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Comic-Besprechung - Supergirl 1
Geschichten:Supergirl 1 (Supergirl 1-3)
Autorin / Zeicherin: Sophie Campbell, Coloristin: Tamra Bonvillain
Story:
Supergirl ist nicht nur auf der Erde aktiv, sondern auch in der kryptonischen Flaschenstadt Kandor. Doch langsam fühlt sie sich etwas ausgelaugt und hofft in Midvale bei einem Besuch ihrer Zieheltern etwas zur Ruhe zu kommen. Doch warum erinnern sich alle an Linda Danvers, aber nicht ihre Eltern? Und warum sieht Supergirl in den Merchandise-Artikeln so anders aus? An das eigentliche Supergirl kann sich niemand erinnern. Zur Großen Überraschung von Kara gibt es ein neues Supergirld. Und dieses setzt alles daran die alte auszustechen.
Meinung:
Angesichts der Tatsache, dass ein Film zu Supergirl startet ist es wenig erstaunlich das Comics zu der Maid aus Stahl erscheinen. Man hofft natürlich auf eine Wechselwirkung: das zum einen die Comics Lust auf den Film machen und das Kinozuschauer frischen Stoff haben, um zu den Comics zu greifen. Völlig legitim. Vielmehr überrascht es etwas, dass mit Supergirl 1 eine fortlaufende Serie gestartet wird. Das war Kara nicht immer vergönnt. Ja, den Charakter gibt es schon seit vielen Jahrzehnten, aber vor allem hierzulande kamen eher Mini-Serien, Maxi-Serien oder Gastauftritte zum Tragen. Und ab und an bei den alten Ehapa-Ausgaben als Zweitstory in einem anderen Heft.
Man merkt also schon: Supergirl stand zumindest hierzulande immer im Schatten ihres Cousins Superman. Nun gehört es aber zu den Stärken des Charakters, dass genau dieses immer wieder thematisiert wird. Wie kann Supergirl aus den Schatten Supermans heraustreten? Was durchaus eine feministische Komponente hat und durchaus Leserinnen abholen kann, denn es lässt sich auf die Frage übertragen wie Frauen generell aus den Schatten von Männern treten können. Es geht nicht darum, zu kopieren, sondern sich selbst zu definieren. So fragt sich Supergirl hier in einer Szene was Superman wohl getan hätte und ärgert sich im selben Moment darüber das sie sich überhaupt die Frage stellt. Sie ist sie selbst und so muss es auch sein. Sie verliert sich selbst in ihren Aufgaben und kann sich nicht mehr auf sich selbst besinnen. In ihrer Rolle droht sie als Person zurückzutreten. Ohne offen feministisch zu sein, ist auch dieses ein hohes Identifikationspotential. Ist man seine Rolle und wie man in ihr wahrgenommen wird oder kann man seine Persönlichkeit ausleben? Was nicht nur Frauen, sondern auch Männer betrifft, wobei gerade berufstätige Mütter noch mehr Rollen in sich vereinen müssen.
Die Schurkin ist hier ein Spiegel von Supergirl. Nicht nur, indem sie ihre Identität annimmt und das wahre Supergirl in ihrer Heimatstadt vollkommen vergessen ist. Die Gegnerin will wahrgenommen werden. Nicht als Schurkin, sondern generell. Wenn es im Guten nicht klappt dann halt im Bösen, Hauptsache jemand nimmt sie wahr. Sie will anerkannt und am besten noch geliebt werden und dafür ist ihr jedes Mittel recht. Das hebt sich wohltuend von den üblichen Eroberungsplänen von Superschurken ab und auch das bietet Identifikationspotential. Diese Frau hat nicht mal eine Rolle und wurde zeitlebens, auch aufgrund ihres Geschlechts, zurückgewiesen. Während also Supergirl ihrer Rolle etwas überdrüssig ist, sucht ihre Kontrahentin erst eine Rolle. Was dem ganzen Geschehen eine gewisse Dramatik verleiht.
Es ist hier aber kein feministischer erhobener Zeigfinger zu finden, sondern die Unterhaltung steht im Vordergrund. Trotz aller dramatischen Aspekte gibt es immer wieder auch witzige Momente, vor allem mit der aus TV-Serie wohlbekannten Lena Luthor, im Übrigen auch auf einer Suche nach einer sich abgrenzenden Rolle. So wird geschickt auch auf die Geschichte des Charakters Supergirls hingewiesen wenn sie alte Kostüme anzieht. Der einzige Mangel sind die etwas kargen Zeichnungen die dann auch manchmal etwas zu niedlich ausgefallen sind, aber immerhin mit einer hohen Dynamik punkten. Man kann gespannt sein wie es weitergehen wird.
Fazit:
Ein interessanter feministischer Subtext durchzieht die Story ohne einen Zeigefinger zu erheben. Bei aller Action wird auch der Witz und eine dramatische Komponente nicht vergessen. Nur die Zeichnungen vermögen nicht komplett zu überzeugen.
Supergirl 1
Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann
Verlag:
Paninicomics
Preis:
€ 9,99
ISBN 10:
3741648671
ISBN 13:
‎ 978-3741648670
72 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- feministischer Subtext
- Heldin in einer Rollenfindung
- Action und Witz
- Schurkin als Spiegel der Heldin

- Zeichnungen teils zu karg und niedlich

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| Rezension vom: | 03.07.2026 | ||||||
| Kategorie: | Hefte | ||||||
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