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Die Besetzung von Surrogates
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Für die Hauptrolle des FBI-Agenten wandten sich die Produzenten an Superstar Bruce Willis. „Er ist wirklich einer der ganz Großen seiner Generation“, sagt Mostow. „Es erfordert schon ganz besonders großes Können, eine Rolle wie diese glaubwürdig zu spielen. Es geht hier um eine alternative Realität und er stellt das ganz glaubwürdig dar. Er hat echtes Talent.“

„Das Tolle an Bruce ist, dass er sowohl einen harten Cop als auch einen Jedermann glaubwürdig spielen kann“, weiß Produzent Hoberman. „Aus philosophischer und aus theoretischer Perspektive betrachtet, ist das der Typ, den er darstellen muss. Er begibt sich auf eine Reise, erfährt am eigenen Leib das Problem Mensch kontra ’Surrogate’ und stürzt so in eine tiefe Sinnkrise. Natürlich gibt’s im Film auch jede Menge Action – eben all das, was man von einem Bruce-Willis-Film erwartet.“

„Die Humanität hält durch Bruces Figur im Film Einzug“, sagt Mostow. „Wie jeder andere erledigt er seine täglichen Aufgaben mit Hilfe moderner Robotertechnologie. Er ist ein FBI-Agent und arbeitet von zuhause aus. Während er sicher in seinen vier Wänden sitzt, erledigt sein ’Surrogate’ draußen die gefährliche Schmutzarbeit. Dann verliert er seinen ’Surrogate’ und ist so gezwungen, selbst hinauszugehen, um seinen Job zu erledigen. Jetzt erfährt er am eigenen Leib, was es heißt, als Mensch in einer von Robotern und Technik dominierten Welt zu leben.“

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„Gleichzeitig beginnen sich in ihm menschliche Gefühle zu regen. Schmerzhaft wird ihm klar, dass er und seine Frau sich auseinandergelebt haben. Vielleicht auch, weil sie geradezu süchtig nach ihrem ’Surrogate’ ist“, fährt der Regisseur fort. „Der Mann durchlebt eine existenzielle Krise. In dem Moment, in dem er anfängt, wieder ein menschliches Leben zu leben, erkennt er, wie krank die Welt inzwischen geworden ist. Er beginnt, diese mit ganz anderen Augen zu sehen.“ „Ich sehe Greer als jemanden, der für einige Zeit durchaus die Vorteile der Roboterwelt genossen hat“, fügt Produzent David Hoberman hinzu. „Aber in dem Moment, in dem sein ’Surrogate’ zerstört wird und er keinen neuen bekommen kann, ist er plötzlich wieder ganz Mensch. Nun muss er eine Wahl treffen.“

Die Filmemacher entschlossen sich, als Partnerin von Willis Radha Mitchell zu besetzen. „Jennifer Peters ist ein interessanter Charakter, weil sie im Film eigentlich drei verschiedene Personen darstellt“, erläutert Produzent Lieberman. „Sie spielt Peters ’Surrogate’, die etwas naive, hübsche neue Partnerin von Greer, sie ist die ’echte’ Peters, eine reichlich hausbackene Malerin, und dann gibt’s noch den dritten Part – und der ist Teil des ganzen Rätsels. Radha war also wirklich gefordert, musste sie doch stets die feinen Nuancen, die die verschiedenen Figuren ausmachen, treffen.“

„Es war gut, Radha zu engagieren“, sagt Hoberman. „Sie hat eine außergewöhnliche Filmografie. Wir kennen sie aus FINDING NEVERLAND („Wenn Träume fliegen lernen“, 2004), MAN ON FIRE („Mann unter Feuer“, 2004) und FEAST OF LOVE („Zauber der Liebe“, 2007), den Robert Benton inszenierte. Sie ist eine hervorragende Charakterdarstellerin und sie sieht gut aus. Sie war genau das, was wir uns vorstellten.“

„Die Figur der Jennifer Peters wirft stets die Frage nach der ’wahren’ Identität auf“, sagt Mitchell. „Sie ist ein interessanter Charakter. Ich musste dauernd überlegen, wer ich denn gerade war. Wer ist diese Jennifer Peters? Sie sitzt da in ihrem ’stim chair’ und wir lernen sie als Mensch eigentlich nie richtig kennen. Sie hat braune Haare, schlechte Haut, einen dicken Hintern, merkwürdige Zähne und strähniges Haar. Sie will die virtuelle ,Realität’, in der sie versinkt, eigentlich gar nicht verlassen. Sie lebt als Roboter das Leben einer FBI-Agentin. Und wir sehen ihr ’Surrogate’, das auch Jennifer Peters ist.“

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„Es ist ein wenig verwirrend, gleichzeitig faszinierend und manchmal auch schwierig, einen Roboter zu spielen, der dieselbe Stimme und dieselben Bewegungen besitzt wie das menschliche Vorbild. Und dann muss man bedenken, dass der Mensch den Roboter steuert und so anders erscheinen lässt, als er in Wirklichkeit ist“, klärt Mitchell auf. „Der jeweilige ’Surrogate’ wird ganz nach den Vorstellungen des Menschen, den er ’ersetzen’ soll, geformt“, klärt Regisseur Mostow auf. „Aus psychologischen Gründen ’erschaffen’ die meisten Menschen ihre ’Surrogates’ nach ihrem eigenen Vorbild, um sich so besser in sie hineinversetzen zu können. Und natürlich wollen dabei alle etwas ranker und schlanker aussehen. Nur die ganz Wagemutigen wählen andere Körper, wechseln die Hautfarbe und das Geschlecht. Die Menschen wiederum, die wenig Geld haben, können auf generische Dummys zurückgreifen, auf ’Grundmuster’, die in puncto Aussehen noch nicht geformt wurden.“

Rosamunde Pike wurde für die Rolle der Maggie verpflichtet, die von ihrem ’Surrogate’ besessene Ehefrau von FBIMann Greer. „Maggie sieht wunderschön aus, fühlt sich aber selbst vollkommen unzulänglich“, sagt Hoberman.  „Sie will im Spiegel nur Schönheit sehen. Für Greer zählt aber primär innere Schönheit. Er hat sich einst in ihr Wesen verliebt, nicht in ihr Äußeres.“

„Tom und Maggie sind ein sehr authentisches Paar, das sein Kind verloren hat. Er stürzt sich daraufhin in seine Arbeit und so muss sie die ganze Trauerarbeit allein leisten“, sagt Pike. „Weil sie sich selbst so unvollkommen fühlt, tröstet sie sich mit Hilfe der Perfektion ihres ’Surrogates’. Eigentlich treffen sich in ihrer Person zwei Roboter, nicht zwei Menschen.“

„Ihre Beziehung ist eigentlich die Seele des Films“, fügt Hoberman hinzu. „Wir fangen damit an, dass zwei Menschen ganz unterschiedlich mit dem Tod ihres Kindes umgehen – und das zu einem Zeitpunkt, als sich die ’Surrogates’- Technologie gerade durchzusetzen beginnt.“

„Dieses ganze Konzept mit den ’Surrogates’ ist natürlich ein idealer Nährboden, wenn man eine verrückte, originäre Welt kreieren will“, sagt Pike. „Man kann einerseits auf verschiedenen Ebenen über Sucht und Paranoia reflektieren. Andererseits ist das Ganze eine sehr menschliche Geschichte. Im Prinzip ringen Maggie und Tom stellvertretend darum, was wichtiger, was ,richtiger‘ ist: Perfektion oder Realität.“

Pike stellte sich Maggies ’Surrogate“ als 50er-Jahre-Stewardess vor: „Wissen Sie, Pan Am zu ihren besten Zeiten, die Damen mit diesen hübschen blauen Outfits.“ Ganz im Gegensatz dazu steht ihr menschlicher Charakter: „Man fühlt sich sehr nackt, wenn man seine ganzen Unzulänglichkeiten ans Tageslicht bringt.“

Für die zentrale Figur des Technikgenies Canter, Erfinder der ’Surrogates’, wandten sich die Filmemacher an zwei Darsteller: James Francis Ginty verkörpert die Jugendversion, James Cromwell den in die Jahre gekommenen Wissenschaftler. „Canter ist ein alternder Mann, der wegen der ihn lähmenden Krankheit im Rollstuhl sitzt, welcher ihm gleichzeitig als ’stim chair’ dient“, erklärt Regisseur Mostow. „Und in der Geschichte geht es auch darum, dass Canter, der die ’Surrogates’ kreiert hat, glaubt, dass diese Technik inzwischen missbraucht und falsch weiterentwickelt wurde und sie mit seinen ursprünglichen Absichten nichts mehr zu tun hat.“

„Canter ist kein Messias“, glaubt Ginty. „Ich meine tatsächlich, dass er ursprünglich nur Gutes wollte. Schon früh in seinem Leben wird er von dieser heimtückischen Krankheit heimgesucht. Diese Erfahrung lässt ihn die ’Surrogates’ erschaffen. Zum Nutzen von Menschen, die schwerkrank sind.“

„Man stelle sich vor, was für ein Geschenk das an die Menschen wäre, die nicht mehr so leben können wie alle anderen“, sagt Produzent Hoberman. „Canter sah darin auch eine Möglichkeit, Polizisten und Soldaten im Krieg zu schützen – es würden die ’Surrogates’ sterben, während die Menschen in der Sicherheit ihrer vier Wände bleiben könnten. Aber als ein multinationaler Konzern die Technologie in die Hände bekam, liefen die Dinge aus dem Ruder. Der ursprüngliche Sinn der Erfindung wurde ad absurdum geführt. Canter kann diese Art von ’Surrogates’-Technik nicht gutheißen.“

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Und dann gibt es noch diese andere „Partei“ in der Kontroverse um die „Surrogates“: Angeführt wird sie von einem Seher, der sich selbst „Der Prophet“ nennt. „Er ist ein faszinierender Charakter, eine tolle Leinwandgestalt, eine mythologische Figur, der die Menschen folgen“, erläutert Produzent Lieberman. „Er predigt Menschsein, ist gegen Technologie und natürlich gegen die ’Surrogates’.“ Die Filmemacher entschlossen sich, Ving Rhames für diesen Part zu verpflichten. „Ving ist einfach ein sensationeller Darsteller mit einer unglaublichen Leinwandpräsenz. Das machte ihn perfekt für die Rolle“, sagt Lieberman. „Er strahlt Kraft und Führungsstärke aus.“ Hoberman fügt hinzu: „Ving ist mächtig und besitzt eine kräftige Stimme. Das, fanden wir, würde auch in gutem Kontrast zur Figur von Bruce stehen.“

„Der ’Prophet’ ist eine Kultfigur, ein Führer, der die Menschen leitet, die gegen die ’Surrogates’ sind – sei es nun aus ethischen oder wirtschaftlichen Gründen“, sagt Autor Venditti. „Diese entrechteten Bürger, die nicht an der ’Surrogates’-Technologie teilhaben, leben als Ausgestoßene an einem Ort namens „The Reservation“ (= das Reservat). Dort können sie ihren eigenen Glaubenssätzen folgen und sich von der hochtechnisierten Welt fernhalten.“

Zur Besetzung gehören außerdem Boris Kodjoe als FBIChef Andrew Stone, Michael Cudlitz als Colonel Brendon und Jack Noseworthy als örtlicher Schläger namens Strickland, der die Story in Gang bringt. „In unserem schnelllebigen 21. Jahrhundert mit den rasenden technologischen Fortschritten bekommen immer mehr Leute Angst, ob sie damit überhaupt Schritt halten können, ob sie sich zukünftig in dieser neuen Welt noch zurechtfinden werden“, sagt Mostow. „Und genau davon erzählt auch unser Film. SURROGATES ist nichts anderes als eine Allegorie auf das Leben in einem hochtechnisierten Zeitalter. Die Zuschauer identifizieren sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten unseres Films, ganz einfach, weil sie sich in irgendeiner Weise wiedererkennen.“


Special vom: 25.01.2010
Autor dieses Specials: Walt Disney Studios Motion Pictures, Germany
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