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Comic-Besprechung - Batman: Was wurde aus dem dunklen Ritter?

Geschichten:

Geschichte 1
Autor: Neil Gaiman, Zeichner: Andy Kubert, Inker: Scott Williams, Farben: Alex Sinclair

Geschichte 2
Autor: Neil Gaiman, Zeichner: Simon Bisley

Geschichte 3
Autor: Neil Gaiman, Zeichner: Mark Buckingham, Colorist: Nansi Hoolahan

Geschichte 4
Autor: Neil Gaiman, Zeichner Mike Hoffman, Bernie Mireault, Inker: Kevin Nowlan, Matt Wagner, Farben: Tom McGraw, Joe Matt



Story:

Der Band "Batman: Was wurde aus dem dunklen Ritter?" vereint sämtliche Stories die Neil Gaiman über Batman geschrieben hat.

In der Titelstory kommen Freund und Feind zu dem aufgebahrten Körper von Batman, um von seinem Leben und Sterben zu erzählen. Währenddessen versucht Batman herauszufinden, was hier vor sich geht und meint eine Nahtoderfahrung zu haben. Durch die Erzählungen werden verschiedene Stationen des Dunklen Ritters erleuchtet.

"Eine schwarz-weisse Welt" zeigt einen Blick hinter die Kulissen der Comicindustrie. Batman und der Joker warten darauf, ihren Auftritt im Comic zu haben und unterhalten sich über das Schicksal eines Comicstars und ehemalige Weggefährten.

"Pavane" erzählt von einem Regierungsangestellten, der untersucht, ob manche Schurken nicht für die Regierung arbeiten könnten. Als potentiellen Kandidaten sucht er sich Poison Ivy aus. Diese berichtet von ihrem Werdegang und ihren Wünschen. Kann sich der Beamte den Reizen Ivys entziehen?

Die letzte Storyline ist zweigeteilt und beleuchtet den Riddler genauer. Ein Fernsehteam möchte die Geschichten der Superschurken hören und interviewen den Riddler. Doch nicht nur Batman hat etwas dagegen, sondern auch andere werden neidisch.



Meinung:

Der Band enthält alle Stories, die der Starautor Neil Gaiman ("Sandman") über den Dunklen Ritter geschrieben hat. Die Originalausgaben sind Batman 686, Detective Comics 853, Batman Black and White 2, Secret Origins 36, Secret Origins Special 1.

Die Hauptstory über den toten Batman ist aber nicht nur eine Geschichte über Batmans Historie (und den Abschied von Bruce Wayne als Batman), sondern viel mehr auch über das Erzählen von Batman. Nicht nur erzählen Freunde und Schurken, sondern auch das Erzählen in den Comics kommt zur Sprache. Verschiedene Epochen werden eingeflochten und in Stil und Andeutungen wiederbelebt. Auf Schildern kann man zum Beispiel die Namen von den Zeichnern Bill Finger und Jim Aparo finden. Autos wirken wie direkt aus den fünfziger und sechziger Jahren genommen. Der Mörder von Bruce Waynes Eltern, Joe Chill, serviert die Getränke. Und verschiedene alte, fast vergessene Schurken, wie der Gentleman Ghost, sind in den Bildhintergründen zu finden. Als kleine Hommage an Frank Millers "Die Rückkehr des Dunklen Ritters" ist Ollie Quenn (Green Arrow) in einem Bildrand zu sehen, wie er in Millers epochalem Meisterwerk auftritt. Auch an andere Zeichner und Autoren wie an Dave McKean finden Verbeugungen statt.

Das diskussionswürdige Ende ist aber weniger als eine religiöse Wiedergeburt zu sehen, sondern vielmehr, dass Batman zwar tot ist, aber auf seine Art und Weise unsterblich ist. Denn es wird immer und ewig von ihm erzählt werden. Denn Batman ist längst ein Mythos geworden. Und Mythen können nicht sterben. Insofern ist der überraschende Schluss gleichzeitig sehr konsequent, da genau diese Mythologiewerdung auf den Seiten vorher thematisiert wird. Dadurch ist die Story auch sehr bewegend. Durch die verschiedenen Erzähler werden verschiedene Charakteristika der Ikone Batman veranschaulicht. Alfred steht zum Beispiel für das theatralische, dramatische der Figur, wohingegen Catwoman für die erotischen Aspekte steht.

Auch das Bruce Wayne häufig als Kind mit einem Buch in der Hand dargestellt wird und die Story in einem gehaltenen Buch erzählerisch beendet wird, gehört zu dem großen Thema Mythos. Denn es wird immer wieder über Batman gelesen werden und so wird er nicht sterben oder vergessen werden.

Die Zeichnungen von dem Meister Andy Kubert sind naturalistisch gehalten und mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Gerade in den inhaltlichen Verschiebungen ergänzen sich Story und Zeichnung hervorragend. Vor allem das Ende ist sehr gut gemacht. Als Bonus gibt es Skizzen und Entwürfe.

Die anderen Stories können mit der ersten leider nicht mithalten. Die von Simon Bisley gezeichnete Schwarzweissgeschichte ist schon bei Carlsen erschienen, hat aber auch wieder das Thema "Erzählen an sich". Dafür ist sie sehr ironisch und humorvoll und sogar Lobo hat einen kleinen Gastauftritt. Die Story "Pavane" ist wie der gleichnamige Tanz. Man tritt ein bißchen auf der Stelle. Die Story ist sehr flächig koloriert ohne sonderliche Akzente. Wenn überhaupt werden diese durch Schatten gesetzt. Ebenso wie in der Riddlerstory. Aber in allen Geschichten wird das Erzählen thematisiert und somit zieht sich dieser Aspekt durch den ganzen Band. Immerhin gibt es einen kleinen Gastauftritt von John Constantine ("Hellblazer"). Der erste Teil der Riddlerstory ist halbwegs realistisch gestaltet, der zweite Teil hingegen sehr surreal und verspielt wie ein Rummelplatz auf dem auch die Handlung stattfindet. Hier wird die Panelanordnung gestört und nicht mehr linear erzählt. Aber merkwürdigerweise findet das nicht konsequent genug statt. Die Geschichten über Poison Ivy und Riddler bieten leider nichts Neues, sondern sind vielmehr als Fingerübungen von Neil Gaiman aufzufassen. Dennoch ist der Band insgesamt ein Klassiker.



Fazit:
Auch wenn nicht alle Geschichten inhaltlich und zeichnerisch voll überzeugen, wird dieser Band mit den gesammelten Batmangeschichten von Neil Gaiman zum Klassiker.

Batman: Was wurde aus dem dunklen Ritter? - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Batman: Was wurde aus dem dunklen Ritter?

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,95

ISBN 10:
3866074190

ISBN 13:
978-3866074194

132 Seiten

Batman: Was wurde aus dem dunklen Ritter? bei Comic Combo Leipzig online bestellen
Positiv aufgefallen
  • Story
  • Zeichnungen
  • Reise durch die Stationen der Figur
  • Mythologisierung
Negativ aufgefallen
  • Zeichnungen zweite Hälfte
  • Nichts inhaltlich neues in der zweiten Hälfte
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 07.08.2010
Kategorie: Batman
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