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Comic-Besprechung - How to draw Manga: Manga-Figuren entwickeln

Geschichten:

How to draw Manga, Sketching Manga Style Vol.3: Unforgettable Characters

Autor: Hikaru Hayashi
Zeichner: diverse

Story:

Gute Grundlagen machen den Meister. Wer nicht den hinter den Figuren liegenden Aufbau begreift, wird bei der Darstellung von verschiedenen Körperhaltungen schnell an seine Grenzen geraten. Und sobald diese Hürde gemeistert ist, gilt es seinen neuen Charakter auch möglichst interessant zu präsentieren und ihn gewissermaßen äußerlich mit Leben zu füllen. Denn selbst der schönste Comicdialog versickert im Sand, wenn der Charakter ihn schon äußerlich nicht zu transportieren versteht.



Meinung:
Über die Grundlagen ist der Zeichenkurs How to draw Manga: Manga-Figuren entwickeln trotz eigener Aussage schon etwas hinaus. Es geht nicht mehr um das Einüben der klassischen Formen Kugel, Kegel und Zylinder, um daraus die Figur zu gestalten, sondern es werden bereits neue Positionen entwickelt, verschiedene Stile aufgezeigt und die Darstellung von Emotionen in der Körperhaltung besprochen. Wer noch an den Grundformen knapselt, wird das schon etwas schwerer finden. Fortgeschrittene Anfänger sowie auch Fortgeschrittene, die neues dazulernen möchten, bekommen aber wieder einmal ein gutes Kompendium an die Hand, um ihre Technik zu verfeinern.

Der Band gliedert sich in fünf Kapitel: Gesichter mit unterschiedlichen Blickrichtungen zeichnen, Kazuaki Moritas Skizzentraining, Dynamische Bewegungen darstellen, Emotionen durch den Körper und Gesichtsausdrücke darstellen, sowie Den eigenen Stil zum Ausdruck bringen. In den verschiedenen Abschnitten entwickeln unterschiedliche Zeichner ihre Bilder von den ersten Skizzen bis zum fertigen Bild oder zeigen, in welchen Posen und Haltungen man die Charaktere abbilden kann.

Es geht vom Kleinen zum Großen, Schritt für Schritt. Zunächst wir einem genau das geboten, was das erste Kapitel verspricht: Gesichter in allen möglichen Varianten. Besonderen Wert wird dabei bereits auf die Ausrichtung des noch groben Grundgerüsts geachtet und wie sich die Medianlinie (die Mittellinie des Kopfes, die sich von der Stirn über die Nase bis zum Kinn zieht) durch verschiedene Sichtwinkel verschiebt. Anhand von Beispielen werden dann die wichtigen Verkürzungen im Einzelnen gezeigt, damit das Gesicht in jeder Position die richtigen Proportionen bewahrt und nicht unnatürlich wirkt. Es wird deutlich auf wie viele Kleinigkeiten man zu achten hat. Die Größe des entfernteren Auges, die Veränderung des Ohrs und der Dimensionen des Kopfes, wenn er in Draufsicht oder von unten gezeichnet wird.

Es folgt ein Skizzentraining, bei dem ein und derselbe Charakter aus immer neuen Blickrichtungen und in mehreren Posen von Kazuaki Morita gezeichnet wird. Man schaut dem Künstler direkt über die Schulter und kleinere Bildchen am Rande zeigen ihn sogar an seinem Zeichentisch, wo er manchmal verdeutlicht, wie man das Bild auf Fehler überprüft. Es wird deutlich, wie sich ein und dieselbe Figur im Laufe von mehreren Zeichensitzungen immer wieder, auch in Nuancen, verändern kann und welche Grundzüge letztlich beibehalten werden, die den Charakter zu etwas besonderem machen. Die Zeichnung wird ausgereifter, je vertrauter man mit ihr wird. Auch hier wird wieder auf Kleinigkeiten Wert gelegt und an eigentlich fast nebensächlichen Linien gezeigt, wie wichtig sie für eine möglichst natürliche Gesamtkomposition sind und sei es nur die Verbindungslinie vom Schlüsselbein bis zur Schulter bei gehobenen Armen. Trotz der Konzentration auf die Pose des ganzen Körpers werden immer wieder Einzelheiten heraus gegriffen, sei es die möglichst gekonnte Darstellung eines Auges oder die Reihenfolge in der man die Zehen des Fußes zeichnen muss, damit sie gelungen aussehen.

Bei den Dynamischen Bewegungen tauchen wieder die dem Anfänger wohlvertrauten Figurengerüste auf, anhand derer aufgezeigt wird, wie vielseitig der menschliche Körper zu positionieren ist und welche Dinge man bei den einzelnen Haltungen beachten muss. Wo setzt die Linie des Halses am Kopf an, wie verändert eine schräge Schulterlinie das Grundgerüst, damit es nicht „aus dem Gleichgewicht gerät, und so weiter. Von der einfachen Porträtzeichnung ausgehend, werden Bewegungen der Schulter und des Halses und die Veränderung von Blickrichtungen zeichnerisch nachvollzogen, bevor es zu Halb- und Ganzkörperansichten geht. Es wird ein weites Spektrum an Bewegungen geboten und für zusätzliche Abwechslung sorgt, dass die Beiträge von unterschiedlichen Zeichnern präsentiert werden. So bekommt man von allem etwas, vom eher realistischen Stil bis hin zu typischen Mangastil mit seinen großen Augen und schmaleren Proportionen.

Das folgende Kapital ist dann nahezu das textlastigste des ganzen Bandes, was aber keinen Nachteil bedeutet. Es ist sehr erhellend, dass sich hier nicht nur mit den zeichnerischen Aspekten befasst wird, sondern auch die beteiligten Künstler zu Wort kommen und man so am gedanklichen Entstehungsprozess der Zeichnungen teilhaben kann. So erfährt man in kleinen Interviews einiges über Charakterdesign und wird darauf aufmerksam gemacht, wie sich bestimmte Gefühle auch in der Körperhaltung am ehesten ausdrücken lassen. Show, don’t tell, stupid!

Angehenden Mangakas wird insbesonders das letzte Kapitel gefallen. Die neuen Kenntnisse über die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten der Manga-Figuren werden dort im Rahmen mehrerer Comic-Seiten veranschaulicht. Von den Vorzeichnungen mit codierten Charakteren, bis zur komplett ausgearbeiteten Seite. Von verschiedenen Zeichnern mit verschiedenen Ausdrucksweisen. Darüber hinaus wird in diesem Kapitel ein großer Bogen gespannt und sogar auf Besonderheiten des Kolorierungsprozesses eingegangen, die in ihrer Kürze jedoch nur einen kleinen Vorgeschmack geben können. Da rechtfertigt sich fast ein neues How to draw Manga, welches sich nur damit befasst. So wirkt die kleine Farbepisode schon wie ein Fremdkörper, denn auch hier wird sehr detailliert auf die Eigenheiten der Farbgebung eingegangen, beispielsweise auf die Darstellung von Kontrasten und sogar der Vierfarbdruck wird erläutert. Ansonsten wird sich mit der Kleidung von Charakteren beschäftigt und wie man dadurch ihre Persönlichkeit unterstreichen kann, bevor noch einmal elf Künstler mit ihren unterschiedlichen Stilen präsentiert werden.

How to draw Manga: Manga-Figuren entwickeln vermittelt eine Fülle an Stoff, ohne langweilig zu werden. Gerade indem es auch auf simpelste Kleinigkeiten eingeht, wird es für Zeichner eine große Hilfe sein, denn eben an minimalen Ungenauigkeiten scheitern manche Zeichnungen. Und es zeigt auch, dass sich vieles selbst bei gestandenen Zeichnern erst mit der Zeit entwickelt und sie jede ihrer Arbeiten kritisch und objektiv betrachten müssen, um sich stetig weiterzuentwickeln. Kleine Fehler unterlaufen ihnen genauso, wie dem Anfänger, der an manchen misslungenen Zeichnungen am liebsten verzweifeln möchte. Für all jene heißt es Kopf hoch und weitermachen. Nur durch beständiges Üben stärkt man die eigene Ausdruckskraft und gewinnt als Zeichner dazu. Auch hierbei macht einem der Manga-Zeichenkurs Mut, was allein schon ein Gewinn für sich ist.


Fazit:

Erneut ist ein Band aus der How to draw Manga-Reihe eine gute Investition für Hobbyzeichner, aber auch für bereits gestandene Künstler. Im Vergleich mit anderen Kursen ist Manga-Figuren entwickeln sein Geld mehr als wert. Gute Qualität, gute Anleitungen und der Blick über die Schulter verschiedener Zeichner. Wer Mangas zeichnen will kommt um How to draw Manga eigentlich kaum mehr herum.




How to draw Manga: Manga-Figuren entwickeln - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

How to draw Manga: Manga-Figuren entwickeln

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 17,90

ISBN 13:
978-3-551-75244-4

184 Seiten

How to draw Manga: Manga-Figuren entwickeln bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • ausführliche Erklärungen, die auch auf Kleinigkeiten eingehen
  • breites Spektrum an Stilen wird abgedeckt
  • selbst auf die Kolorierung wird eingegangen
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 22.03.2011
Kategorie: How to
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