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Interview mit Hochwürden Aha - Teil 2
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Wie würdest Du den Epidermophytie charakterisieren? Wen spricht er an?

Ich denke, dass wir mit unserem Heft zwischen allen Stühlen sitzen. Das heißt, für ein Mainstreamprojekt sind wir ein wenig zu verschroben und abgedreht und für die Kunstleute zu wenig Kunst. Wir sind düster und lustig, aber nicht interessant für Horror- und Komikfreunde. Wir haben unseren eigenen Grundton. Ich habe ehrlich gesagt wenig Ahnung, ob und wie das goutiert wird. Als wir das Heft ein paar Ausgaben gemacht hatten und dann merkten, dass man mit so einem Projekt nicht demnächst durch die Decke gehen wird, waren wir auf einmal viel freier. Nach dem Motto, wenn es sich schon nicht in Ruhm und Reichtum auszahlt, können wir wenigstens damit machen, was wir wollen. Das ist unsere Spielwiese. Wenn wir Bock haben die nächste Ausgabe nur mit depressiven Rechtecken zu füllen, die versuchen Faust 2 von Goethe aufzuführen und das in A2 zu veröffentlichen, können wir das machen. Und wir sprechen damit die Leute an, die Willens sind uns im jeweiligen Heft zu folgen. Wir haben mal eine Ausgabe gemacht, die aus verschiedenen Kurzgeschichten bestand, die alle zusammen eine Geschichte ergeben. Sie handelt von einem alten westdeutschen Geheimbund, der sich auf das rituelle kannibalistische Verspeisen von ostdeutschen Mitbürgern spezialisiert hat. Was für uns damals erklärte, warum es am Kollwitzplatz keine Eingeborenen mehr gibt. Ein alter Stasimajor kommt ihnen dann auf die Schliche. Leute, die so was witzig oder unterhaltsam finden, die sprechen wir an. Prinzipiell würde ich gern wieder mehr raus aus der Comicszene und zurück auf die Straße.

Wie kam es zum Namen der Zeitschrift?

Wir hatten die erste Ausgabe fast fertig. Es war Wochenende. Wir tranken viel Kaffee und wenig Alkohol und wir hatten ein Fremdwörterlexikon. Buch auf, Finger rein, Name abgehakt. Das es jetzt unbedingt so ein Krankheitsname sein musste, war eher so ein Punkding.

Wie lange gibt es Euch schon und wie fing alles an?

Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber ich glaube, Mitte der Neunziger Jahre haben wir angefangen. Ich habe vorher immer schon so Punkercomicheftchen gezeichnet und hatte keine Lust mehr, alles alleine zu machen. Später habe ich dann gemerkt, dass die Arbeit gar nicht weniger wird und ich sie jetzt aber noch nicht mal mehr für mich selbst mache.
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Special vom: 13.08.2008
Autor dieses Specials: Bernd Hinrichs
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Interview mit Hochwürden Aha - Teil 1
Interview mit Hochwürden Aha - Teil 3
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