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Nachbearbeitung

Die ultimative Edition stellte eine enorme Herausforderung bei der Nachbearbeitung dar. Denn zur Entstehungszeit von Asterix und Obelix gab es keine digitale Bildbearbeitung geschweige denn einen solchen Druck.

Filme statt Daten
Bis heute werden beim Druck der Kioskausgaben von Asterix und Obelix – zumindest bei den älteren Alben – so genannte Filme verwendet. Dabei wird im Prinzip nichts anderes gemacht, als dass das Original – im Fall von Comics die von Hand getuschte und colorierte Seite – abfotografiert wird. Der entwickelte Film ist ein Negativ und wird zur Erstellung der positiven Druckplatten im Offsetdruck verwendet, die wiederum über ein fotoelektrisches Verfahren, ganz ähnlich dem bei herkömmlichen Fotos, belichtet werden. In der Druckmaschine wird die zu einem Halbkreis gebogene Druckform befeuchtet und anschließend mit einer Farbe eingefärbt. Dabei besteht die Druckplatte aus wasserabweisenden und wasseraufnehmenden Stellen, was wiederum dazu dient, um die Farbe aufzunehmen oder abweisen zu können. Danach wird das entstandene Druckbild auf ein Gummituch übertragen, das wiederum das Papier bedruckt. Auf dem Gummituch findet sich das Negativ wieder, auf dem Papier dann das korrekt gedruckte Positiv. Auf diese Weise wird insgesamt viermal verfahren, um Schwarz, Rot, Gelb und Blau abbilden zu können.

Nun haben Filme aber einen großen Nachteil: Sie altern. Die Filme, die die Ehapa Comic Collection einsetzt, sind zum Teil rund 50 Jahre alt und entsprechend angegriffen.

Daten altern nicht
Sicher: Auch aus Daten müssen wieder Filme werden, die dann wie oben beschrieben im Offset-Druck gedruckt werden können. Theoretisch kann allerdings auch ein direkter digitaler Druck erzeugt werden, der keine weiteren Zwischenschritte mehr nötig macht. Und ein großer Vorteil: Daten altern nicht. Sie können allerdings rein hypothetisch gesehen verloren gehen, gelöscht werden oder aber einfach irgendwann nicht mehr gelesen werden können, da die Technik sich verändert hat. So sind zum Beispiel Daten auf 5,25 Zoll-Disketten heute nur noch schwer lesbar, da es kaum noch Computer gibt, die ein solches Laufwerk besitzen. Die meisten Rechner haben ja schon mit 3,5 Zoll-Disketten ein Problem.

Lustig_lustig_300.jpg Die Restaurierung
Um alte Filme zu restaurieren, werden sie erst einmal gescannt. Im Falle von Asterix und Obelix, die auch noch neu coloriert wurden, musste auch noch eine Trennung der schwarzen Anteile von der Farbe erfolgen, denn diese lagen nicht getrennt vor. Wie so etwas funktionieren kann, hat auf Splashcomics Ulrich Wick am Beispiel seiner Serie Silberpfeil erklärt. Es ist wohl anzunehmen, dass in Frankreich ähnlich verfahren wurde. Anschließend mussten Fehler ausgebessert werden. Linien waren vielleicht nicht mehr vollständig vorhanden und mussten wieder geschlossen werden. Das musste behutsam geschehen, damit keine Unterschiede zur alten Version entstanden. Denn die Zeichnungen sollten freilich so erhalten bleiben, wie sie einst von Uderzo erdacht wurden.

Die Neucolorierung

Früher war alles viel einfacher. Die Fans akzeptierten eindimensionale Flächen, im Prinzip also ein Ausmalen einer Figur mit je einer Farbe je Fläche. Heute sieht das schon sehr viel anders aus. Computer machen vieles möglich und so ist ein Himmel eben keine blaue Fläche mehr, sondern enthält weiße Wolken und oft auch einen Farbverlauf. Das ist zwar in Photoshop alles machbar, aber bedeutet eine stundenlange Nachbearbeitung am Rechner. So können in eine Seite bei der Colorierung durchaus so viele Stunden hinein fließen, wie für das reine Zeichnen und / oder Tuschen. Unter Umständen kann das je Seite einen ganzen Tag dauern. Man kann also für die Neucolorierung eines Comics mit 48 Seiten gut zwei Mannmonate ansetzen.

Alles_gute_kommt_von_oben_3.jpg Texte texten
Es war einmal... In früheren Zeiten wurden Texte auch noch nicht am Computer eingefügt, das war alles reine Handarbeit. Gut: manche Texte wurden auf der Schreibmaschine geschrieben, speziell bei der Kioskausgabe von Asterix und Obelix. Aber sie mussten in die Sprechblasen eingefügt werden. Das geschah durch Übertragung der Texte auf Papier, das dann ausgeschnitten und in die Sprechblasen geklebt wurde. Dies konnte man durchaus sehen, wenn zum Beispiel beim Erstellen des Films noch ein kleiner Rand vom Papier zu sehen war. Da kann man bei älteren Ausgaben ja einmal darauf achten.

Vielleicht glaubt nun der geneigte Leser, dass es die Ehapa Comic Collection eigentlich sehr einfach hatte. Die Texte lagen doch vor und man musste sie doch nur übertragen. Weit gefehlt: Sie lagen wie eben gesagt nur „analog“ also auf Transparenzpapier oder direkt auf den alten Filmen vor. Die Herausforderung bestand und besteht bei der ultimativen Edition diese Texte erst einmal neu in die EDV einzugeben, sie dann in die Sprechblasen digital einzupassen und danach noch einmal Fehler zu korrigieren, die bei der Übertragung passiert waren. Ein gigantisches Verfahren, das viel Zeit kostet.


Special vom: 17.01.2007
Autor dieses Specials: Bernd Glasstetter
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Kurzrezension
Interview mit Alexandra Germann
Vergleich Original - Ultimativ
Fazit
Die Idee zu Asterix
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