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Interview mit Helge Vogt
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Hallo Helge, im Frühjahr erschien nun der letzte Teil von Alisik. Lass uns das zum Anlass nehmen, noch einmal auf die letzten drei Jahre zurückzublicken.
Wie lief das Projekt damals an? Wer hatte die Idee zu Alisik?

Hi Christian. Drei Jahre? Schön wär’s. ;) Ich arbeite ja noch viel länger an Alisik. Eher fünf Jahre. Das Ganze hat als kleiner Zeichentrickfilm angefangen. Ich wollte eine kurze, düstere Geschichte von einem Mädchen erzählen, das auf einem Friedhof erwacht. Hubertus hat damals ein paar von meinen frühen Animationen gesehen und mich gefragt, ob wir daraus nicht einen Comic machen wollen.
Viele der Grundelemente und Charaktere gab es also schon, wir haben dann aber eine richtige Geschichte daraus gemacht. In meiner ursprünglichen Version ist Alisik z. B. noch mit einer Rakete zu den Sternen geflogen… :D

An den Animationen habe ich übrigens später noch weitergearbeitet und Alisik-Trailer daraus gebastelt. Man findet sie auf meinem Youtube-Kanal:
http://www.youtube.com/trickwelt

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Bei der Serie hast Du durchgängig viele verschiedene Stile ausprobiert, was sich besonders beim Layout widerspiegelt. Mit dieser Art zu Experimentieren bekommt der Comic erst seine überraschend frische Ausstrahlung. Ist das Layout somit bereits im Konzept zur Serie fest eingeplant?
Wenn man an so einem großen Projekt arbeitet, kommt man natürlich nicht mehr so oft dazu, „privat“ zu zeichnen (neben der Arbeit an Alisik, hab ich auch noch über 100 Buchcover gemalt - das bekannteste ist sicher Percy Jackson). Das Schöne an einer eigenen Comic-Serie ist aber, dass ich eigentlich alles umsetzen kann, worauf ich Lust habe. Und so hab ich aus ungewöhnlichen visuellen Ideen meistens einfach eine Alisik-Kapitelseite gemacht (z.B. Acryl-Malerei, Pixeloptik, Filmplakat, Graffiti,…). Und auch auf den anderen Seiten sind viele persönliche Anspielungen und Referenzen untergebracht. Wer hat Yoda entdeckt? Oder Freddy Kruegers Pullover und Handschuh?

Der Friedhof steht im Mittelpunkt der Story, wurde von Dir aber sehr klein dargestellt und nur mit wenigen Gräbern versehen. Warum wurde hier auf dieses reduzierte Szenario zurückgegriffen?
Wir wollten mit dem alten Friedhof einen Ort schaffen, an dem alles möglich ist. Er ist so ein bisschen der Gegenentwurf zu dem Rest der Welt, wo man normalerweise nicht so häufig Untoten begegnet. ;) Außerdem wollten wir jedem der Friedhofbewohner eine gewisse Tiefe geben, indem wir jeweils die Vorgeschichte erzählen und so in unterschiedliche Zeitepochen zurückreisen. Das hat uns wirklich viel Spaß gemacht… Aber alle Figuren, die man einführt, wollen auch bedient werden. Uns war diese kleine Welt manchmal schon zu groß. =)

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Das Format der Bände ist relativ klein. Warum wurde hier kein Album im Überformat produziert? Gerade diverse Zwischenszenen von Dir bieten sich für einen großformatigen Druck doch geradezu an.
Das hören wir natürlich oft und, falls du die französische Ausgabe kennst: Größer ist hier wirklich besser! Allerdings war das Format auch Hubertus und meine Idee: Es wirkt einfach ein bisschen „moderner“ und vor allem fanden wir einen Preis von knapp 8 Euro einfach cool. Es wäre doch schade, wenn weniger Leute Alisik lesen würden, nur weil es ihnen zu teuer ist.
ABER…  Eventuell gibt es demnächst eine Möglichkeit. Ich kann noch nichts versprechen, aber wir arbeiten gerade an etwas… =)

Inhaltlich steht das tote Mädchen Alisik klar im Mittelpunkt, im Verlauf der Serie übernimmt die Gruppendynamik ganz klar diese Position. Warum wurde die Romanze hier etwas entschärft?
Wir haben Alisik immer als ein Comic für Mädchen, Jungs, Frauen und Männer gesehen (nennt man sowas All-Ages?). Natürlich spielt die Liebesgeschichte eine große Rolle und ist vor allem eine Motivation für die Hauptcharaktere, aber Alisik ist auch eine Mystery-Serie, in der ich seltsame Wesen und Monster entwerfen konnte. Zeichnerisch war deshalb auch das letzte Buch für mich am interessantesten.

Ist eine Weiterführung von "Alisik" geplant? Die komplexe Totenwelt bietet meiner Meinung nach viel Raum für zukünftige Storys.
Wir haben schon noch einige Ideen, die im Alisik-Universum spielen, allerdings sind 5 Jahre Arbeit eine lange Zeit, in der man natürlich auch ganz andere Ideen entwickelt. Nicht nur die Fans sind traurig, dass die Serie beendet ist. Man hat sich sehr an die einzelnen Charaktere gewöhnt und sie kennengelernt.
Aber natürlich wollen wir auch ein schönes Ende und nicht eine Fortsetzung, wie man sie von vielen Filmreihen kennt. :-)
Mal gucken…

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Wie schauen nun nach "Alisik" deine weiteren Planungen aus? Gibt es vielleicht Ideen für eine weitere Zusammenarbeit mit Hubertus Rufledt?
Die Zusammenarbeit war wirklich cool. Wir haben uns super ergänzt. So wie es momentan aussieht, werden wir unsere nächsten Projekte aber alleine machen. Ich hab auch schon ein bisschen angefangen. Allerdings haben sich auch einige Buchcover und Illustrationen angestaut, die ich vorher abarbeiten muss (Besser darf. ;) Sind sehr schöne Sachen dabei!). Wahrscheinlich geht es in eine ziemlich andere Richtung. Guckt am besten regelmäßig bei www.trickwelt.com (oder Facebook, Twitter, Instagram) vorbei.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.
Vielen Dank für die coolen Fragen!

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Special vom: 17.05.2015
Autor dieses Specials: Christian Recklies
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Ausführlicher Serienrückblick
Rezensionen Alisik # 1 - 4
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