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Comic-Besprechung - Women of the West
Geschichten:Women of the West
Autor: Tiburce Oger, Herve Richez, Zeichner: Paul Gastine, Gaelle Hersent, Miss Prickly, Laura Zuccheri, Isabelle Dethan, Virginie Augustin, Nathalie Ferlut, Francois Boucq, Eloise Oger, Elvire De Cock, Daphne Collignon, Dominique Bertail, Colorist: Paul Gastine, Gaelle Hersent, Miss Prickly, Laura Zuccheri, Isabelle Dethan, Virginie Augustin, Nathalie Ferlut, Alexandre Boucq, Eloise Oger, Elvire De Cock, Daphne Collignon, Dominique Bertail
Story:
Frauen mussten sich im Wilden Westen nicht nur um Farmen und die Kiner kümmern. Vielmehr begehrten sie öfter gegen die gesellschaftlichen Strukturen auf und wurden zu Outlaws oder Gesetzeshüterinnen. Manchmal zwang sie auch das Schicksal zu abenteuerlichen Leben. Ihr Kampf ist umso bermerkenswerter da sie in der Mythologie meist ignoriert wurden.
Meinung:
Der thematische Schwerpunkt ist etwas überraschend. Going West young man über die Pioniere, Lawmen of the West über die Gesetzeshüter, Gunmen of the West über die Revolverhelden und Indians über die Ureinwohner: klar. Die gehören alle zur Mythologie und untrennbar zu der Geschichte des Wilden Westens. Aber die Wahl mit Women of the West überrascht einen etwas. Und gerade das zeigt schon wie marginalisiert sie in der Geschichtsschreibung sind, obwohl sie eine wesentliche Rolle gespielt haben.
Mit wenigen Ausnahmen wie Calamity Jane sind Frauen aber kaum in der Mythologie verankert. Wer etwa Pocahontas hört, denkt nicht an die historische Figur, sondern an die Disney-Version und andere wie Belle Starr sind nur Kennern bekannt. In der Geschichtsschreibung wurden sie marginalisiert. Ebenso wie die Schwarzen. Letztere bildeten etwa ein Viertel aller Cowboys und der legendärste und beste Gesetzeshüter des Wilden Westen, Bass Reeves, war ein Schwarzer. Erst langsam rücken sie in den Fokus in den Medien. Frauen waren gerade im US-Western auch mehr als Symbolik zu sehen. Gerade die Lehrerin galt als personifizierte Symbolik der Zivilisation in die sich der Held und Gunman verliebt und sesshaft wird. Meist lässt er dafür eine moralisch verruchte Bardame im Stich und wendet sich der sittsamen Frau zu. Das Wilde macht Platz für die Zivilisation. Und meist auch Langeweile. In der Tat sind da die Frauenfiguren eher langweilig gewesen. Natürlich gab es da Ausnahmen, aber die waren eher selten und hingen stark von dem Charakter und der Präsenz der jeweiligen Schauspielerin ab. Jedenfalls war der klassische Western in der Männerhand.
Die Geschichten die Tiburce Oger hier erzählt, sind alle wahr und beruhen auf historischem Tatsachen. Wie in den bisherigen Bänden gibt es eine kleine Rahmenhandlung die dazu führt das Geschichten über Frauenschicksale erzählt werden die hier ausnahmslos von Zeichnerinnen gestaltet wurden. Abgesehen von der bereits erwähnten Belle Starr sind sie alle der breiten Masse unbekannt, obwohl sie so interessant sind das man mehr erfahren möchte. Etwa über Stagecoach Mary. Sie lenkte Postkutschen, war Postbotin und auch schnell mit der Waffe und überaus geschätzt und beliebt. Aber sie war nicht nur eine Frau, sondern auch schwarz. Hier gibt es manches zu entdecken, etwa das es auch damals schon weibliche US-Marshalls gab.
Neben den Portraits einiger außergewöhnlicher Frauen ist ihr Kampf im Fokus. Dabei ist der Comic nicht unbedingt als feministisch zu sehen, aber holt die Frauen aus einer Opferrolle hervor. Ja, sie kämpften auch gegen patriarchalische Strukturen, aber auch gegen die Wildnis, Schicksalsschläge, Banditen, Indianer und Vorurteile. So lebten einige ihr homosexuelles Leben aus, andere versuchten gänzlich frei zu sein, andere mussten die Rollen von Männern einnehmen und auch wenn sie hier mal Opfer einer Entführung werden, so zeigt die Geschichte die außergewöhnliche Kraft auf, als die Flucht gelingt.
Insgesamt wird hier ein wahrer Schatz offenbart und die Stärke der Frauen gewürdigt die nicht nur die Farm betreiben mussten und sich um Kinder kümmern mussten, sondern außergewöhnliche Schicksale und Geschichten zu bieten haben. In ausnahmslos gelungenen Zeichnungen mit einer großen stilistischen Bandbreite macht der Band Lust darauf mehr über din Damen zu erfahren. Ein starker, wichtiger Band der sowohl lehrreich als auch unterhaltsam ist. Pflicht.
Fazit:
Ein starker und wichtiger Band der die Rolle der Frauen im Wilden Westen offenbart und marginalisierte und ignorierte Frauen wieder an das Licht holt. Das dürfte stellenweise auch Kenner des Western überraschen. Pflicht.
Women of the West
Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann
Verlag:
Splitter
Preis:
€ 25,00
ISBN 10:
3987213361
ISBN 13:
978-3987213366
112 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- spannende Schicksale
- gelungene Zeichnungen
- historisch teils überraschend
- Frauen aus der Vergessenheit geholt
- Umschreibung Mythologie


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| Rezension vom: | 03.10.2026 | ||||||
| Kategorie: | Alben | ||||||
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