegen Ragnarök (das Ende der Welt) ankämpft. Mit dem Auge Odins erlebt der Leser in Rückblicken die komplette Story der Edda, wobei nur die wichtigsten Stationen der Saga herausgegriffen werden. Jarry entwirft dadurch fünf Kapitel und einen Epilog, die als Summe ein actionreiches und spannendes Gesamtwerk ergeben. Leider muss hier erwähnt werden, dass die Edda wenigstens in ihren Grundzügen dem Leser bekannt sein muss, um die volle Tragweite der Erzählung ausschöpfen zu können. Jarry und Seure-Le Bihan gehen so spärlich mit Textinhalten um, dass der unwissende Leser aufgrund großer Handlungssprünge zwischen den Kapiteln leicht die Übersicht verlieren kann. Für Edda-kundige erschließen die beiden Künstler eine beeindruckende Götterwelt, mit den vielen schicksalhaften Wendungen. Sicherlich gibt es auch hier einige Szenen, die vielleicht eine intensivere Beleuchtung verdient hätten (Stichwort: Die Kinder Lokis), aber im Großen und Ganzen verfügt dieser Band über eine schlüssige und geradlinige Handlung, bei der die vielen Nebenschauplätze aus der Edda komplett ausgeblendet werden. Es geht schnurstracks Richtung Ragnarök, für zweitrangige Göttersagen haben die beiden Künstler in Band 1 keinen Platz. Leider kann dies ebenso als Makel ausgelegt werden, denn auch wenn die Story spannend ist, so wird die komplette Saga in einem dünnen Band verheizt. Da fragt man sich als Leser, was nun in Band 2 noch kommen soll. Gut, Jarry und Seure-Le Bihan werden diese Frage zu gegebener Zeit sicherlich beantworten. Fazit:
Ehapa hat mit Odin einen starken Band veröffentlicht, welcher aufgrund der grafischen Gestaltung und der mythologischen Story eigentlich ein Klassiker ist. Wäre da nicht das vorausgesetzte Wissen um die Edda, das dem Leser erst die volle Bandbreite der Handlung erschließen lässt. Die sollte aber kein Hinderungsgrund für den Kauf des Bandes ein. Odin ist ganz große Kunst.
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Odin 1 Autor der Besprechung: Christian Recklies Verlag: Ehapa Comic Collection Preis: € 13,99 ISBN 13: 978-3770434978 64 Seiten ![]() |
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| Rezension vom: | 20.05.2011 | ||||||
| Kategorie: | Odin | ||||||
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