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Comic-Besprechung - Halloween Blues 4: Replay
Geschichten:Halloween Blues 4: Replay
Autor: Mythic, Zeichner: Kas, Colorist: Graza
Story:
Inspektor Forester Hill wird an seinem freien Tag zu einem Leichenfund gerufen. Er fühlt sich nicht zuständig und das Opfer, ein Serienmörder, hat den Tod durchaus verdient. Was aber die Ermittler stutzig macht ist die Fotografie die man bei dem Opfer fand. Denn diese zeigt Foresters tote Frau Dana vor ihrem eigenen Grab. Doch sie ist definitiv tot und Dana selber, als Geist, entdeckt Ungereimtheiten. Führt das endlich auf die Spur von Danas Mörder?
Meinung:
Mit dem vierten Band von Halloween Blues könnte das Ende der Serie vorliegen. Was durchaus schade wäre. Jedenfalls wird in Replay ein großes Rätsel gelöst welches schon seit den ersten Seiten des ersten Bandes die ganze Serie und die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren prägte: wer ermordete Dana? Die Frage wird nun beantwortet und es scheint als ob das was die Serie so besonders machte, hier verloren geht. Aber in den letzten Panels gibt es eine Wendung welche die Phantasie entzündet und man würde gerne weiterlesen und wie sich das alles auswirken würde.
Dieser Wendepunkt, den man nicht direkt als Cliffhanger bezeichnen kann, ist geschickt vorbereitet vom Panelaufbau her und sehr filmisch gemacht. Generell sind die Zeichnungen herausragend. Nicht nur sind die Frauen wunderschön. Es gehört schon einiges dazu einen Geist wie Dana eindeutig als Geist zu zeichnen, aber dennoch verführerisch bleiben zu lassen. Sondern die Zeichnungen sind nicht nur realistisch, was für diese Serie notwendig ist, sondern schaffen immer auch Setting und Atmosphäre. An den richtigen Stellen wird das richtige Noir Feeling hergestellt ohne dass alles in der Finsternis versinkt. Schreckliche Taten geschehen eben auch am helllichten Tage. Das wird durch die exzellente Farbgebung unterstützt welche die Stimmung der jeweiligen Szenen hervorragend unterstreicht. Insbesondere bei der Gestaltung von Dana in ihrer Durchsichtigkeit und den Augen ist sie exzellent. Bei diesem Realismus droht dann oftmals die Action statisch zu wirken, was hier umschifft werden kann da es nur wenige und kurze Actionszenen gibt. Es ist auch keine Thrillerserie, sondern ein Krimi mit paranormalen Elementen und damit per se schon etwas ruhiger angelegt.
Dabei liegt hier der Fokus nun komplett auf Forester und Dana. Was manchmal in den ersten drei Bänden zu kurz kam, da die Kriminalfälle den Inspektor auf Reisen schickten, wird hier nun komplett ausgespielt. Die Dynamik zwischen Forester und Dana und die wundervollen Dialoge zwischen ihnen. Die haben schon einen Screwball Charakter und sind bissig und glänzend. Überhaupt ist die Dynamik zwischen ihnen hervorragend. Da es nun insgesamt um diese beiden geht, wird auch ein Blick von außen auf sie geworfen. Dana bekommt auch kritischere Hintergründe und es wird deutlich gemacht wie es auf andere wirkt wenn Forester mit seiner Frau spricht und dieses natürlich als Selbstgespräch wahrgenommen wird. Gerade dieses Verhalten macht Forester umso verdächtiger. Merkwürdigerweise sind die Dialoge abseits des Ehepaares manchmal etwas holprig und weisen nicht dieselbe Sorgfalt auf. Was etwas erstaunt und den Verdacht aufkommen lässt, dass hier Pulver verschossen wurde. Auch sind die Handlung und die Auflösung etwas überkonstruiert. Aber irgendwie gehört das zu der Serie dazu. Man muss es einfach hinnehmen. Genau wie Forester eigentlich nie sonderlich aktiv ist, sondern auffälligerweise in jedem Band mehr oder weniger von Frauen gesteuert oder zumindest beeinflusst wird. Als Gegenpol wird ein völlig überzogener Charakter eingebaut was immerhin ironisch gebrochen wird. Aber im Grunde spielt der abseits von einer Verkörperung aller Antipathien des Handlungszeitraums der USA der 1950er Jahre keine Rolle. Jedenfalls entwickelt der Band auch trotz einiger Schwächen, oder vielleicht auch deswegen, einen starken Sog und man wünscht sich eine Fortsetzung. Gerade weil sich die Voraussetzungen geändert haben.
Fazit:
Da der Schwerpunkt nun auf den beiden Hauptcharakteren liegt ist der Band unverzichtbar da die Dynamik und die Dialoge zwischen den beiden hervorragend sind. Auch die Zeichnungen entwickeln ihren Sog. Manchmal holpern aber andere Dialoge und die Story ist etwas überkonstruiert.
Halloween Blues 4: Replay
Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann
Verlag:
Alles Gute!
Preis:
€ 16,95
ISBN 10:
3965822462
ISBN 13:
978-3965822467
48 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Dynamik zwischen Helden
- teilweise Dialoge mit Screwballcharakter
- Zeichnungen und Farbgebung

- etwas überkonstruierte Handlung
- Dialoge zwischen anderen Charakteren etwas holprig

| Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic | ||
| Bewertung: | ||
| Keine Bewertung vorhanden | ||
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| Rezension vom: | 07.04.2026 | ||||||
| Kategorie: | Alben | ||||||
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