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Comic-Besprechung - Lucky Luke - Hommage 8: Die Grimm Brothers

Geschichten:

Lucky Luke - Hommage 8: Die Grimm Brothers

Autor: Flix

Zeichnungen: Reinhard Kleist

Farbe: Thomas Gilke



Story:

Diesmal begleitet Lucky Luke die (zumindest bei uns) berühmten und bekannten Gebrüder Grimm auf einer Lesereise durch die jungen USA. Das läuft nicht wie geplant, und der Personenschutz durch unseren Helden erweist sich als angebracht und notwendig. Als sich dann auch noch die Daltons auf den Schlips getreten fühlen, kommt die Geschichte in Schwung…



Meinung:

Nach seinen Hommage-Beiträgen zu den Klassikern „Spirou” („Spirou in Berlin”) und „Marsupilami” („Das Humboldt-Tier””) wurde Flix (d.i. Felix Görmann) diesmal nun auch die Ehre zuteil, für eine weitere klassische Jugendserie aus dem frank-belgischen Comicuniversum einen Band zu kreieren. Während er die oben genannten Bände noch allein gestaltete, hat er sich nun den ebenfalls bereits international bekannten Zeichner Reinhard Kleist ins Team geholt, der vor allem durch seine Promi-Biografien bekannt geworden ist (Fidel Castro, Elvis Presley, Johnny Cash, Nick Cave und David Bowie) und durch die Serie „Berlinoir”. Während „Berlinoir”, sein Erstlingswerk, noch in einer wunderbaren Kolorierung ausgearbeitet ist, arbeitet Kleist ansonsten meist in schwarz-weiß. Für Lucky Luke hat er sich als Koloristen Thomas Gilke hinzugeholt, der sich hier in starkem Maße an der großflächigen, oft sehr plakativ wirkenden Kolorierung des frühen Morris orientiert, bis hin zu komplett monochromen Panels — eine aus Sicht mancher moderner Leser eher etwas irritierende Farbwahl, die ja auch dementsprechend bereits in aktuellen Nachveröffentlichungen alter Klassiker nachbearbeitet worden ist (nicht ohne Kritik, allerdings). Während diese Kolorierung also ganz klar hin zum Original aus den 50er-Jahren tendiert, ist dies bei den Zeichnungen so nicht zu erkennen. Leider, wie ich finde, denn dieser Geschichte hätte es besser getan, wenn sie entweder einen komplett eigenen Zeichenstil vorzuweisen hätte, oder eben komplett am Original orientiert wäre. So, wie es hier ist, sind die Zeichnungen irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch, wie man sagt. Die Autoren machen sich zum Beispiel den Spaß, allerlei Figuren aus der Lucky-Luke-Welt zu zitieren oder einzubauen, die teilweise dann sehr originalgetreu gezeichnet sind. Beispiele hierfür sind Ma Dalton oder Rantanplan, bedingt auch die Daltons — doch bereits bei Lucky Luke und Jolly Jumper werden die Figuren etwas überzeichnet und in einem eigenen Stil dargestellt. Für die restlichen, neuen Figuren wird wieder ein anderer Zeichenstil gewählt, und das Durcheinander ist komplett. So wirken die Zeichnungen, auf mich zumindest, irgendwie unrund, zumindest auf den zweiten Blick. Auf den ersten Blick schafft es die Kolorierung tatsächlich, den Leser abzulenken und den Blick ein wenig zu „beruhigen”. Doch das sollte so nicht sein, finde ich.

Die Story, die Flix uns hier präsentiert, könnte man wiederum direkt in die Reihe von Morris Originalen einreihen, ohne dass sie aus dem Rahmen fallen würde. Er hat sich für eine Mischung aus klassischen Settings entschieden, wie Morris oder Goscinny selbst sie oft verwendet haben: Einerseits begleitet Luke zwei hilflose Personen durch den Wilden Westen (wie in „Die Postkutsche”, „Das Greenhorn”  oder „Der Großfürst”), trifft dabei auf die Daltons (das klassische Hauptthema), und eine Vielzahl der Schurken, die die Leser bereits aus den zurückliegenden Bänden kennen können (von Billy the Kid über Jesse James bis hin zu Joss James und Ted Spoon — ein gutes Dutzend insgesamt). Das ist eine schlaue Mischung, und diese führt zu einem gewohnt flotten Plot, der eben nah am Original ist, und deshalb nicht enttäuscht. Als eigene Note, und natürlich passend zu den beiden Brüdern Grimm, haben die Autoren zahlreiche Anspielungen auf und Zitate aus bekannten Märchen der beiden Brüder eingebaut. Manche davon sind offensichtlich, andere etwas besser versteckt, doch allesamt recht gut zu erkennen und damit der rote Faden dieser Hommage: ohne dies wäre es einfach nur ein neuer Lucky Luke eines neuen Teams gewesen — und leider nicht der stärkste. Weitere Zitate, wie aus dem Kinofilm „Spiel mir das Lied vom Tod” sind zwar irgendwie witzig, andererseits passen sie aber nicht zum Thema und stören mich eher.

 

Dieser Rezension liegt die Kiosk-Ausgabe in Softcover für 9,00 € zugrunde.



Fazit:

In dieser nunmehr bereits achten Hommage an den berühmten Cowboy, der schneller zieht als sein Schatten, aus der Feder Morris’, dürfen diesmal wieder zwei deutsche Autoren eine neue Geschichte für Lucky Luke schreiben: Flix und Reinhard Kleist. Das Experiment ist nur teilweise gelungen, die Geschichte ist recht flott und durch die zahlreichen Bildzitate zu Märchen der Gebrüder Grimm auch in sich geschlossen, doch die Zeichnungen sind ein Durcheinander aus eigenem Stil und Original, das nur durch die geschickte Kolorierung etwas geglättet wird. Nicht der stärkste Band in der Reihe, doch für Fans  und weniger kritische Leser sicherlich akzeptabel.



Lucky Luke - Hommage 8: Die Grimm Brothers - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lucky Luke - Hommage 8: Die Grimm Brothers

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Egmont Comic Collection

Preis:
€ 17,00

ISBN 10:
3770411846

ISBN 13:
978-3770411849

48 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Die Story orientiert sich an den klassischen Vorlagen.
Negativ aufgefallen
  • Die Zeichnungen sind stilistisch inkongruent, was aber teilweise durch die klassische Kolorierung ausgeglichen wird.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 27.06.2026
Kategorie: Lucky Luke
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