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Zebra Newsletter 51

ZEBRA-Newsletter # 51 (Januar 2026)      

Ohne dem Urteil kommender Generationen vorgreifen zu wollen, kann man wohl davon ausgehen, dass 2025 als das Jahr der drei ZEBRA-Sonderbände in die Geschichte eingehen wird. 
Drei Bände, von denen jeder auf seine eigene Weise einen Aspekt der vielfältigen Arbeit des ZEBRA-Ateliers repräsentiert. 
Das "ZEBRA-Ferien-Sonderheft" (Sonderband 28), voller Strips und One-Pager mit Reise-Abenteuern der ZEBRA-Crew, steht für die Haupttätigkeit von ZEBRA: die Comic-Produktion, mit flottem Strich und schnellen Gags. 
Der Band "Sensationsjournalismus und kulturelle Mission" (Sonderband 27) zeigt die dokumentarische Seite von ZEBRA anhand der Sammlung unserer Newsletter von 2013 bis 2019, mit Augenzeugenberichten von fast allen wichtigen Comic-Veranstaltungen dieses Zeitraums. Eine wahre Fundgrube für Comic-Historiker.  
Und der "SPRECHBLASE-Index 240-250" (Sonderband 29) offenbart unsere bibliographische Ader, in der detaillierten inhaltlichen Auswertung eines der beliebtesten Comic-Sekundärliteraturmagazine. Eine Spezial-Ausgabe unserer Comic-Fachpressen-Index-Reihe, die die meisten deutschsprachigen Comic-Fachzeitschriften seit 1989 erschließt. 
Drei Bände mit zusammen mehr als 200 Seiten nahezu unentbehrlicher Lektüre. 

Abb. 1: Cover der ZEBRA-Sonderbände 27, 28 und 29 

JUBILÄEN
50 ZEBRA-Ausgaben haben wir nicht geschafft, ob es 50 Sonderbände werden, muss sich erst noch raustellen. 
Deshalb haben wir erstmal ausgiebig 50 Newsletter gefeiert. 
Fünfzigmal Insider-Reportagen aus der Comic-Szene, von über achtzig Veranstaltungen haben wir seit 2000 berichtet, auf mehr als fünfzig Neuerscheinungen hingewiesen, die wir herausgegeben haben oder an denen wir (oder unsere Mitarbeiter) beteiligt waren, und fast ein Dutzend Jubiläen durften wir erleben und mit unseren Fans teilen! 
Zur Feier des 50. Newsletters hat ZEBRA, das feierfreudige Magazin, eine achtseitige Printausgabe des ansonsten digitalen Infoblattes drucken lassen und in der zweiten Jahreshälfte 2025 den Bestellungen bei uns beigelegt sowie auf den Events verteilt, wo wir einen Stand hatten. 
Wir sind bereit für die nächsten fünfzig Newsletter! 

Abb. 2: Cover ZNL # 50 

Seit 2015 erzählen wir in Comic-Zeichner-Erlebnis-Comics von Freud und Leid des Künstlerlebens, in Episoden zu einschlägigen Themen wie Ideensuche und Schreibblockade, Mappensichtungen und Förder-Anträgen, Erfolgsstrategien, Medienrezeption, Preisverleihungen und Shitstorm. 
Gesammelt wurden die Beitrage in den Bänden "Als ich nicht gefunden hab, was ich suchte, habe ich diesen Band gekauft!" (vergriffen), "Events" (auch vergriffen) und "In der Tusche liegt die Wahrheit" (fast vergriffen). 
Zum 10-Jahres-Jubiläum erschien 2025 unser Ferien-Sonderheft (noch lieferbar) mit neuen Reise-Abenteuer der ZEBRA-Crew in nahe und ferne Länder, wo wir die "Eigenheiten der jeweils örtlichen Comickultur [...] gewürdigt" haben, wie der Blog comicleser.de bestätigt.  
Weitere Bände mit noch mehr Comic-Zeichner-Erlebnis-Comics sind in Arbeit. 

Abb. 3: Comic-Zeichner-Erlebnis-Comic "Aus der Arbeit der Redaktion"

VERANSTALTUNGEN 
Nach dem Comicfestival München im Juni (Wir berichteten, vgl. ZNL # 50) und vor der Comic-Messe Köln im November (siehe an anderer Stelle in diesem Newsletter) fehlte uns noch eine Veranstaltung Ende August oder Anfang September für einen ausgewogenen Terminkalender. 
Da kam es sehr gelegen, dass am 30.8.2025 die Comics Manga Convention erstmals in Köln stattfand. CMCs werden schon seit Jahren erfolgreich durchgeführt, zuerst in Düsseldorf, dann in Münster und Oberhausen, jüngst in Bremen und Hamburg, und jetzt auch in der Comic-Metropole Köln. 
Wenn das Event schon am Verlagsort stattfindet, nimmt ZEBRA, das Magazin der Freunde kurzer Wege, natürlich gerne daran teil.  
Traditionell versammelt die CMC viele Cosplayer, weniger Händler und mehr Kreative, die eigene Bücher, Hefte, Broschüren, Drucke und Accessoires anbieten. ZEBRA hatte nicht nur die komplette Backlist und alle Neuerscheinungen dabei, wir haben auch unsere Gratis-Leseprobe verteilt. (Mehr zur GLP an anderer Stelle in diesem Newsletter) 
Da die CMC teilweise eine ganz andere Klientel anspricht als die Comic-Veranstaltungen, an denen wir sonst teilnehmen, hofften wir, so neue Kundenkreise erschließen zu können. Die Convention-Besucher, die unsere Leseprobe mitnahmen, waren jedenfalls angenehm überrascht und ausgesprochen dankbar. Einer fand es "Cool!". 
Einen Cosplay-Wettbewerb gab es auch, jedoch nicht alle der exotisch Gewandeten vor Ort beteiligten sich daran, obwohl sie durchaus Chancen auf vordere Plätze gehabt hätten. Leider konnten wir ebenfalls nicht mitmachen, da unser Zebra-Kostüm gerade in der Wäsche war. Gewonnen hat "Poison Ivy", der zweite Preis ging an ein Duo mit ausklappbaren Flügeln. 
Wir hatten den Eindruck, der Andrang auf der CMC war nicht so groß wie auf der Comic-Messe im Mai. Der Umsatz lässt sich sicher auch noch steigern, das Publikumsinteresse ist ausbaufähig. 
Ein vorsichtiger Gast konnte sich nicht entschließen, ob er die Gratis-Leseprobe nehmen, gleich etwas kaufen oder nur in stiller Bewunderung vor dem ZEBRA-Stand verharren sollte. 

Leichter Frühnebel lag über dem Rhein, als man Anfang November 2025 endlich wieder mit der Straßenbahn über die Mülheimer Brücke vom Linksrheinischen zur Kölner Comic-Messe (Intercomic) in der Stadthalle Köln-Mülheim fahren konnte. Gefühlt war die Brücke schon seit Jahrzehnten wegen Sanierung für den Bahnverkehr gesperrt. Jetzt ist sie wieder befahrbar, die Arbeiten sind aber noch nicht abgeschlossen. 
Im Vorfeld der Messe war es zu leichten Irritationen gekommen, als auf einer ersten Fassung des Hallenplans die Standbelegung und die Teilnehmerliste gleich vorne im Foyer nicht zusammenpassten. 
Vor unserem geistigen Auge sahen wir schon, wie sämtliche Standbetreiber hinter der falsch belegten Stelle ihre Sachen packten und alle einen Tisch weiterrückten, um damit die Fehlbelegung auszugleichen. 
Zum Glück war es kein organisatorisches Desaster, sondern nur ein Tippfehler. Alle konnten bleiben, wo sie waren. Der Plan wurde korrigiert. 
Die Messe selbst war dann wieder recht erfolgreich, volle Gänge, zufriedene Händler, glückliche Kunden - so weit wir das von unserem ZEBRA-Stand aus beurteilen konnten. 
Dort herrschte nämlich reges Treiben. Fans, Kollegen, Sammelleiden(schafts)sgenossen, Fachleute und befreundete Verleger kamen auf einen Plausch, eine Besprechung, ein Interview, einen kurzen Gruß, einen Kauf und/oder für einen Signierwunsch bei uns vorbei. 
Wir räsonierten über Künstlernamen und unverbindliche Preisempfehlungen, Mitarbeit wurde angeboten, vorbereitet oder abgelehnt, die jüngsten Projekte wurden gerühmt, die nächsten Termine vereinbart. 
Auf seiner Begrüßungsrunde kam der neue SPRECHBLASE-Chefredakteur Christian Blees auch bei uns vorbei, um sich mit dem SPRECHBLASE-Index-Bearbeiter, ZEBRA-Archivar W.P.Berres, auszutauschen.
Messe-Besucher, die dubiosen Verschwörungsmythen anhingen, lehnten unsere Gratis-Leseprobe kategorisch ab, aber die meisten Eintritt-zahlenden Gäste nahmen sie freudig an. 
ZEBRA-Hauszeichner Rudolph Perez galt, jedenfalls für dieses Mal, als letzter Überlebender der Original-Besetzung der "Zeichner vom Rhein". Jedoch nur, weil der Begründer der Gruppe, Peter Schaaff, ausnahmsweise keinen Stand auf der Intercomic hatte, 
Und die bekannte Verwechslungskomödie ging auch weiter. Nur wurde Perez diesmal nicht mit anderen Künstlern verwechselt (Wir berichteten mehrfach), sondern mit Messe-Veranstalter Tom Götze. 
Aber noch besser war eine akustische Verwechslung: Im Vorbeigehen hörten wir, wie ein Sammler von den Marvel-Ausgaben von "Rakete" schwärmte. Nach einigem Wundern und Grübeln kamen wir darauf, dass er den Verlag "Hachette" meinte! 

FUNKENFLUG
Einer unserer profiliertesten Mitbewerber im Segment Independent Comic-Magazine, die SPRÜHENDE PHANTASIE, hat jüngst erfolgreich die Erscheinungsweise geändert, wie ZEBRA, das neidlose Magazin, anerkennt: statt ausgesprochen sporadisch erscheint die SP nun zirka zweimal jährlich, und ganz in Farbe. 
Bereits in SP 15 (1995) war ZEBRA-Zeichner Rudolph Perez mit einem Kurzcomic vertreten: "Citrullus - Die telepathische Wassermelone / Ein vegetarischer Comic", der in der Lebensmittel-Szene für einigen Wirbel sorgte. Und SP 23 (2021) zeigte unseren One-Pager "Open Air", eine Grippe-Episode ohne Ansteckungsgefahr.
Die Nr. 30 (Mai 2025) enthielt als BRETT™-Special einen reich illustrierten Rückblick auf die jahrzehnte-lange Karriere des tapferen Raumpiloten (erfunden 1993) und druckte mehrere seiner klassischen und neuen Abenteuer ab, darunter den kompletten Run, den ZEBRA-Comedian Bill GoGer zusammen mit Rudolph Perez 2017 getextet hat, und der von wechselnden Zeichnern bebildert wurde. Erstmals war der Zyklus in COMIX und im GRINGO-Mag abgedruckt worden. (Näheres zu dieser BRETT™-Inkarnation siehe in ZNL # 29,30,35 und 38. Alle diese ZNL sind auch enthalten im neuen Sammelband "Sensationsjournalismus und kulturelle Mission Band 2".). 
In SP 31 (Dezember 2025) erschien unter anderem eine unerwartete Erstveröffentlichung von ZEBRA-Chefautor Georg K. Berres "Die Stunde des Spanners", gezeichnet von Martin Meier (bekannt aus ZEBRA). Der Horror-Comic um einen unheimlichen Außenseiter galt seit 30 Jahren als verschollen und ist jetzt wieder aufgetaucht. Koloriert wurde er aktuell von Maximilian Meier (bekannt aus COZMIC). 

Abb. 4-5: BRETT™ aus SP 30, "Die Stunde des Spanners" aus SP 31 (Ausschnitte)

INDICES
Der chronologisch letzte gedruckte Comic-Fachpressen-Index-Band für die Jahre 2012 bis 2014 hatte mit seinem enormen Umfang von 300 Seiten den ZEBRA-Index-Beauftragten derart traumatisiert, dass seitdem keine neue Print-Ausgabe der Drei-Jahrgangs-Bände erschienen ist. 
Nur ein neuer Spezial-Index für eine einzelne Fachzeitschrift ist herausgekommen: der SPRECHBLASE-Index für die Ausgaben 240 bis 250, der auch immerhin 100 Seiten stark ist, und der von comix-online.com als "unabdingbares Rüstzeug um die Hefte [...} auch Nutzen zu können" erkannt wird. Oder anders formuliert: er ist "unfassbar praktisch", wie das Gringo-Logbuch feststellt. 
Der Band schließt nahtlos an den Vorgänger, SB-Index 211-239, an und ist, dank Vertrieb durch PPM, überall im Comic-Fachhandel erhältlich. 
Zusammengenommen umfassen die beiden SB-Index-Bände 172 Seiten. Eine Kurzversion davon auf sparsamen neun Seiten ist in SB 250 enthalten. Auch wenn dort auf viele Details verzichtet wird, kommt diese komprimierte Fassung in einem Leserbrief in SB 251 immer noch als "Sehr gut!" weg. 

Weiters erschienen einige Spezial-Indices digital, im weltweiten Netz. 
-Register zum Band "Spaß, Spannung, Abenteuer - Die Chronik des Koralle-Zack" (All Verlag) ist im comicforum zum All-Verlag zu finden. Wir berichteten bereits (vgl. ZNL # 50) 
-COMIC!-JAHRBUCH-Index digital !  Die detaillierten Inhaltsverzeichnisse und Register der Comic!-Jahrbücher 2005 bis 2025 des ICOM e.V. (Interessenverband Comic) sind jetzt online einsehbar. 
Link: http://www.icom-blog.de/entry.php?1611-25-Jahre-COMIC!-Jahrbuch-–-Der-Index

KALENDARIUM
Commander Cork hat sich 2025 ziemlich rar gemacht. Im digitalen Gringo-Logbuch, wo sonst  monatlich neue Abenteuer von ihm erscheinen, legte er eine Pause ein. Der jüngste Band seiner Memoiren ("Die Ferien des Commanders") erschien 2024. Im selben Jahr trieb er sich (in ZEBRA 19/20) auf dem Raketenfriedhof von Meta-Pengo rum. 2025 kam Cork nur im GRINGO-MAG zum Einsatz, in der actionreichen Episode "Gute Wahl!". Möglicherweise ist er gerade in einem Paralleluniversum unterwegs. 
Der Zukunfts-Chronograph unserer Zeitmaschine zeigt leider nicht eindeutig an, ob wir Cork in 2026 öfters zu Gesicht bekommen. 
Auf jeden Fall ist er im Januar kurz zu sehen, auf dem entsprechenden Monatsblatt des 2025/26-Kalenders der legendären SCIENCE-FICTION-NOTIZEN (begründet 1974), bei einer anscheinend nicht allzu geheimen Mission. 
Passend dazu liefern die SF-NOTIZEN Nr. 938 und 939 (Januar 2026) je ein doppelseitiges Kurz-Portrait von CORK-Creator Rudolph Perez, mit zahlreichen Bildbeispielen aus seinem jüngeren Oeuvre. 

Abb. 6: Ausschnitt aus dem Panorama mit Cork, zuzüglich dem Kalender-Cover  

Nichts ist umsonst im Leben - außer der ZEBRA-Gratis-Leseprobe
Um ihre Zielgruppe zu erreichen ist die ZEBRA-Redaktion stets auf der Suche nach neuen Werbemaßnahmen. Nach Mundpropaganda, Wurfsendungen und Reklame-Zeppelinen hatten wir 2015 die Gratis-Leseprobe für uns entdeckt, um die Popularität von ZEBRA zu steigern. 
Seitdem ist die Leseprobe im Literatur- und Comic-Betrieb ein viel genutzes Werbemittel geworden. 
Damals hatten wir dafür Restexemplare unserer beliebten Debut-Ausgabe mit einem eleganten informativen Umschlag versehen und unters Volk gebracht. (Näheres dazu siehe ZNL # 30)
Zehn Jahre später war es höchste Zeit für ZEBRA, das nachhaltige Magazin, diese gelungene Idee aufzuwärmen. Diesmal nahmen wir als Leseprobe ZEBRA Nr. 3, mit Storys über Karrierechancen im Musik-Business, Enthüllungsjournalismus, Telepathie und vielem mehr. Beim Ersterscheinen dieser Ausgabe waren die Leser "begeistert" von dem "ansprechenden Heft", das sie "urkomisch" bis "fesselnd" fanden. Die Fachpresse war damals auch schwer beeindruckt. Der COMIC EXPRESS sprach von einer "vorzüglichen" Publikation und das COMIC FORUM bemühte sogar Superlative wie "Höhepunkt" und "Meisterwerk". 
Jetzt hatten wir für den neuen Umschlag ein attraktives Cover entworfen und Infos über unsere jüngsten Neuerscheinungen zusammengestellt. Das komplette 56seitige Opus verteilten wir wieder auf einschlägigen Veranstaltungen. 
Beim Comicfestival München sind wir schon am ersten Tag fast alle mitgenommenen Exemplare losgeworden, auf der Comics Manga Convention Köln blieben ein paar übrig (mehr zur CMC an anderer Stelle in diesem Newsletter) und auf der Kölner Comic-Messe im November (mehr zur KCM an anderer Stelle in diesem Newsletter) waren bereits nach kaum mehr als einer Stunde alle Exemplare weg. 
Aufgrund der hohen Nachfrage überlegt die Redaktion, ob ZEBRA, das fragwürdige Magazin, zum Gratis-Heft umstrukturiert werden soll. 

Abb. 7: Cover der Leseprobe

Herbst-Challenge
Zu den jüngeren Traditionen der Comic-Szene gehört der seit 2009 praktizierte sogenannte INKTOBER
Bei diesem Event kann jeder Zeichner, der mag, jeden Tag im Oktober eine Tusche(englisch: ink)-Zeichnung kreieren und online stellen; entweder mit Motiven nach der "Official Prompt List" oder nach eigenen Ideen. 
Meistens hatten wir bei ZEBRA, dem traditionsbewussten Magazin, genug andere Termine, um den Monat anständig rumzukriegen; aber das Projekt stand schon länger auf unserer Bucket-List. 
2024 haben wir schließlich mitgemacht, 31 Gags hübsch illustriert und damit unser Cartoon-Herz zufriedengestellt. 
Unsere Comic-Seele war jedoch nicht ganz so glücklich. Ihr fehlte der innere Zusammenhang, der größere Spannungsbogen, die passende Schluss-Pointe. 
Deshalb haben wir 2025 versucht, aus den offiziellen, unzusammenhängenden Bild-Vorschlägen (wo "Koffer" neben "beschimpfen" steht und "Raufbold" auf "Glühwürmchen" folgt) eine durchgehende, halbwegs sinnvolle Geschichte zu basteln, indem wir uns an jedem offerierten Motiv mit einem oder mehreren Bildern abarbeiteten und dabei einen wenn auch dünnen Handlungsfaden weiter sponnen.
Herausgekommen ist eine 10-seitige abwechslungsreiche Story, die von der Couch eines Analytikers bis in die Arktis führt, und die in einem unserer nächsten Comic-Bände im Ganzen bestaunt werden kann. (Vorläufiger Titel "Verflixter Oktober") 

Abb. 8: Inktober 2025, Motiv 1 "Schnauzbart"

PRIVAT  UND  INTIM
Wieder einmal hebt ZEBRA-Herausgeber Georg K. Berres ein wenig den Vorhang vor seinem Privatleben und lässt die Öffentlichkeit einen Blick werfen auf sein Liebeswerben. Um die Jahrtausendwende war GKB nämlich für längere Zeit Single und datete sich durch die halbe Stadt. Freimütig erzählt er heute - beinahe authentisch - von seinen nicht unproblematischen Begegnungen:
„… Es gab die ansehnliche Steuerberaterin im rosafarbenen, flauschigen und engen Pulli, 
die mir und sich auf der Serviette ausrechnete, dass ich eigentlich ja gar nicht so viel verdiente, wie sie sich das vorgestellt hatte. Und die sich rasch verabschiedete. Es gab ...“

Und es gab – das wollen wir nicht verhehlen – nach etlichen Versuchen und Fehlstarts doch auch ein Happy End. 

In der Kurzprosa-Anthologie »ERFOLG« des Block-Verlags, ansässig in Sachsen-Anhalt, kann man die vollständige Liste seiner damaligen Nicht-Eroberungen unter dem süffigen Titel „Erfolg bei Frauen“ nachlesen, auf den Seiten 227 / 228. Aus über 400 Einsendungen wurde GKBs literarische Beichte ausgewählt. Zu Recht.

Abb. 9: Cover des Erfolg-Buches. Das Foto zeigt den Watzmann. "Der Watzmann ist nicht nur ein stolzer Gipfel, sondern auch ein Denkmal für die zerstörerische Seite des Erfolgs", kommentieren die Herausgeber 

VOX POPULI 
Wenn sich das Kalenderjahr seinem Ende zuneigt, stapeln sich überall die Besten-Listen: beste Bücher, beste Filme, beste Tiefkühl-Pizzen des Jahres. Der Berliner TAGESSPIEGEL hat wieder seine Leserschaft aufgerufen, ihre Lieblings-Comics des Jahres zu benennen. 
2012 war unser Album KATASTROPOLIS von einigen TAGESSPIEGEL-Lesern nominiert worden. (Wir berichteten in ZNL # 25.) 
2025 hat es unser ZEBRA-Ferien-Sonderheft mehrmals in die Auswahl geschafft. Beeindruckt hat einen Leser, dass der Band "gespickt ist [...] mit zahlreichen Anekdoten und Zitaten aus der Welt der Comics". Ein anderer erkannte in dem Heft den "eindeutigen Beweis, dass ein schwarz-weißes und günstiges Comic-Heft auch maximalen Lesespaß bedeuten kann." (Mehr zum Ferien-Sonderheft weiter oben in diesem Newsletter.)
Außerdem wurde die "sympathische" SPRÜHENDE PHANTASIE Nr. 30 für die Besten-Liste empfohlen. An dieser Ausgabe haben auch ZEBRA-Mitarbeiter mitgewirkt. (Näheres zu SP 30 an anderer Stelle in diesem Newsletter.) 

Was sich sonst noch ereignet hat: 

-Die lange Kölner Museumsnacht, die bisher immer im Herbst stattfand, und an der auch schon das Cöln Comic Haus teilgenommen hat, musste 2025 wegen Finanzierungsproblemen ausfallen. Die Veranstalter hoffen darauf, dass das Geld bald wieder reicht, um die Veranstaltung durchziehen zu können. Die jüngst eingeführte lange Nacht des Impfens wurde leider nicht von allen als gleichwertiger Ersatz empfunden.   

-Neuesten Studien zufolge soll Mehrsprachigkeit hilfreich sein gegen Demenz. Mehrere Sprachen zu kennen oder gar zu beherrschen kann vielleicht nicht vollständig verhindern, dement zu werden, könnte aber den Prozess hinauszögern oder verlangsamen. Die ZEBRA-Crew hofft, es hat schon ein wenig genützt, im Laufe der Jahre viele amerikanische/englische und französische und ein paar niederländische Comics in der Original-Fassung gelesen zu haben. Derzeit wird in der Redaktion noch kontrovers diskutiert, ob wir, um Manga-Originale zu lesen, Japanisch lernen sollen. Sayonara!  

NACH REDAKTIONSSCHLUSS, aber bevor der Hausmeister das Licht ausmachte, erreichte uns noch die Meldung, dass unser Ferien-Sonderheft in den Jahrescharts von comix-online einen "redlich verdienten" zweiten Platz belegt hat. "Die Zebras beweisen Jahr um Jahr, dass Independent auch ohne Sex und Superkräfte in Deutschland funktionieren kann", begründet Blogger Sven Krantz-Knutzen die Platzierung unseres Titels gleich hinter Spitzenreiter ZACK. 
Mancher erinnert sich eventuell: im Vorjahr lag ZEBRA 19/20 auch unmittelbar hinter dem anderen Magazin mit Z auf Platz 2 der comix-online-Charts (Wir berichteten in ZNL # 49). Ob daraus nun eine Tradition erwächst, bliebt abzuwarten. 
An uns soll's nicht scheitern. Wir arbeiten bereits an den nächsten Projekten.



Special vom: 12.01.2026
Autor dieses Specials: Werner Berres
Kategorie: Zebra Newsletter
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