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DuckStars - ganz Entenhausen ist im Sammelkartenfieber80 Jahre Donald Duck


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These: In 10 Jahren gibt es keine gedruckten Comicmagazine mehr
Ich gebe gerne zu, dass ich zu den Early Adoptern gehöre. Ich liebe Technik, ich hätte immer gerne die neueste Technik - wenn ich sie mir immer leisten könnte - und ich gehe gerne neue Wege. Das sieht man auch an meinem bisherigen Lebensweg in Sachen Comics. Es gäbe sonst vielleicht nicht das Comicforum. Splashcomics hat als erste Comicwebsite in Deutschland eine mobile Site für Smartphones mit Touchscreen zu bieten.

Bereits seit etlichen Monaten lese ich Romane nur noch digital. Anfangs auf dem iPhone, inzwischen auf dem iPad. Habe ich Interesse an Magazinen lade ich sie mir herunter und bin dabei sogar umweltfreundlich. Denn wegen mir müssen weniger Bäume sterben, weniger Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Sicherlich verbrauchen die Geräte Strom, aber die Ökobilanz ist laut Newsgrape besser, als bei der gedruckten Variante - wenn man es mal ganz getrennt von meiner sonstigen Arbeitsumgebung betrachtet.

Doch einmal vom Umweltaspekt abgesehen: Es werden immer mehr eBooks und eMagazines verkauft. Immer mehr Menschen switchen dorthin. Gizmodo hat gar vor Kurzem gemeldet, dass Amazon inzwischen mehr eBooks als gedruckte Bücher verkauft. Der Trend ist also sehr eindeutig.

Nun zu meiner These. Ich behaupte, dass in spätestens zehn Jahren keine Comicmagazine mehr gedruckt werden. Wir werden bis dahin einen Schwenk auf digitale Veröffentlichung sehen. Und das ist sehr einfach zu begründen:

Der allgemeine Trend im Buch- und Magazinmarkt geht in diese Richtung

Wie schon erwähnt: Amazon verkauft bereits mehr digitale als gedruckte Bücher. Und auch immer mehr Magazine werden digital verkauft. Die großen Verlage nehmen hier die Vorreiter-Rolle ein. Die Comicverlage, die Magazine im Programm haben - und es sind ja nicht so viele - werden sich dem im Endeffekt nicht mehr verschließen können.

Neue Leser braucht das Land
Eines dürfte in den kommenden Jahren immer klarer werden: Die alten Leser werden nicht mehr jünger. Hat sich mal jemand bei der Veranstaltung mit Helmut Nickel beim Comicfestival München umgesehen? Vermutlich waren hier 90 % aller Besucher Leser der Sprechblase. Und die Besucher dieser Veranstaltung waren ganz ehrlich nicht mehr die Jüngsten. 10 Jahre weiter in der Zukunft werden möglicherweise einige schon nicht mehr unter uns weilen oder zumindest so sehr im Greisenalter stecken, dass sie kein Interesse mehr an einem Comicmagazin haben werden. Man braucht dazu nun einmal keinen Rechenschieber.
Die Magazine werden also jüngere Publikum ansteuern müssen, damit ihnen nicht nach und nach die Leser abhanden kommen. Und diese bekommt man nun einmal nicht mehr am Kiosk oder im Comicfachhandel. Die bekommt man in den verschiedenen App Stores.

Geringere Herstellungskosten
Ein eMagazin kostet weniger in der Herstellung. Der Druck fällt schlicht und ergreifend weg. Und damit könnte eine Absenkung des Preises einher gehen. Es ist auch ratsam mit Kampfpreisen in die E-Zukunft zu starten, um eine breite Leserbasis zu schaffen, die dann eine spätere Preiserhöhung mittragen. Hier könnte also der Trend im Comicbereich zu immer teureren Produkten gebrochen werden.

Grundlegende Änderungen im Umweltbewusstsein
Man braucht kein Prophet zu sein, um dies voraus zu sehen. Denn dies ist längst im Gange. Waren Überlegungen über die Atomkraft früher noch ein Randthema ist es zum Massenthema geworden. Und dies wird in den kommenden zehn Jahren auch immer mehr bei anderen Umweltschutzthemen passieren. Daraus wird eine schrittweise Ächtung gedruckter Erzeugnisse einher gehen.

Es geht eigentlich fast nur bei den Comicmagazinen
Manga gehen inzwischen den Schritt zu eManga. Danach kann es Erzeugnisse wie das Lustige Taschenbuch treffen. Und was gibt es dann noch, was wirklich Sinn macht als elektronische Veröffentlichung?
Frankobelgische Alben werden eher nicht in den kommenden zehn Jahren diesen Weg gehen. Sie sind ein zu speziells Produkt, das sich relativ schlecht an die elektronischen Gegebenheiten anpassen lassen. Sie leben vom haptischen Gefühl, das der Hardcovereinband und die hochwertigen Seiten versprechen. aber auch hier könnte ein Generationswechsel anstehen, wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt. Eine Einschätzung ist hier aber sehr schwierig. Hier wird man die Entwicklungen in Frankreich beobachten müssen.
Comicmagazine hingegen leben nur bedingt vom haptischen Erlebnis. Sie sind deutlich austauschbarer, sehr ähnlich zu den eManga. Sie werden seltener gesammelt, sie werden gelesen, mit auf die Toilette genommen. Hier passt es also sehr gut, wenn es eine elektronische Version gibt.

Alles in allem ist die These, dass in 10 Jahren keine gedruckten Comicmagazine mehr produziert werden, nicht zu weit gegriffen, sie ist einfach eine logische Konsequenz aus den aktuellen Ereignissen im Comicbereich und darüber hinaus.

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Artikel vom: 29.09.2011
Kategorie: Kolumne
Autor dieses Artikels: Bernd Glasstetter
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