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Specials Eventspecials

Die Richtlinien zu Kapitel 3
Standards der Comics Code Authority in der Neufassung von 1989:

EINLEITUNG
Die Comics Magazine Association of America wurde 1954 von einer Gruppe von Verlagen gegründet, die sich dem Prinzip verschrieben, daß die Bevölkerung anständige und vernünftige Comics als Unterhaltung für Kinder verdiente. Zu diesem Zweck haben diese Verlage Richtlinien aufgestellt, eine Kontrollkommission eingesetzt und das Comics Code-Siegel eingeführt. Dieses Siegel hatte auf den Covern der Comics der CMAA-Mitglieder zu erscheinen, um auf diese Weise der Bevölkerung ihre gemeinsame Verpflichtung zu verdeutlichen, diese Standards aufrechtzuerhalten.
Während sich die Comicindustrie im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte wie nahezu jede Facette des amerikanischen Lebens verändert hat, bleiben die Mitglieder der CMAA weiterhin verpflichtet, anständige und vernünftige Comics zu liefern. Diese neue, aktualisierte Version des Comics Code stellt eine erneute Bestätigung, diese Standards aufrechtzuerhalten, dar.
Die Mitgliedsverlage der Comics Magazine Association of America bestätigen hierdurch erneut unsere vereinte Verpflichtung zu unserem gemeinsamen Prinzip: Daß Comics, die das Comics Code-Siegel tragen, solche sind, die Eltern in dem Vertrauen kaufen können, daß die Inhalte grundlegende amerikanische moralische und kulturelle Werte aufrechterhalten.

VERORDNUNGEN
1) Im Allgemeinen werden wiedererkennbare nationale, gesellschaftliche, kulturelle, ethnische und rassische Gruppen, religiöse Institutionen und Gesetzeshüter in einem postiven Licht dargestellt. Dies beinhaltet die Regierung auf nationaler, staatlicher und städtischer Ebene, einschließlich ihrer zahlreichen Abteilungen, Einrichtungen und Dienste; Staatsorgane wie das FBI, der Secret Service, die CIA usw.; das Militär, sowohl das der USA als auch ausländisches; bekannte religiöse Organisationen; Einrichtungen zur Förderung ethnischer Minderheiten; ausländische Staatsoberhäupter und Repräsentanten ausländischer Regierungen und nationaler Gruppen; außerdem gesellschaftliche Gruppen, die an ihrer Lebensart zu erkennen sind, darunter Homosexuelle, wirtschaftlich Benachteiligte, wirtschaftliche Privelegierte, Obdachlose, Rentner, Minderheiten etc..
2) Eine Neigung zur sozialen Verantwortung wird bevorzugt dargestellt und gefördert. Gesellschaftlich unangemessenes, unverantwortliches oder illegales Verhalten wird als das spezielle Verhalten einzelner Personen oder Gruppen von Personen dargestellt und zielt nicht darauf ab, die normale Tätigkeit irgendeiner allgemeinen Gruppe realer Menschen darzustellen.
3) Sollte es aus dramaturgischen Gründen notwendig sein, eine derartige Gruppe auf eine negative Weise darzustellen, wird der Name der Gruppe und seiner individuellen Mitglieder fiktiv sein, und ihre Handlungen werden nicht eindeutig als die normalen Tätigkeiten irgendeiner realen Gruppe zu erkennen sein.
4) Stereotypische Bilder und Tätigkeiten werden nicht verwendet, um bestimmte nationale, ethnische oder sozioökonomische Gruppen zu diskriminieren.

SPRACHE
1) Die Sprache in einem Comic ist einem Massenpublikum, das Kinder beinhaltet, angemessen. Gute Grammatik und Rechtschreibung wird gefördert. Verlage üben sich in gutem Geschmack und einer verantwortungsvollen Einstellung gegenüber der Verwendung der Sprache in ihren Comics. Obszöne und anstößige Wörter, Symbole und Gesten sind verboten.
2) Eine herabwürdigende Verwendung von Verweisen auf körperliche Behinderungen, Krankheiten, ethnische Hintergründe, sexuelle Vorlieben, religiösen Glauben und Rassenzugehörigkeiten aus Gründen der Dramaturgie wird sich als unakzeptabel herausstellen.

GEWALT
1) Gewalttätige Handlungen und Szenen sind im Zusammenhang der Geschichte eines Comics akzeptabel, wenn sie der Dramaturgie angemessen sind. Gewalttätiges Verhalten wird als nicht akzeptabel dargestellt. Wenn Gewalt auf eine realistische Weise dargestellt wird, sind Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die natürlichen negativen Folgen dieser Handlungen darzustellen. Verlage sollten übermäßigen Einsatz von Gewalt, übermäßige grafische Darstellung von Gewalt und übermäßiges Blutvergießen und Blutspritzer vermeiden. Verlage werden keine detaillierten Informationen präsentierten, die dem Leser erklären, wie er sich in nachahmbaren Gewalthandlungen betätigen kann.

CHARAKTERISIERUNGEN
1) Die Darstellung von Charakteren wird sorgfältig aufgebaut und Einfühlungsvermögen für nationale, ethnische, religiöse, sexuelle, politische und sozioökonomische Orientierungen zeigen.
2) Wenn es aus dramaturgischen Gründen nötig ist, daß eine Figur eine andere aufgrund ihres Geschlechts, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, sexueller Vorlieben, politischer Orientierung, sozioökonomischem Status oder irgendwelcher Behinderungen herabwürdigt, wird im Verlauf der Handlung deutlich gemacht, daß die erniedrigenden Worte und Taten falsch und auf Ignoranz zurückzuführen sind.
3) Geschichten, die Figuren behandeln, die Opfer physischer, geistiger oder emotionaler Probleme sind oder an wirtschaftlichen Nachteilen leiden, sollten niemals die komplette Verantwortung für diese Zustände den Figuren selbst zuschreiben.
4)Helden sollten stets Vorbilder sein und die vorherrschenden gesellschaftlichen Einstellungen widerspiegeln.

MISSBRAUCH VON BESTIMMTEN SUBSTANZEN
1) Gesunde, vernünftige Arten zu leben werden als etwas Wünschenswertes dargestellt. Trotzdem ist der Gebrauch und Mißbrauch von kontrollierten Substanzen, legal und illegal, eine Tatsache des modernen Lebens und darf gezeigt werden, wenn es aus Gründen der Dramaturgie angemessen ist.
2) Der Konsum von Alkohol, Betäubungsmitteln, Medikamenten und Tabak wird nicht als etwas Bewundernswertes dargestellt. Wenn die Linie zwischen dem normalen, verantwortungsbewußten Konsum legaler Substanzen und dem Mißbrauch dieser Substanzen überschritten wird, wird der Unterschied deutlich gemacht und die verabscheuungswürdigen Konsequenzen eines solchen Mißbrauchs aufgezeigt.
3) Der Mißbrauch von bestimmten Stoffen ist definiert als der Gebrauch von illegalen Drogen sowie der selbstzerstörerische Gebrauch von Produkten wie Tabak (inklusive Kautabak), Alkohol, verschreibungspflichtigen Drogen, frei erhältlichen Drogen, usw..
4) Der Gebrauch von gefährlichen, sowohl legalen als auch illegalen Substanzen sollte mit Einschränkungen als notwendig für den Zusammenhang der Geschichte gezeigt werden. Trotzdem dürfen Geschichten nicht so detailliert sein, daß sie als Anleitung für den Mißbrauch dieser Substanzen dienen können. In jeder Geschichte wird gezeigt werden, daß der Konsument/die Konsumentin die physische, geistige und/oder soziale Strafe für seinen/ihren Mißbrauch bezahlt.

VERBRECHEN
1) Während Verbrechen und Verbrecher aus Gründen der Dramaturgie gezeigt werden dürfen, dürfen Verbrechen niemals in einer Weise dargestellt werden, die beim Leser das Verlangen auslösen könnte, diese nachzuahmen, und auf keinen Fall dürfen Verbrecher auf eine Weise dargestellt werden, die Leser dazu verleiten könnte, mit ihnen zu wetteifern. Geschichten werden keine speziellen, nachahmbaren Techniken und Methoden aufzeigen, ein Verbrechen zu begehen.

KLEIDUNG UND SEXUALITÄT
1) Kostüme in einem Comic werden als akzeptabel angesehen, sofern sie sich im Bereich der zeitgenössischen Modestile bewegen.
2) Szenen und Dialoge, die die Beziehungen zwischen Erwachsenen thematisieren, werden mit gutem Geschmack, Feinfühligkeit und in einer Weise, die für ein Massenpublikum als angemessen angesehen wird, präsentiert. Primäre menschliche Geschlechtsorgane werden niemals gezeigt. Grafische sexuelle Aktivitäten werden niemals dargestellt.

ADMINISTRATIVE VERFAHRENSWEISEN
I
Alle Comics, deren Verlage das Comics Code-Siegel auf dem Cover wünschen, werden vor ihrer Veröffentlichung zwecks Überprüfung an den Vorsitzenden der Prüfungskommission geschickt. Der Vorsitzende wird sie entsprechend den Richtlinien überprüfen, die er vom ständigen Kommittee erhalten hat, und wird entweder genehmigen, daß sie das Siegel tragen dürfen, oder sie mit entsprechenden Bemerkungen an den Verlag zurückschicken. Der verantwortliche Herausgeber des Verlages wird dann entweder den Comic entsprechend dieser Kommentare ändern oder mit dem Vorsitzenden dessen Bedenken besprechen und eine Einigung erzielen, wie der Comic problemlos das Siegel des Codes auf dem Cover tragen kann, entweder ohne umgeändert zu werden oder im Rahmen einer Reihe von Abänderungen, auf die sich beide einigen können. Für den Fall, daß keine Einigung zwischen dem Herausgeber und dem Vorsitzendem erzielt werden kann, wird der Fall dem ständigen Kommittee vorgelegt, das sofort versuchen wird, herauszufinden, ob bzw. unter welchen Bedingungen der in Frage kommende Comic doch das Code-Siegel tragen darf. Entscheidungen des ständigen Kommittees sind für die Herausgeber als verbindlich zu betrachten, die zustimmen müssen, das Siegel des Codes auf dem Cover keines Comics zu verwenden, das nicht autorisiert wurde.

II
Die Mitglieder der Comics Magazine Association of America schließen Verlage ein, die sich entschieden haben, Comics zu veröffentlichen, die nicht darauf ausgelegt sind, das Siegel des Codes zu tragen, und daher nicht den weiter oben beschriebenen Prozeß durchlaufen müssen. Unter den Comics, die in diese Kategorie fallen, sind möglicherweise Titel, die für erwachsene Leser geschrieben wurden. Die Mitgliedsverlage versichern hiermit, daß sie diese Veröffentlichungen ausschließlich auf Wegen vertreiben werden, auf denen es möglich ist, Verkäufer und Vertreiber auf ihre Inhalte hinzuweisen, so daß auf diese Weise sichergestellt ist, daß die Veröffentlichungen das gewünschte Publikum erreichen. Die Mitgliedsverlage stimmen zu, davon abzusehen, diese Veröffentlichungen auf Wegen zu vertreiben, die, wie der traditionelle Zeitungskiosk, von Einzelpersonen betrieben werden, die sich des Inhalts spezifischer Publikationen nicht bewußt sind, bevor sie sie in die Auslage aufnehmen.

III
In dem Bewußtsein, daß sich kein Dokument auf all die komplexen Einzelheiten und Probleme, der sich unsere in ständigem Wandel begriffene Gesellschaft gegenübersieht, beziehen kann, haben die Mitgliedsverlage ein ständiges Kommittee aufgestellt, das aus den Seniorredakteuren der einzelnen Verlage besteht. Das Kommittee wird sich regelmäßig treffen und diese Einzelheiten und Probleme besprechen, da sie unsere Veröffentlichungen beeinflussen, und sich auch von Zeit zu Zeit mit dem Leiter und Vorsitzenden des Comics Code treffen, um die zuvor verfaßten Richtlinien des Comics Code zu ändern.



Special vom: 06.05.2001
Autor dieses Specials: Torsten B Abel
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Kapitel 1 - Die Verführung der Unschuldigen
Die Richtlinien zu Kapitel 1
Kapitel 2 - Die gestelzten Jahre
Die Richtlinien zu Kapitel 2
Kapitel 3 - Neue Freiheiten
Kapitel 4 - Die letzten Züge des Comics Code
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