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Comic-Besprechung - Lurchis Abenteuer 2

Geschichten:

Lurchi-Hefte Nr. 22-40
Autor: Erwin Kühlewein (bis Nr. 29) / Heinz Schubel, Zeichner: Heinz Schubel



Story:
In diesem zweiten Sammelband werden erneut knapp zwanzig Ausgaben der grünen Lurchi-Hefte nachgedruckt. Den Auftakt macht die zweiteilige Geschichte Olympische Wettkämpfe, in welcher der Feuersalamander seine Mannschaft für Olympiade anmeldet. In weiteren Erzählungen geht es auf Reisen in ferne Länder bis nach Japan oder in den Urwald Australiens. Dazwischen wird es gar phantastisch, denn bei einer Raketenfahrt zum Mars trifft Lurchi auf außerirdische Lebensformen.

Sein bester Kumpel ist der Frosch Hopps, aber auch der Mäuserich Mäusepiep, der Igel Igelmann, die Gelbbauchunke Unkerich oder der Zwerg Piping sind immer wieder mit von der Partie, bei lustigen Streichen, spannenden Erlebnissen und abenteuerlichen Reisen. 

Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Die neuen Lurchi-Bücher von Esslinger erfreuen sich großer Beliebtheit. Ende 2009, also weniger als ein Jahr nach seinem Erscheinen, ging der erste Band bereits in die 6. Auflage. Der Folgeband 2 steht ihm in nichts nach, denn dieser konnte zum gleichen Zeitpunkt vier Auflagen verzeichnen.

Wer ist dieser Lurchi? Findige Werbestrategen des deutschen Schuhherstellers Salamander hatten die Idee zu einem Werbecomic. So ganz neu war die Idee schon 1937 nicht, als das erste Lurchi-Heft erschien, denn bereits in den Zwanzigern gab es Bilderbögen mit den Abenteuern der Darbohne, einer vermenschlichten Kaffeebohne des Hamburger Kaffeerösters J.J. Darboven, doch Lurchi prägte mit seiner sympathischen, einzigartigen Art eine ganze Generation von Schuhkäufern.

In der 50er Jahren war ein Schuhkauf für ein Kind nur erträglich, weil es die kleinen grünen Lurchi-Hefte gab. Als man die ganze Anpasserei im Schuhladen hinter sich hatte, gab es ein schön buntes Bilderheft als Zugabe vom Verkäufer, und der Tag war gerettet. Die kleinen Hefte strahlten einen ganz eigenen Reiz aus, denn dieser Schwanzlurch ist ein Held der klassischen Sorte. Er ist immer hilfsbereit, sieht Gefahren ohne mit der Wimper zu zucken ins Auge, ist immer gut drauf und vor allem: er trägt qualitativ hochwertiges Schuhwerk, welches ihm beim Meistern der diversen Aufgaben, die das Leben ihm stellt, gute Dienste erweist.

Als die ersten Hefte vor dem Zweiten Weltkrieg erschienen, konnte man noch nicht ahnen, dass sich der Feuersalamander zur Kultfigur entwickeln würde. Die ersten Lurchis ersann der damalige Generaldirektor des Schuhherstellers Dr. Alex Haffner.  Nach dem Krieg, als es ab 1951 wieder neue Folgen gab, dichtete der Werbeleiter Erwin Kühlewein die Stories. Dichten ist durchaus der richtige Begriff, denn es gibt bei Lurchi keine Sprechblasen, sondern separaten Text unter den Bildern, bestehend aus einfachen Paarreimen. Die passenden Zeichnungen steuerte der Bilderbuchkünstler Heinz Schubel bei.

Als sich die Hefte steigender Beliebtheit erfreuten und die Hefte immer wieder nachgedruckt wurden, erschien 1960 der erste Sammelband in Buchform. Die ersten 21 Salamandergeschichten wurden zusammengefasst. An dieser Zusammenstellung orientiert sich auch der Esslinger Verlag J.F. Schreiber, der 2009 eine Neuausgabe von Lurchis Abenteuern gestartet hat.

Der zweite Band setzt da an, wo der erste aufgehört hat. Er ist mustergültig editiert. Das handliche Format, gedruckt auf stabilem Glanzpapier und mit leuchtenden Farben, weiß zu begeistern. Die Geschichten und die Zeichnungen sind pure Nostalgie. Ältere werden in Erinnerungen schwelgen, und Jüngere werden schnell spüren, was die Kids von damals begeisterte.

Für die absoluten Lurchi-Insider gibt es einen Wehrmutstropfen zu schlucken. In Landung in Australien, der vorletzten Geschichte, hat man eine Seite zensiert. Grund war die nicht politisch korrekte Darstellung der Aborigines. Hier kann man Parallelen zum Auslassen von Seiten bei der Mecki-Gesamtausgabe erkennen. Die Kürzung erfolgte auf Anweisung von Salamander. Schade, dass man die Geschichte nicht originalgetreu wiedergegeben und zusätzich mit einem Begleitkommentar versehen hat.

Das schmälert das gewisse Lurchi-Flair jedoch in keinster Weise. Die Geschichten sind nicht nur amüsant, sie sind durchaus auch lehrreich. Selbst die mal mehr, mal weniger starke Werbenote, die sich durch die Geschichten zieht, ist intelligent eingearbeitet und stört nicht sonderlich.

Esslinger will alle sieben Sammelbände nach und nach auflegen. Schöne Aussichten, gleichermaßen für Lurchi-Fans, Sammler nostalgischer Comics wie für Freunde klassischer Kinderbücher.



Fazit:
Lurchis Abenteuer Band 2 ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer ansprechenden, neuen Gesamtedition dieses deutschen Comic-Klassikers. Lurchi überzeugt durch seine beispielhaft gute Art, die Geschichten sind aus einer Zeit, in der es keine Hektik, Computerspiele oder generalstabsmäßig angelegten Werbewahnsinn gab – sie sind simpel, charmant und zeitlos bezaubernd. 

Lurchis Abenteuer 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lurchis Abenteuer 2

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Esslinger Verlag J. F. Schreiber GmbH

Preis:
€ 12.90

ISBN 13:
978-3-480-22590-3

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • schön editiert
  • diesen Lurchi muss man einfach lieben
Negativ aufgefallen
  • für Puristen: eine Originalseite wurde zensiert
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Rezension vom: 24.07.2010
Kategorie: Lurchi
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