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10 Jahre Die Virtonauten von Remory


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Comic-Gebabbel 2: DC und Marvel auf neuem Kurs

Es war ein interessanter Start in den Herbst, insbesondere bei DC und Marvel. Die Firmen, die Superman, Batman, Spider-Man und X-Men beheimaten, sorgten fr fette Schlagzeilen in den USA. Marvel wurde von Disney gekauft, was alleine schon eine Sensation darstellte. Und DC warf seinen beraus populren Chef raus und versucht sich mit einer Umfirmierung neu zu positionieren. Die Dickschiffe der amerikanischen Comic-Industrie befinden sich also in neuen Gewssern, bei denen zumindest manche Experten nicht ganz sicher sind, wo diese hinfhren.

Donald und Spidey machens zusammen

Der Deal ist insbesondere in Zeiten der Wirtschaftskrise gigantisch. Wo andere Firmen Milliardenhilfen vom Staat suchen, verleibt sich der Disney-Konzern fr satte vier Milliarden US-Dollar (das sind ungefhr 2,8 Milliarden Euro) den Marvel-Konzern ein. Und es war ein Kanonenschlag fr die Comicindustrie. Disney bringt zwar in den USA schon lange keine Comics mehr heraus, aber dafr war man in der Vermarktung der eigenen Marken immer sehr erfolgreich, machte diese Vermarktung zum letztendlich dicksten Standbein. Obwohl auch Marvel zuletzt nun nicht gerade wenig Erfolg hatte Marken wie Spider-Man oder Iron Man in die Kinos zu bringen, so kann man sich doch sicher sein, dass Marvel von diesem Deal stark profitieren wird und die eigenen Marken noch besser im Markt positioniert werden.

Disney wird das Ganze auch nicht nur zum Spa an der Freud gemacht haben. Die eigenen Comiclizenzen liegen bereits seit einigen Monaten brach: Man wird es kaum glauben, aber in den USA erscheinen derzeit keine Comics von Donald Duck & Co. Was hierzulande zum Erfolgreichsten im Comicbusiness gehrt, ist in den USA schon Jahre zuvor nur noch eine Randerscheinung mit uerst schlechten Verkaufszahlen gewesen. Vielleicht erhofft man sich bei Disney ein paar Neuerungen fr das eigene Universum. Ein paar Comicknstler haben tatschlich bereits Marvel-Versionen von Disney-Charakteren ins Netz gestellt, die durchaus interessant aussehen.

Whrend der Comicbereich also eher fr ein paar Witze gut ist, so ist der Filmbereich schon am Ehesten der Punkt, an dem sich Marvel und Disney ergnzen und gegenseitig befruchten knnen. Marvel hat hier starke Marken zu bieten, die zum Einen die Einnahmen garantieren und zum Anderen aber auch einen dramatischen Faktor ins Disneyreich transportieren. Nicht immer war man dort erfolgreich, wenn man Dramen generieren wollte, insbesondere, wenn sie nicht gezeichnet oder im Computer entstanden waren. Disney hat sich also an dieser Stelle eine logische Erweiterung ins Haus geholt.

DC macht ja, was eigentlich?

Whrend also Marvels Wechsel zu Disney durchaus logisch zu nennen ist, ist das, was bei DC passierte nicht so klar ersichtlich. Man trennt sich von einem verdienten Chef, lsst ihn aber weiter fr DC schreiben und setzt eine Frau, die nichts von Comics, dafr umso mehr von Lizenzen und Marken versteht, ein. Und die Firma wird umbenannt in DC Entertainment. Das klang zunchst unspektakulr, wie ein Business-Deal eben.

Paul Levitz ist einer dieser Menschen, die sich von selbst nach oben gearbeitet haben. Von Kleinauf ein Comicfan, spter Autor bei DC, dann Chef des Unternehmens und jetzt wieder ein Autor. Auch das klingt nicht so wahnsinnig spektakulr, aber Levitz war in den vergangenen Jahrzehnten eine der Persnlichkeiten, die gewaltige Umwlzungen vorgenommen hat, der einen groen Einfluss auf die Entwicklung des Comicmarktes in den USA hatte. Kurt Busiek, einer der einflussreichsten Zeichner bei DC, war jedenfalls geschockt: Paul nicht mehr in diesem Stuhl, in diesem Bro bei DC, in diesem Job, das wird Comics dermaen verndern, dass man es nicht vorhersagen kann. Levitz hatte groen Einfluss darauf, dass in den USA eine Backlist aufgebaut wurde, etwas, was man dort im Comicbereich gar nicht kannte. Andere Stimmen wiederum fragen sich, ob das Ganze nicht einfach nur Business as usual ist und ein logischer Schritt von Warner, der Muttergesellschaft, um die DC-Titel im Kino strker voranzubringen. So zum Beispiel Autor Keith Giffen, der seinen Kollegen, die sich mchtig aufregen, zuruft: Get a live!. Er bezeichnet die ganze Aufregung als Sturm im Wasserglas.

Und genau das knnte es auch sein. Paul Levitz war sicher der richtige Mann, um DC aus dem rauen Fahrwasser zu steuern, in das es einige Zeit lang geraten war. Er hat viel fr den Comic selbst erreicht, doch wenn es um die Entwicklung der eigenen Charaktere fr das Kino ging, ist nicht so viel gelaufen, wie es bei Marvel der Fall war. Alleine Batman konnte in den vergangenen Jahren neue Triumphe feiern. Superman kam bei seinem Relaunch nicht wirklich gut an und der Rest ist eher Schweigen. Dabei hat DC durchaus ein hnliches Potential, wie Marvel. Man muss es wohl einfach nutzen. Und genau das soll die neue Chefin von DC Entertainment tun.

Noch nicht einmal der Weggang von Levitz war wirklich spektakulr zu nennen. Man war bei Warner klug genug den sehr beliebten Chef von DC Comics nicht komplett herauszuwerfen und ihn auf einen Posten zu setzen, den die Fans sowieso lieber haben: Den des Autoren. Das hat sicherlich verhindert, dass die neue Fhrung schon zu Beginn negative uerungen abbekommen hat. Sonst wre der Start mit Sicherheit sehr schwierig geworden. Das Fandom in den USA, speziell im Comicbereich, ist sehr mchtig und hat schon so manches Mal die Weiterverffentlichung von Comics durchgesetzt, die eigentlich htten eingestellt werden sollen.

Wo letztendlich der Weg von DC Entertainment hinfhrt, steht noch in den Sternen. Wird man wirklich in der Lage sein strker ins Kino vorzustoen? Oder ist der Markt fr Superheldenfilme bereits ausgereizt? Marvel hat diese Neupositionierung schon hinter sich und steht nicht schlecht da. Die Comicfans knnen sich auf jeden Fall auf neue Filme freuen. Ob sich bei beiden Firmen irgendetwas am Aussto von Comics ndert, ist wohl unwahrscheinlich. Die Comicdickschiffe werden ebensolche bleiben. Was sich nun wirklich getan hat, kann man wohl erst in ein paar Jahren richtig beurteilen.

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Artikel vom: 01.11.2009
Kategorie: Gebabbl
Autor dieses Artikels: Bernd Glasstetter
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