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ZEBRA-Newsletter # 52 (Juli 2026 )
1986 gilt als Meilenstein in der Geschichte des Mediums Comic. In diesem Jahr erschienen mehrere Schlüsselwerke der sequentiellen Bilderzählung: MAUS von Art Spiegelman, WATCHMEN von Alan Moore und Dave Gibbons, THE DARK KNIGHT RETURNS von Frank Miller und - von vielen Historikern leider oft übersehen - COMMANDER CORK von Rudolph Perez. Zuvor wurde die Science Fiction beherrscht von selbsternannten, hauptberuflichen oder designierten Helden wie FLASH GORDON, VALERIAN und JOHN DIFOOL. Denengegenüber war COMMANDER CORK ein neuer Typ von Protagonist: nicht weniger forsch oder kompetent, aber deutlich bodenständiger, lebensnäher, realistischer, soweit man das von einem SF-Charakter sagen kann, souverän, aber leicht reizbar, tatkräftig, aber sofort bereit, lästige Arbeiten an seine Assistentin, eine hässliche Mutantin, zu delegieren. Kein herausragendes Vorbild, sondern mehr ein Alien wie du und ich! Während MAUS ein in zwei Bänden abgeschlossenes Opus ist, Fortführungen zu WATCHMEN in den Augen des Schöpfers Alan Moore keine Gnade fanden und Frank Miller nur noch 1mal zum Dunklen Ritter zurückkehrte (DK2), wird COMMANDER CORK auch nach 40 Jahren immer noch vom ursprünglichen Autor und Zeichner betreut, ZEBRA-Mitbegründer Rudolph Perez. Das erste Abenteuer des kleinen Verwaltungsangestellten vom Planeten Meta-Pengo erschien 1986 Im legendären Science-Fiction-Special (Vergriffen!) von ZEBRA das wegweisende Magazin. Seitdem sind weitere Episoden in ZEBRA-Ausgaben und in anderen Publikationen erschienen (z.B. regelmäßig im GRINGO-MAG), sowie eine eigene Comicbook/Paperback-Reihe im Gringo Comics Verlag (bisher fünf Bände). Außerdem geht, nach einer digitalen Pause, jetzt wieder jeden Monat eine brandneue CORK-Episode im gringo-logbuch online. Zum Jubiläum erscheint außerdem ein Sonderband mit Leseproben aus fast allen terrestrischen COMMANDER CORK-Publikationen. Ein schonungsloser aber liebevoller Blick auf die Karriere des umtriebigen Commanders zwischen Ärger mit Robotern, Frust mit Mutanten und Verlust von Schwerkraft und Geduld. Spannende und witzige Science-Fiction-Comics, wie sie sich keine KI ausdenken kann. Der Jubiläumsband wurde auf der Kölner Frühjahrsmesse und beim Comic-Salon Erlangen erfolgreich unters Volk gebracht. (Näheres zu diesen Veranstaltungen an anderer Stelle in diesem Newsletter.)

Abb. 1: CORK-KurzComic "Zeit zum Jubeln"
VERGRIFFEN Die Sonderausgaben von ZEBRA das sonderbare Magazin erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Der Sonderband zu "40 Jahre COMMANDER CORK" fand eifrige Abnehmer (Näheres dazu an anderer Stelle in diesem Newsletter.) Und die Print-Ausgabe unseres 50. Newsletters ist sogar schon vergriffen. Zur Erinnerung: seit 2000 geben wir regelmäßig unseren ZEBRA-Newsletter heraus, seit fünfzehn Jahren wird er digital als Special auf splashcomics.de publiziert. "Der Newsletter hält Verbindung, Kontext und Kontinuität lebendig.", meint der ICOM e.V., "immer mit dem sicheren Gespür dafür, dass Comicgeschichte auch aus Randnotizen, kleinen Beobachtungen und beharrlichem Dranbleiben besteht." Zum 25-Jahres-Jubiläum des NL hatten wir ihm nochmal eine gedruckte Version gegönnt. Die ist inzwischen restlos ausverkauft.

Abb. 2: Cover der Print-Ausgabe von ZNL # 50
COMIC-MESSE KÖLN (2. Mai 2026) Die Schlange am Stand von Salleck Productions, wo François Walthéry (NATACHA) signierte, war zwar länger als die Schlange am ZEBRA-Stand, aber wir können uns trotzdem nicht beschweren. Und das nicht nur, weil wir unfaire Vergleiche ablehnen, sondern auch, weil viele alte Bekannte und noch mehr neue Gesichter bei uns vorbeikamen, ein paar freundliche Worte wechselten und in den Heften blätterten. Ein paar Leute haben sogar etwas gekauft! Tatsächlich konnten wir den Umsatz der letzten Frühjahrsmesse toppen. Und das lag definitiv nicht an der Inflation, denn ZEBRA-Produkte sind seit letztem Jahr gar nicht teurer geworden. Im Gegenteil möchte man fast sagen. ZEBRA das kostenbewusste Magazin hat zur Comic-Messe in der Stadthalle Köln-Mülheim eine brandneue Gratis-Leseprobe herausgegeben. Für umsonst. (Näheres dazu an anderer Stelle in diesem Newsletter.) Das neue Heft wurde vom Publikum sehr gut akzeptiert. ("Spricht mich richtig an", meinte eine Kundin. Nur ein Messebesucher lehnte das Heft ab, weil er nach einem flüchtigen Blick darauf befand, dass es "nicht mein Style" ist). Titel von unserer Backlist waren ebenfalls stark gefragt. Es gab natürlich auch wieder den üblichen Prominenten-Auftrieb am ZEBRA-Stand, wobei sich Mitarbeiter, Kollegen und Experten die sprichwörtliche Klinke in die Hand geben: allen voran Peter Schaaff (DÄMONIKA. Seit ZEBRA Nr. 6 unregelmäßiger Gastzeichner), Norbert Höveler (GATORS), Frank Freund (EIERKÖPFE), Philippe de Sutter (HIRAM), Christian Blees (SPRECHBLASE-Chefredakteur) und ungezählte andere, darunter mehrere altbekannte, namenlose Abonnenten. Man sprach über Kolorierungsverfahren, die Generierung von Datenbanken, die Klima-Katastrophe, Lücken in der Comic-Sammlung und ähnlich brennende Probleme. Einige Händler hatten zur Comic-Messe eigene Tische mitgebracht, um die Angebotsfläche zu vergrößern, andere kämpften bei der Preisfindung entweder mit ihrer Zettel-Wirtschaft oder mit den Tücken der Technik ihrer elektronischen Preisliste. Wir konnten mit Verlegern und Herausgebern einige Projekte besprechen. Es wurde zwar nicht alles geklärt, aber wir sind nun zumindest alle auf dem gleichen Stand der Ungeklärtheit. Nicht zuletzt hat Alt-Star Rudolph Perez sich um die nächste Generation verdient gemacht, indem er junge Nachwuchszeichner mit wertvollen Layout-Tipps versorgte.
SALON ERLANGEN Der 22. Comic-Salon Erlangen (4.-7.6.2026) war ein Event der großen Erwartungen und kleinen Zufriedenheiten, vielen Eindrücken, alten Vertrautheiten und neuen Bekanntschaften. Außer Erfahrungen haben wir zwar nichts gewonnen, aber einige Kundinnen und Kollegen versicherten unaufgefordert, dass ihnen der Zeichenstil von ZEBRA-Repräsentant Rudolph Perez gefällt. Bestätigende Lügendetektor-Tests stehen allerdings noch aus.
Im Rahmen der geheimen MINT-Initiative der Bayerischen Landesregierung wurde der Salon ganz von der Quantenphysik dominiert. Es gab eine Ausstellung "Quantastische Comics", Vorträge und Podiumsdiskussionen zum Thema fanden statt, und durch den neuen Besucherrekod von 35.000 zahlenden Gästen hatte der Salon im Veranstaltungs-Ranking eine quantenphysikalisch typische "Superposition" erreicht. Durch die quantische Überlappung von Möglichkeiten hätte es sogar theoretisch passieren können, dass Rudolph Perez mit dem "ZEBRA-Gesamtpaket" den Independet Comic Preis gewinnen und trotzdem gleichzeitig seinen Status als verkannter Künstler hätte behalten können (Näheres zur Nominierung an anderer Stelle in diesem Newsletter. Mehr über Perez' Künstler-Status in ZNL # 39) Da Quanten keine kleinen Teilchen sind, sondern ausdehnungslose punktartige Realisierungsakte von lichtartigen oder materriehaften Prozessen, wären Quantencomics für alte Sammler mit Platzproblemen das ideale neue Sammelgebiet, weil sie keinen Raum einnehmen.

Abb. 3: Quantenphysik auf dem Comic Salon Erlangen 2026
Weitere emotionale Momente auf dem Comic-Salon: Der Max und Moritz Preisträger von 1994, Hendrik Dorgathen, berichtete von dem traumatischen Erlebnis, schon in jungen Jahren höchst erfolgreich zu sein ("Es war furchtbar!"), Zum Glück habe er keine narzisstische Persönlichkeitsstörung entwickelt. Ein Verleger gestand, dass er gar keine Comics liest (außer ZEBRA-Publikationen), und er Titel für sein Verlagsprogramm nur nach dem optischen Eindruck lizenziert. (Name ist der Redaktion bekannt.) Alle Salon-Teilnehmer waren mehr oder weniger angenehm gestresst, Mancher Aussteller hatte wenigstens freitags schon seine Unkosten reingeholt. (Die ZEBRA-Rechnungsstelle wartet noch auf diesen Break-even-Moment.) Eine Plastiktüte der ZEBRA-Crew, voller Alben, Bücher und Hefte, riss auf und ergoss ihren Inhalt glücklicherweise nicht auf den von Regenschauern schlammigen Schlossgarten-Weg, sondern auf den trockenen Flur vor dem Hotelzimmer. Wir von ZEBRA das führende Magazin in Honorarfragen wollten aus Solidarität mit unterbezahlten Kolleginnnen und Kollegen der Diskussion über das Comic-Prekariat lauschen, konnten uns aber den Eintritt nicht leisten, weil wir unser Geld bereits für Comics ausgegeben hatten.
In der Walter Moers-Werkschau "Was gibt's denn da zu lachen?" glaubte jemand, unter den Besuchern den öffentlichkeitsscheuen Künstler selbst erkannt zu haben. Es war aber doch nur ein Käpt'n Blaubär-Double. Eine Ausstellung war Illustrator/Cartoonist Christoph Niemann gewidmet, der schon etliche Cover für den NEW YORKER gezeichnet hat. Er war 2011 den New York Marathon mitgelaufen und hatte unterwegs 46 Zeichnungen angefertigt! Auf einer ganzen Wand des Kunstpalais hat er seine Strategie ausgebreitet, um seine Ängste zu bewältigen, Ängste davor, nicht gut, oder irrelevant, oder in sozialen Medien zu beliebt zu sein ("Wenn du viele Likes bekommst, bedeutet das nicht, dass deine Arbeit auch was taugt.") Oder dass ihm nichts mehr einfällt. Die Lösung lautet zusammengefasst: "Nicht aufgeben!" Der bekannte französische Comic-Star Lewis Trondheim, der keine Furcht vor Ideenmangel hat, fühlte sich am Anfang seiner Karriere nicht als richtiger Comic-Zeichner. Er photokopierte oft Bilder und änderte nur den Text. Bei seinem Frühwerk von 1990, "Herr Hase und die patagonischen Karotten" (500 Seiten), das nun erstmals auf Deutsch erscheint, hatte er erst bei etwa Seite 424 das Gefühl, Comiczeichner zu sein. Er hatte bloß mal Angst vor zu großer Textfixiertheit, und hat daraufhin einen stummen Comic ("Die Fliege") kreiert. In der Ausstellung "Silent Comics" war das Opus nicht zu sehen, aber reden wir nicht drüber! Während Experten sich immer noch streiten, ob das Wichtigste beim Comic das Bild oder das Wort ist, oder ob man ohne Verlust auf eins von beiden verzichten kann, meinte der britische Zeichner Tom Gauld, das Wichtigste ist die Komposition. Dass alles zusammenpasst und richtig strukturiert ist!

Abb. 4: "Silent Comic"
Im Erlanger Schlossgarten haben wir ganz zwanglos mit aktuellen und ehemaligen Max und Moritz Preis-Juroren gesprochen (Namen sind der Redaktion bekannt.) Alle waren von ZEBRA-Publikationen recht angetan bis ganz hingerissen. Einer pickt sich aus den Einreichungen zum Preis stets gerne die ZEBRA-Titel als erstes raus, um sie gleich mit Genuss zu lesen, bevor er seiner Verpflichtung nachkommt, die anderen Bände durchzuarbeiten. Bei dieser verbreiteten Begeisterung für ZEBRA-Werke fragt man sich, wieso ZEBRA noch nie den Max und Moritz Preis gewonnen hat. Wegen fehlender passender Preis-Kategorie? Na, "Bester Comic" passt doch immer! Oder liegt es daran, dass ZEBRA-Comics nicht relevant sind? Da müssen wir natürlich selbstkritisch sein und feststellen: die Relevanz von ZEBRA für eine vergnügliche Lektüre ist enorm!
INDEPENDENT COMIC PREIS Nominierung Noch länger als beim Max und Moritz Preis reicht ZEBRA das hartnäckige Magazin seine Veröffentlichungen beim ICOM Independent Comic Preis ein, um dann traditionell nicht zu gewinnen. (Nur 2001 hat es nicht geklappt: da hat ZEBRA tatsächlich den Preis bekommen.) Dieses Jahr war es denkbar knapp. ZEBRA war gleich mit drei Titeln am Start: mit der Printausgabe des Jubiläums-Newsletters ZNL # 50 (von der Preis-Jury eingeschätzt als "eigen, informiert, persönlich, manchmal verschroben"), mit dem SPRECHBLASE 240bis250-Index ("Für [...] alle, die Comiczeitschriften nicht nur stapeln, sondern verstehen wollen.") und mit dem ZEBRA-Ferien-Sonderheft ("ein kleines, lustiges Heft über das Unterwegssein im Comic"). Aus den 57 Einreichungen wurden alle drei ZEBRA-Titel für die letzte Runde, die Nominierungen, ausgewählt. Damit noch andere Titel nominiert werden konnten, ohne den Überblick zu verlieren, wurden die ZEBRA-Titel zusammengefasst als "ZEBRA-Gesamtpaket", das "in seltener Geschlossenheit" zeigt, "was unabhängige Comic-Arbeit vermag, wenn sie mit Ausdauer, Genauigkeit und echter Hingabe betrieben wird.“ Am Ende hat die Tradition gesiegt.

Abb. 5: Nominierungsurkunde
MEDIENECHO Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft, sondern nur eine immerwährende Gegenwart. Deshalb müssen wir uns stets erinnern, was wo warum passiert ist. Die ZEBRA-Newsletter bilden "die laufende Verbindung zur Szene", meint das Comic!-Jahrbuch. Sie bewahren die Comicszene-Historie vor dem Vergessen, indem sie konzentriert von den wichtigsten deutschsprachigen Comic-Veranstaltungen berichten wie niemand sonst. Dadurch wird der Newsletter-Sammelband "Sensationsjournalismus und kulturelle Mission" (ZEBRA-Sonderband 27) ein "nützliches Nachschlagewerk", wie das gringo-logbuch analysiert. Und obendrein macht die Lektüre "Spaß" (comix-online). In den Urlaub war die ZEBRA-Crew mit dem "Ferien-Sonderheft" (ZEBRA-Sonderband 28) gefahren, voller "Comic-Strips, die akkurat gezeichnet sind und die umweglos ihre Pointe ansteuern" (comicforscher). "Viel Ferien-Gags und jede Menge Comic-Bezüge" findet das gringo-logbuch. Und der ICOM-Blog erkennt in dem Heft eine "Liebeserklärung, Parodie, Hommage, Erinnerung und eigenes Abenteuer in einem. "

Abb. 6: Cover Ferien-Sonderheft
Beim Sprechblase 240-250-Index (ZEBRA-Sonderband 29) hat sich das Comic!-Jahrbuch besonders das Titelbild angesehen, das den scheidenden SB-Chefredakteur Gerhard Förster im Lucky-Luke-Look zeigt: "Die Zeichnung verbindet Popzitat, Ironie und comic-historische Verabschiedung zu einer ebenso respektvollen wie witzigen Geste."

Abb. 7: SB-Index-Cover
Zur COMMANDER CORK-40-Jahre-Jubiläumsausgabe (ZEBRA-Sonderband 30) liegen noch nicht viele Reaktionen vor. comix-online sieht darin ein "Spektakel (und ein solches ist es wirklich!) aus Science-Fiction, schwarzem und manchmal auch nur flachem Humor". Und auf dem Comic-Salon Erlangen meinte ein Branchenkollege, das Gratis-Heft wäre schon schön, aber das Jubiläum hätte größere Aufmerksamkeit verdient. Vielleicht kommt ja noch was...
ZEBRA goes digital! Fürs elektronische Zeichnen konnte sich die Crew von ZEBRA das stromlose Magazin noch nicht erwärmen. Aber Archivar W.P.Berres gibt (wenn auch ungern) zu, dass für die Recherche nach Fachliteratur schlanke Dateien durchaus Vorteile haben gegenüber voluminösen Druckwerken. Einige seiner Indices, die er in den letzten Jahrzehnten erstellt hat, sind inzwischen im weltweiten Netz verfügbar. Vom Register zum jüngsten Standard-Werk über ZACK (All Verlag) und vom 25-Jahre-COMIC!-JAHRBUCH-Index (Interessenverband Comic e.V., kurz: ICOM) hatten wir schon in ZNL # 50 und # 51 berichtet. Jetzt ist auch der Index der SPRECHBLASE (kurz: SB), einer der populärsten deutschsprachigen Comic-Fachperiodica, als Portable Document Format (kurz: PDF) online abrufbar, und zwar bei comicforscher.de/listen Zum einen findet sich dort der Index für die gesamte Ära von Chefredakteur Gerhard Förster (SB 211 bis 250), und zum anderen der Index für die SPRECHBLASE unter neuer Redaktion (SB 251 ff.) Letzterer soll möglichst nach jeder neuen SB-Ausgabe aktualisiert werden.
GUTE REISE! Lange nachdem ZEBRA das Fachblatt für Tourismus und Mobilität das Ferien-Sonderheft zusammengestellt hatte, befanden sich urlaubsreife Redaktionsmitglieder immer noch im Reisefieber. Rudolph Perez nutzte die Gelegenheit. Allerdings nicht um zu verreisen, sondern um Beiträge zum toonsUp-Reiseratgeber beizusteuern. Unter strenger Beachtung der Übergewichtsregelung schickte Perez drei leichte Cartoons und eine mittelschwere Comic-Seite auf die Reise zum Ratgeber. Alle landeten unversehrt in der handlichen Reise-Broschüre "Der große Reiseratgeber - Garantiert günstiger als ein echter Urlaub" (Format DIN A 5, farbig, 64 Seiten, 7.- Euro)

Abb. 8: Cartoon Reiseführer
UMSONST Nach 2024 und 2025 war 2026 der Gratis Comic Tag schon wieder eine reine Kids-/Teens-Ausgabe - je nach Standpunkt ein begrüßenswerter Trend oder eine bedauerliche Fehlplanung - oder gar: ein Event zwischen Lesenachwuchsförderung, Stammkundenirritation und Altersdiskriminierung? Setzte ZEBRA einen eigenen, erwachsenen Gratis-Comic dagegen? - Klar! ZEBRA das Magazin für Verbraucherschutz füllte die schmerzliche Angebotslücke und bot ein Gratis-Heft zum 40-Jährigen von COMMANDER CORK (Näheres zum Jubiläum siehe an anderer Stelle in diesem Newsletter). Damit es keine Verwechslung mit der Gratis Comic Tag-Marke gibt, erschien unsere Ausgabe schon eine Woche vor dem offiziellen GCT, außerdem ist unser Band schwarzweißer, größer (DIN A4) und deshalb noch kostenloser als die Gratis-Comic-Tag-Hefte im Comicbook-Format. Lieferbar solange der Vorrat reicht.

Abb. 9: Cover CORK-Jubelheft
ER gegen SIE Guten Abend, ma Cherie! / So reizend sah ich dich ja nie! Bin zuhause lange schon / zurück aus meiner Redaktion. Die Schule ist schon Stunden aus. / Du warst woanders. Stimmt doch, Klaus? Woher nimmst du dieses Wissen? / Ei … gentlich find ich’s beschissen, deinem Mann so zu misstrauen. / Sieh meine Augen, meine blauen: Könnten sie dich je belügen? / Dich verhöhnen, dich betrügen? Lass den dummen Schmus, du Spinner. / Ich weiß alles von Corinna. Sie hat dich in der Stadt gesehn, / heimlich zur VHS reingehn. ...
Der weitere Text steigert sich zu einem Eifersuchts- und schließlich Trennungsdrama. ZEBRA-Herausgeber Georg K. Berres hat sich im Oktober 2025 mal wieder ausgetobt bei einem lyrischen Schreibwettbewerb, in dem es um »Widerspruch« ging. Leider ignorierte der Initiator diese intime Abrechnung eines Paares. Aber GKB hatte noch ein anderes, weniger provokantes Werk im Rennen, einen Dialog über zwei verschieden erlebte Begegnungen mit dem heimischen Grün. Das überzeugte und brachte dem Macher den Abdruck in der Anthologie WIDERSPRUCH des Klausur-Verlages (ISBN 978-3-912404-00-5, 200 Seiten, Softcover, € 12,00) und sogar eine lobende Erwähnung ein.
Zweimal Wald Ich fühl mich bedrängt / von Gesträuch und Gebüsch. Nein, ich glaube wirklich, / den Wald mag ich nicht. Seine schweigsamen Bäume / mit erdrückenden Kronen, den Blätterverhau, / wo Bestien drin wohnen. Das ganze Terrain, / so endlos und still, lässt mich schwerer atmen. / - Ist das Chlorophyll? Lieber Freund, / ich widersprech. Was du da äußerst, / das ist pures Blech. Dein Tripp zur Natur / ging glatt in die Hose. Du scheinst mir kein / grüner Bio-Virtuose. Mein Besuch da draußen / verlief intensiver so zwischen Bilsenkraut, / Mücken und Zirbelkiefer. ...
Achtung! Weitere Zeilen sind in Arbeit.
HERBER VERLUST Kurz vor Redaktionsschluss dieses Newsletters wurde bei einem heftigen Sommer-Gewitter mit Hagel und Sturmböen ein Baum hinter dem Zebra-Stall umgeweht. Der Pflaumenbaum war vom ehemaligen Besitzer der Stallungen vor oder nach dem letzten Weltkrieg gepflanzt worden und hatte die ZEBRA-Crew in den vergangenen Jahrzehnten zuverlässig mit Pflaumen-Energie versorgt, kurzzeitig durch Frischobst und das ganze Jahr über durch Marmelade. Spätestens wenn das letzte Glas Marmelade aufgebraucht ist, müssen wir uns überlegen, wie wir die selbstgeerntete Energie ersetzen können.

Abb. 10: Baumverlust |