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Comic-Besprechung - GrenzfallGeschichten:Grenzfall Autor: Thomas Henseler, Susanne BuddenbergZeichner: Thomas Henseler Colorist: Susanne Buddenberg Story: 1982 ist Peter Grimm noch ein Schüler kurz vor dem Abitur in der DDR. Doch mit dem System ist er alles andere als einverstanden. Er nutzt die Beerdigung des bekannten Oppositionellen Robert Havemanns, um Kontakte zu knüpfen. Ein Kontakt führt zu einem anderen und bald engagiert sich Peter stark in der Opposition zu dem kommunistischen Regime der DDR. Das hat natürlich Konsequenzen und er fliegt von der Schule. Aber er gibt nicht auf, sondern gründet einige Zeit später auch eine Widerstandszeitung. Doch die Stasi bleibt nicht untätig. Aber die Konsequenzen der Aktionen und Gegenaktionen sind sehr unerwartet.
Meinung: Aufklärung in jeder Hinsicht ist wichtig. Denn wer kann die Gegenwart verstehen oder die Zukunft erkennen, wenn man nichts von der Vergangenheit weiß? Auch bewahrt eine Aufklärung hoffentlich davor, schlimme Taten und Zeiten zu verherrlichen und gibt die Möglichkeit, aus den Fehlern zu lernen. Die Aufarbeitung der DDR gehört natürlich mit dazu. Es finden sich kaum Gründe, die dagegen sprechen. Natürlich ist es ein heikles Thema, da Betroffene noch leben und für sehr viele die DDR zu ihrem Leben gehörte und identitätsstiftend war. Unabhängig davon, ob man nun für oder gegen sie stand. Sie gehört zu den Individuen. So ist auch die "Ostalgie" zu verstehen, als Rückgriff auf das Bekannte, auf die eigene Vergangenheit, auf die eigene Identität, die oftmals einen herben Bruch durch den Mauerfall erlitten hat und viele mögen noch mit dem "neuen" Deutschland fremdeln. Viele Argumente also, unverzagt die Geschichte aufzuarbeiten und jüngere Generationen aufzuklären. Gerade letzteres dürfte mit ein Grund gewesen sein, die hier in Grenzfall erzählte wahre Geschichte als Comic zu erzählen. Generell spricht dem natürlich nichts entgegen, aber es muss schon mediumgemäß aufbereitet sein. Und das ist hier nicht unbedingt der Fall. Alles, was in Grenzfall geschieht, ist wahr und wirklich geschehen, auch wenn manche Abläufe und Personengruppen aus dramaturgischen Gründen zusammengefasst wurden. So kommen etwa keinerlei fiktive Personen vor und auch historische Tatsachen sind leicht einzuordnen. Es ist schon sehr spannend, wie es zu den Osterdemonstrationen und zu den Friedensmärschen gekommen ist. Die Mahnwachen der Oppositionellen weiteten sich aus und führten zu den Montagsdemonstrationen, die das Ende der DDR einleiten sollten.
Die Distanz ist überall zu spüren und wäre sie schon inhaltich nur bedingt zu überwinden gewesen, so hätte man zumindest graphisch punkten können. Aber hier geschieht auch nichts. Es sind keine besonderen Einfälle festzustellen und eine Dynamik ist auch nicht zu finden. Alles ist zwar solide und nett, aber es fehlt einfach der zündende Gedanke, die gute Idee. Es kommt dann so weit, dass man sich über die relativ platte Symbolik des leeren Stuhls nach einem Todesfall freut, weil endlich mal überhaupt eine graphische Symbolik vorkommt. Es ist schlicht und ergreifend ein Sachbuch in Comicform und so liest es sich auch. Als Sachbuch gut, als Comic definitiv die falsche Form. Der Band wurde übrigens mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Fazit: Der auf wahren Ereignissen und Personen beruhende Band hat generell zu viel Respekt vor den Figuren und den Geschehnissen. So bleibt alles sehr auf Distanz und es stellen sich keinerlei Emotionen ein. Auch graphisch kann man Einfälle an einem Finger abzählen. Als Sachbuch hätte das gut funktioniert, aber ein Comic ist hier die falsche Form und wirkt nur anbiedernd.
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Grenzfall Autor der Besprechung: Jons Marek Schiemann Verlag: Avant Verlag Preis: € 14,95 ISBN 10: 3939080489 ISBN 13: 978-3939080480 100 Seiten ![]() |
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| Rezension vom: | 20.05.2011 | ||||||
| Kategorie: | One Shot | ||||||
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