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Interview mit Alexandra Germann

lexa.jpgDieser Teil des Special ist auch als Artikel erschienen und dort als Podcast downloadbar.

Hier nun die Sichtweise des Verlags, der Ehapa Comic Collection. Wir haben Alexandra Germann ein paar Fragen zur ultimativen Edition gestellt. Die Fragen stellte Bernd Glasstetter.

Splashpages: Du bist ja selbst ein Comicfan. Welche Edition würdest Du privat bevorzugen: Die Gesamtausgabe oder die ultimative Edition?

Alexandra Germann: Als Comicfan und insbesondere begeisterte Asterix-Leserin würde ich mir eigentlich beide Ausgaben kaufen (wenn ich sie nicht schon hätte) [lacht]. Einerseits ist die ultimative Edition mit der neuen Colorierung einfach ein wunderbarer Lesegenuss und im Vergleich zur klassischen Ausgabe ist das einfach noch mal die Gelegenheit wieder einmal in alten Zeiten zu schwelgen sozusagen. Und da würde ich eben zu Beiden greifen und hab das auch schon zur Genüge getan, da ich mir die bereits erschienenen Alben parallel durchgeguckt habe und verglichen hab und das ist einfach eine wunderbare Sache muss ich sagen.

Splashpages: Die Ehapa Comic Collection hat erst vor kurzem die Gesamtausgabe fertig gestellt. Ist es aus Deiner Sicht problematisch, dass es nun zwei Editionen gibt, die eigentlich denselben Markt einnehmen?

Alexandra Germann: Also aus meiner Sicht ist es so, dass die ultimative Edition ein absolutes Schmuckstück darstellt. Also etwas ganz Besonderes ist und alleine durch das Überformat wird es dem Großteil der normalen Leserschicht eigentlich befremdlich erscheinen und diese Leser sind dann mit der Gesamtausgabe gut bedient und glücklich und zufrieden. Die ultimative Asterix-Edition bietet dem eigentlich eingehend interessierten und nicht vor Veränderungen zurückschreckenden Fan eine tolle Gelegenheit sich wieder einmal mit diesem Universum zu beschäftigen. Und man kann sich durchaus auch fragen, warum nun an manchen Stellen doch ganz andere Farben zum Einsatz kommen und wie das Ganze ausgearbeitet worden ist von den Franzosen. Das hat ja auch eine Besonderheit, wenn man das im Vergleich zu den klassischen Alben betrachtet.
Ich denke nicht, dass es problematisch ist, denn ich glaube nicht, dass es wirklich 1:1 dieselbe Zielgruppe ist, die dort bedient wird. Die Gesamtausgabe richtet sich an eine Leserschicht, die Asterix aus alten Tagen kennt, nicht nur die Asterixfans, die eingefleischten Asterixfans, sondern eine große Bandbreite an Lesern, die zu Hause die Kioskausgabe vielleicht in ganz alter Form stehen haben, die sich an ihre Kindheit erinnern und die Gesamtausgabe jetzt gerne in ihrem Regal sehen würden, weil sie eben Asterix damals in ihrer Kindheit gelesen haben. Und die ultimative Edition sehe ich als ein Prachtstück, als eine Perle. Die ist auch, wenn man sich unsere Verkaufserwartungen anguckt, bei weitem nicht so angesiedelt, wie die Gesamtausgabe. Und ich denke, dass es wirklich sich hierbei auf die absoluten Sammler beschränkt, die wirklich sehr daran interessiert sind, wie Asterix sich weiter entwickelt

Splashpages: Ihr habt für die Gesamtausgabe einige sehr interessante Artikel verfasst, die einen erheblichen Hintergrund für Asterix zur Verfügung stellen. Warum wurden diese nicht auch für die ultimative Edition verwendet?

Alexandra Germann: Auf die Konzeption der ultimativen Asterix-Edition hatten wir keinen direkten Einfluss. Hier und da kommen zwar in den redaktionellen Beiträgen am Schluss der Alben Abbildungen aus unserem Archiv zum Einsatz. Aber das Konzept an sich ist komplett in Frankreich erschienen bei Les Editions Albert René. Wenn wir Einfluss gehabt hätten, dann wäre es uns auch nicht sinnvoll erschienen 1:1 die Artikel aus der Gesamtausgabe zu übernehmen. Hier hätte sich eher ein Vergleich angeboten zwischen der klassischen und der ultimativen Ausgabe oder zum Beispiel Interviews mit den Beteiligten, Einblick in die umfassenden Colorierungsarbeiten usw. Das wäre schön gewesen, hätte ich auch toll gefunden, aber leider war uns das nicht gegeben, da Einfluss zu nehmen da drauf.

Splashpages: Warum wurde die deutsche Ausgabe erst so spät angekündigt? Dass die ultimative Edition in Frankreich erscheinen wird, war ja schon etwas länger bekannt.

Alexandra Germann: Genau, das ist richtig und es ist so, dass die Ausgabe ja in Koproduktion mit unserem französischen Lizenzgeber entsteht. Und wir hatten von unserem Lizenzgeber auch Informationen, dass sich aus produktionstechnischen Gründen die Herstellung verzögern könnte. Und das sah ganz danach aus, dass das so wäre und deswegen haben wir uns sehr zurückgehalten hier schon groß irgendetwas anzukündigen, was dann doch erst eventuell 2007 auf den Markt kommen sollte oder könnte. Das war wirklich sehr wage. Und wir haben noch kurz überlegt, ob wir es denn ankündigen sollen oder nicht und sind da sehr geschwankt, aber wir haben dann gesagt: Nein, das lassen wir mal lieber ruhen und waren dann glücklich, als es geklappt hat und so verhielt sich das damals.

Splashpages: Wenn noch niemand Asterix gelesen hat, welche Edition würdest Du ihm empfehlen? Die Kioskvariante, die ultimative Edition oder die Gesamtausgabe?

Alexandra Germann: Ich würde das ganz an den Bedürfnissen des einzelnen Lesers festmachen. Wer einfach eine gute Unterhaltung für eine Zugreise sucht oder Eltern, die ihren Kindern irgendwie Asterix näher bringen wollen, die greifen sicher zur Kioskausgabe. Wer mehr an den Hintergründen zur Reihe interessiert ist, und an den Informationen zur Entstehungsgeschichte, dem würde ich auf jeden Fall die Gesamtausgabe empfehlen, da dort durch die Artikel doch eine Menge abgedeckt wird. Und wer als Asterixfan besonderen Augenschmaus genießen will, nicht nur wegen der neuen Colorierung, sondern wegen des neuen Letterings und wer den Sprung vor allem von Asterix ins digitale Zeitalter miterleben will, dem würde ich die ultimative Edition empfehlen.

Splashpages: Von Asterix gibt es ja auch verschiedene Mundart-Ausgaben und diese werden auch weiterhin gepflegt und neue Ausgaben sind bereits eingeplant. Welche Filme werdet Ihr da künftig verwenden: Die der ultimativen Edition oder die der Kioskausgabe?

Alexandra Germann: Also derzeit ist es noch nicht geplant für die Mundartausgaben die neue Colorierung zu verwenden, das wird also weiterhin die alte, klassische Colorierung sein.

Splashpages: Wird die Kioskausgabe auch sukzessive bei Nachdrucken auf die Filme der ultimativen Edition umgestellt?

Alexandra Germann: Derzeit ist es noch nicht geplant. Da sind wir noch weit weg von. Eventuell irgendwann in der Zukunft ist es sicherlich denkbar, aber derzeit ist das noch überhaupt kein Thema.

Splashpages: Sollte irgendwann ein weiterer Band erscheinen – Albert Uderzo hatte 2005 auf der Buchmesse angedeutet, dass das passieren könnte – wie wird dieser erscheinen? Nur am Kiosk? Zeitversetzt auch als ultimative Edition? Wie wird die Gesamtausgabe davon betroffen sein?

Alexandra Germann: Zunächst einmal hoffen wir natürlich sehr, dass noch ein neuer Band erscheinen wird. Wann das sein wird, steht natürlich noch in den Sternen. Also zunächst mal wird es sicherlich die Kioskausgabe geben, parallel das Hardcoveralbum und sicher wird das auch integriert werden in die ultimative Edition. Wie es mit der Gesamtausgabe aussieht, da muss man dann abwarten, ob man eventuell noch in irgendeiner Form Fleisch drum rum hat, um so einen Band zu füllen. Weil so sehr viel Auswahl hat man da jetzt nicht mehr. Deswegen wird es schwierig werden. Aber wir sind gewillt die Gesamtausgabe auch als solche fortzusetzen und man wird sehen, was zu dem Zeitpunkt noch alles passiert ist.

Splashpages: Gerade bei der ultimativen Edition könnte das ja auch etwas schwierig werden. Da hat es ja jetzt ein Rückenbild. Wenn da fortgesetzt wird, wie wird dann das Rückenbild fortgesetzt?

Alexandra Germann: Das ist eine gute Frage. Da bin ich aber auch überfragt. Ich denke mir aber folgendes: Das Rückenbild zeigt ja das Dorf in der Ansicht vom Meer her und ich glaube, wenn man da rechts noch einen Band 34 ansetzt... Ich denke, das dürfte schon möglich sein. Schwierig würde es, wenn es da noch 20 weitere Bände geben würde [lacht].

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Alexandra Germann für dieses Interview.


Special vom: 17.01.2007
Autor dieses Specials: Bernd Glasstetter
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Kurzrezension
Vergleich Original - Ultimativ
Nachbearbeitung
Fazit
Die Idee zu Asterix
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